Im Haus Eifgen gibt es nicht nur Musik auf die Ohren. Immer wieder finden dort auch andere Veranstaltungen statt – wie etwa Vorträge zu ganz unterschiedlichen Themen. So etwa am Dienstagabend, als Manfred Bansen vom ADFC Wermelskirchen ein zahlreich erschienenes interessiertes Publikum mit auf eine abwechslungsreiche und vielfältige Reise auf zwei Rädern auf den vier großen Fernradwegen durch das westliche Nachbarland Frankreich nahm.

Dabei erfuhren die Zuschauer allerhand Wissenswertes über die Radrouten; etwa über den „Scandiberíque“, der von der belgischen Grenze über Paris bis zur spanischen Grenze auf etwa 1700 Kilometern verläuft. Oder über „La Velódyssée“, einem Radweg, der auf etwa 1300 Kilometern Länge von der Bretagne bis ins Baskenland führt. Ebenso gab Bansen in seinem etwa zweistündigen Vortrag praktische Tipps für Fahrradreisende, die Frankreich künftig selbst erkunden möchten. Etwa, dass man mit den Fahrrädern in der Regel im Nahverkehr auf der Schiene kostenlos mitfahren kann. Oder dass das französische Wort „sauf“ unter einem Durchfahrt-verboten-Schild keineswegs bedeutet, dass man dort betrunken nicht reinfahren darf. „Damit ist gemeint, dass Fahrräder vom Verbot ausgenommen sind – sind sie mit gemeint, dann steht dort das Wort aux“, erklärte Bansen.

Außerdem berichtete der Wermelskirchener von den Touren durch Frankreich, die er mit seiner Frau zusammen gemacht hatte. Die Anreise mit dem Zug von Köln aus nach St. Nazaire zum Loir-Radweg sei zwar nicht ganz einfach gewesen – mit mehreren Zwischenstopps habe indes das Motto gegolten: „Der Weg ist das Ziel.“ Und als Bansen dann anhand vieler Fotos von seinen Impressionen auf dem 700 Kilometer langen Radweg entlang des malerischen Flusses von St. Nazaire bis nach Nevers berichtete, konnte sich das Publikum dann auch ein gutes Bild von der Gegend machen: Die Bilder aus Nantes, Angers oder Saumur und allgemein dem Loire-Tal mit seinen UNESCO-Weltkulturerbe-Landschaften und zahlreichen Raststellen mit regionalen Spezialitäten und Wein verströmten dann durchaus etwas vom „Savoir-vivre“.

Weiterhin erklärte Bansen, dass im französischen Nachbarland ganz ähnliche Regeln für Radfahrer gelten wie in Deutschland. „Größter Unterschied ist, dass man bei Dunkelheit und schlechtem Wetter mit einer gelben Warnweste unterwegs sein muss. Aber ich habe sie nie getragen – und auch nur ganz wenige Franzosen gesehen, die das gemacht haben“, sagte Bansen. Übernachten müssen Radtouristen in Frankreich natürlich auch, dazu sollten sie nach Unterkünften mit der Bezeichnung „Accueil Veló“ Ausschau halten, erklärte Bansen. „Das garantiert Nähe zur Radroute, eine fahrradfreundliche Ausstattung, unterschiedliche Service-Angebote sowie Hinweise und Informationen.“

Von ihrem Endpunkt auf dem Loire-Radweg in der Stadt Nevers machten Bansen und seine Frau bei ihrer Tour einen Abstecher ins Burgund, genauer gesagt nach Beaune. „Die sehr sehenswerte Stadt liegt am 600 Kilometer langen Burgund-Radweg. Wir sind dann aber auf dem EuroVelo-6-Radweg in Richtung Basel weiter, der ins Dreiländereck mitten durch das wunderschöne Jura-Gebirge führt – der ist nicht so bekannt, aber sehr schön“, berichtete er.

Weiter ging es ins Elsass, immer auf etwa 80 bis 90 Kilometer langen Tagestouren. „Wir haben fast alle Quartiere im Vorfeld gebucht, damit ist man zwar festgelegt, aber kann sich eben auch sicher sein, am Abend auch ein Bett für die Nacht zu haben“, erzählte Bansen. Die Touren, die er präsentierte, könne man sowohl mit dem E-Bike als auch dem normalen Rad machen. Ein Erlebnis auf der Tour mit seiner Frau ist Bansen besonderes gut in Erinnerung geblieben: „Als wir in der Stadt Besançon waren, war plötzlich immer mehr Betrieb am Fluss – dort kam am Abend das olympische Feuer an. Es wurde von einem Para-Sportler per Seil über den Fluss Doubs gebracht.“