„Together for Palestine“ findet schon nächste Woche Mittwoch, am 17.09., als Eintagesfestival im Londoner Wembley-Stadion statt. Ins Leben gerufen wurde es von Brian Eno – Musiker, Produzent, Klangvisionär und bekannt dafür, dass er sich auch politisch einmischt, seine israelkritische Haltung ist allerdings umstritten. Eno schreibt, es soll ein Abend der Musik, der Reflexion und der Hoffnung werden, um Millionen an Spendengeldern für Familien in Gaza zu sammeln, 100% der Einnahmen sollen über eine Charity Organisation dahingehen.

Das Line-Up kann sich sehen lassen. Neben Portishead werden noch weitere wichtige britische Acts dabei sein: Damon Albarn, James Blake, Jamie xx und PinkPantheress. Die Schauspieler Benedict Cumberbatch und Guy Pearce werden auch erwartet. Tickets sind allerdings schon ausverkauft, an einem Live-Stream wird noch gearbeitet, aufgrund der Kurzfristigkeit des Events steht der allerdings noch nicht. Sollte der noch klappen ist der am Ende keine schlechte Alternative, denn einige Auftritte werden voraufgezeichnet sein, so auch der von Portishead.

Festival-Studie: Wie steht es um die Branche

Die deutsche Festival-Branche macht sich seit Jahren Sorgen um das eigene Fortbestehen. Jetzt gibt es durch eine neue Studie Zahlen, die das belegen. Die Studie wurde von den drei gemeinnützigen Organisationen zur Förderung der deutschen Musikwirtschaft ins Leben gerufen: Initiative Musik, Bundesstiftung Live-Kultur und Deutsches Musikinformationszentrum.

Alle drei arbeiten im Auftrag der Bundesregierung. Um herauszufinden, wie man an welcher Stelle welche Festivals in Zukunft am besten fördert, wollte man sich zunächst einen Überblick über den Status quo verschaffen.Dazu hat man 1.764 Musikfestivals in Deutschland befragt und die Ergebnisse in einem 134 Seiten langen Bericht veröffentlicht. Es geht darin zum Beispiel auch um die Feststellung von Genderparität, Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit, Awareness-Konzepte und kommunale Anbindung. Der Fokus lag aber eindeutig auf den finanziellen Mitteln.

Diesbezüglich kam heraus, dass die wirtschaftliche Lage vieler Festivals angespannt ist. Die durchschnittlichen Einnahmen pro Festival betragen 313.000 Euro, die Ausgaben 296.000 Euro. Nur 15 % der Festivals erzielen Gewinne, 30 % machen Verluste, 15 % sogar über 50.000 Euro. Dass viele Festivals überhaupt noch laufen, erklären vier von fünf Festivalmacherinnen und -machern mit ehrenamtlichem Engagement – die meisten Festivals haben sogar nur wenige bis gar keine Festangestellten.

Für die schlechte wirtschaftliche Lage gibt es zwei große Gründe, die von jeweils ca. 70 % aller Befragten genannt wurden.

Zum einen die allgemeine Inflation: Die Ticketpreise für Festivals sind in den vergangenen fünf Jahren um fast ein Drittel gestiegen. Zum anderen die ausgebliebenen Fördergelder – zuletzt kam es seitens der Regierung zu massiven Einsparungen im Bereich Kultur. Die meisten Veranstalter wünschen sich eine Förderung vor allem bei den Honoraren der auftretenden Musikerinnen und Musiker. Nur ein Viertel der Festivals kann ihnen die Gage bezahlen, die von Musikverbänden empfohlen wird.

Viele Festivalmacherinnen und -macher sorgen sich wegen dieser Entwicklung um ihre Zukunft. Genauer gesagt befürchten zwei Drittel, dass die Anzahl der Festivals allgemein sinken wird. Fast jede zehnte befragte Person befürchtet das Aus des eigenen Festivals.

Fyre Festival wird zum Broadway-Musical

Es war ein Scam der Extraklasse: Das Fyre Festival wurde 2017 als teures Luxus-Festival auf den Bahamas angekündigt, mit Live-Acts wie Major Lazer, Kaytranada und Skepta. Promis und Influencerinnen wie Kendall Jenner und Bella Hadid haben es in Werbespots beworben. Doch stattdessen gab es ein Riesenchaos, welches fast an eine Massenpanik grenzte. Gründer Billy McFarland saß anschließend für einige Jahre wegen Betrugs in Haft und musste außerdem 26 Millionen Dollar Entschädigung zahlen. Obwohl er eine zweite Ausgabe angekündigt hatte, ist es dazu nie gekommen.

Jetzt soll das Fyre Festival als Broadway Musical aufgeführt werden. Die Theater-Musical-Komödie soll „Fyre Fest: The Musical“ heißen und wird von Sängerin Rita Ora und ihrem Mann Taika Waititi produziert, der unter anderem bei zwei „Thor“-Filmen aus dem Marvel Universum Regie geführt hat. In einer Pressemitteilung wird das Musical als „eine griechische Tragödie über den Betrug eines Mannes“ beschrieben und als eine „satirische Anklage gegen eine ganze Generation – so falsch, wie eine schlechte Idee nur sein kann.“

Neben der Produktion von Taika Waititi und Rita Ora wird Bryan Buckley Regie führen und das Drehbuch schreiben. Der Regisseur und Drehbuchautor ist bekannt durch Kurzfilme und Super-Bowl-Werbespots. Seine Idee war es auch, ein Musical über das Fyre Festival zu machen. Er habe nie gedacht, dass er einmal eine Theater-Musicalkomödie machen würde. Aber andererseits hätte er auch „noch nie etwas so unglaublich Absurdes und Faszinierendes gesehen wie das, was beim Fyre Festival passiert ist.“ Dieses Festival sei so „spektakulär gescheitert“, dass es eine ganze Generation für immer verfolgen würde. Produzent Taika Waititi findet die Idee „spannend, seltsam und potenziell katastrophal, was passend erscheint“ und dass sie seiner Arbeitsweise entsprechen würde. Ein Datum für das Broadway-Musical steht noch nicht fest.