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Präsident Trump hat Kamala Harris unerwartet den Secret-Service-Schutz gestrichen. Kritiker sehen darin Rache – direkt vor ihrer großen Buch-Tournee.

Washington, DC – US-Präsident Donald Trump hat den Geheimdienstschutz für die ehemalige US-Vizepräsidentin Kamala Harris überraschend beendet. Damit verliert Harris, die als erste Frau und erste Schwarze Frau das Amt innehatte, ihre persönliche Schutztruppe des Secret Service ab dem 1. September 2025 – ein Jahr früher als von der Vorgängerregierung geplant.

US-Präsident Trump beendet Secret Service-Schutz für Kamala Harris

Nach US-Recht steht Ex-Vizepräsidenten lediglich ein sechsmonatiger Schutz zu. Harris hatte diesen Standardzeitraum bereits im Juli überschritten. Doch kurz vor seinem Amtsende hatte Präsident Joe Biden eine geheime Verfügung unterzeichnet, die Harris weitere zwölf Monate Sicherheit gewährte. Diese Anordnung wurde bislang nicht öffentlich gemacht und jetzt durch Trump außer Kraft gesetzt, berichtet etwa die New York Times.

Der Schritt trifft Harris in einer Phase, in der sie bald wieder stark in die Öffentlichkeit rückt: Am 23. September erscheint ihr Buch 107 Days, tags darauf startet eine 15-Städte-Tournee, die sie nicht nur durch die USA, sondern auch nach London und Toronto führen wird, berichtet AP News.

Harris’ Team zeigt sich entsprechend besorgt. Mit dem Abzug der Agenten endet nicht nur der physische Personenschutz, sondern auch der ständige Zugriff auf Bedrohungsanalysen, Abhör- und Online-Sicherheitsüberwachung. Insidern zufolge, so CNN, befürchten Harris’ Mitarbeiter, dass diese Sicherheitslücke erhebliche Risiken nach sich ziehen könnte.

Donald Trumps Milliardäre: Wie viel Geld geben Bezos und Co.?Jeff Bezos und Lauren Sanchez in VenedigFotostrecke ansehenKein Schutz mehr für Harris: Politische Brisanz und Vorwürfe der Vergeltung

Kritiker werfen Trump vor, das Ende des Schutzes als politisches Instrument einzusetzen. Bereits zuvor hatte er Schutzmaßnahmen für mehrere politische Gegner aufgehoben – darunter für die Biden-Kinder Hunter und Ashley sowie frühere Regierungsmitglieder wie John Bolton und Mike Pompeo.

Die Bürgermeisterin von Los Angeles, Karen Bass, sprach laut CNN von „einem weiteren Akt der Rache, der die frühere Vizepräsidentin in Gefahr bringt“. Auch Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom wurde über den Schritt informiert. Sein Sprecher erklärte, man wolle in Absprache mit Stadt und Bundesstaat alternative Sicherheitsmaßnahmen prüfen.

Harris und TrumpKamala Harris und Donald Trump: Kurz vor dem Start ihrer internationalen Buch-Tournee entzog der Präsident der früheren Vizepräsidentin den verlängerten Geheimdienstschutz – ein Schritt, der nun für heftige politische Debatten sorgt. © Foto links: IMAGO / Newscom / AdMedia | Foto rechts: IMAGO / ZUMA Press WireNach Trumps Secret-Service-Streichungen: Millionen für privaten Schutz von Harris?

Ohne staatliche Absicherung könnte Harris gezwungen sein, ein eigenes, umfangreiches Schutzprogramm zu finanzieren. Experten gehen davon aus, dass ein vergleichbares privates Sicherheitsnetz mehrere Millionen Dollar jährlich kosten würde. Besonders brisant: Harris’ Wohnsitz in Los Angeles verliert mit dem Ende des Schutzes ebenfalls die permanente Bewachung durch Bundesagenten.

Ein hochrangiger Regierungsvertreter betonte gegenüber AP News, es habe keine aktuelle Gefahreneinschätzung gegeben, die eine Fortsetzung der Schutzmaßnahmen rechtfertigen würde. Das unterscheidet den Fall von Harris von anderen Politikern, deren Sicherheitsrisiken offiziell dokumentiert wurden.

Sicherheitsrisiken für Kamala Harris bei Beginn der Buch-Tour

Entzug des Secret Service Schutzes: Ab dem 1. September 2025 steht Kamala Harris kein Schutz durch den Secret Service mehr zu. Dieser Schutz wurde zuvor von Ex-Präsident Biden wegen erhöhter Bedrohungslage um ein Jahr über die gesetzlich vorgesehenen 6 Monate hinaus verlängert. Trump hob diese Verlängerung auf.

Öffentliche Präsenz: Die geplante Buch-Tour mit öffentlichen Lesungen und Auftritten führt zu erhöhter Sichtbarkeit und Nähe zu Menschenmengen, was ein erhöhtes Angriffspotenzial bietet.

Wegfall professioneller Personenschützer: Harris verliert den 24/7 verfügbaren professionellen Personenschutz, der neben physischem Schutz auch Gefahrenanalyse und schnelle Reaktion auf Bedrohungen ermöglicht.

Fehlender Schutz an Veranstaltungsorten und Wohnsitz: Ohne den Secret Service fällt umfangreicher Schutz an Orten wie Hotels, Veranstaltungsorten sowie ihrem Wohnsitz in Los Angeles weg.

Erhöhte Anfälligkeit für Anschläge und Belästigungen: Kamala Harris ist als ehemalige Vizepräsidentin und prominente politische Persönlichkeit öffentlich stark sichtbar und steht dadurch im Fokus von Gegnern, die sie aktiv bedrohen oder einschüchtern wollen.

Hohe Kosten und organisatorische Herausforderung bei Privatschutz: Organisatorisch und finanziell ist es schwierig, den Schutz professionell privat zu ersetzen.

Sicherheit in den USA: Donald Trump überlebte Attentat, auch Harris schon oft mit Drohungen konfrontiert

Das Thema Sicherheit steht in den USA immer wieder im Raum. Donald Trump selbst überlebte im Sommer 2024 ein Attentat während eines Wahlkampftermins in Pennsylvania nur knapp, als ein Scharfschütze des Secret Service den Täter tötete. Auch Harris war während ihrer Vizepräsidentschaft und im Präsidentschaftswahlkampf mit einer Vielzahl an Drohungen konfrontiert.

Der demokratische Abgeordnete Adam Schiff warnt deshalb gemäß der Washington Post: „Dies ist eine gefährliche Erinnerung daran, dass es Donald Trump bei nichts mehr als um Vergeltung geht. Das ist ein dunkler Weg, den er unser Land entlangführt.“

Harris hat bereits erklärt, bei der Gouverneurswahl in Kalifornien 2026 nicht antreten zu wollen. Dennoch gilt sie in der Demokratischen Partei als mögliche Anwärterin für die Präsidentschaftswahl 2028. Der jetzt entzogene Schutz dürfte ihre Rückkehr ins Rampenlicht erschweren – und könnte die Sicherheitsbehörden von Bundesstaat und Kommunen vor große Herausforderungen stellen.