UPDATE 14.10 Uhr: Der Südosten Berlins leidet unter einem Stromausfall. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Stromnetz Berlin rechnet erst am Donnerstag mit einer Schadenbehebung.

10. September 2025 um 06:39 UhrBerlin

Stromausfall im Berliner Südosten

Wegen eines Brandanschlags auf zwei Strommasten kam es im Südosten Berlins zu einem großflächigen Stromausfall. Die Reparaturarbeiten dauern an.

Jens Kalaene/dpa Zusammenfassung Neu

  • Stromausfall im Südosten Berlins: 50.000 Menschen in Johannisthal betroffen.
  • S-Bahn-Linien S8, S85, S9, S45, S46 und S47 mit Ausfällen und Verspätungen.
  • Straßenbahnen und Ampeln außer Betrieb – erhebliche Einschränkungen im Nahverkehr.
  • Ursache: Brand an zwei Strommasten, Feuer gelöscht, Ursache noch unklar.
  • Tiergartentunnel bis Nachmittag gesperrt, nach Sperrung am Montag erneut betroffen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

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Am zweiten Tag des großflächigen Stromausfalls im Südosten Berlins sind noch Zehntausende Menschen und zahlreiche Firmen und Geschäfte ohne Elektrizität geblieben. Der Netzbetreiber Stromnetz Berlin sprach am Morgen von rund 20.000 Haushalten, die nach mehr als 24 Stunden noch betroffen waren. Die Ermittlungen der Polizei dauern weiterhin an. Inzwischen gehen Experten davon aus, dass bei dem Anschlag Insiderwissen notwendig gewesen sei.

Die Nacht im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick ist trotz des Stromausfalls aus Sicht der Feuerwehr „weitestgehend ruhig“ verlaufen. „Zahlreiche Einsatzkräfte, vor allem aus den Hilfsorganisationen und den Freiwilligen Feuerwehren, sorgten für Sicherheit und eine ständige Erreichbarkeit“, teilte die Feuerwehr mit.

Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) sagte in einem Video, das auf X veröffentlicht wurde, dass es in der Nacht nur wenig Notfälle mit dringenden Angelegenheiten gegeben habe. Die Menschen in den Gebieten ohne Strom könnten an bis zu 15 Notfall-Standorten Hilfe erhalten und Notrufe absetzen. Das Bezirksamt sei weiterhin erreichbar und biete seine volle Unterstützung an.

Stromausfall dauert länger als der „Blackout“ 2019 in Köpenick

Noch ist unklar, wie lange der Stromausfall dauert. Der Netzbetreiber ist seit Dienstagabend mit den aufwendigen Reparaturarbeiten beschäftigt. In Berlin kommt es immer wieder zu Stromausfällen, allerdings von kleinerem Ausmaß. „Diese Dimension ist die absolute Ausnahme“, sagte ein Sprecher von Stromnetz Berlin am Dienstag. „Wir richten uns darauf ein, dass wir nicht heute damit fertig werden“, sagte Stromnetz Berlin-Geschäftsführer Erik Landeck vor Ort.

Vergleichbar sei der Fall mit einer Störung 2019 in Köpenick, sagte er. Damals war ein Kabel bei Bauarbeiten in der Salvador-Allende-Straße beschädigt worden. Der Stromausfall traf mehr als 30.000 Haushalte und 2.000 Gewerbebetriebe und dauerte rund 30 Stunden.

Der aktuelle Stromausfall rund um den Stadtteil Adlershof im Südosten Berlins bei anfangs 50.000 Haushalten und Firmen begann am frühen Dienstagmorgen und dauerte am Mittwoch damit bereits länger als der große Stromausfall 2019 in Köpenick, als 30 Stunden lang mehr als 30.000 Haushalte betroffen waren.

Die Wiederversorgung für alle betroffenen Kunden werde im schlechtesten Fall im Laufe des Donnerstags erfolgen, teilte ein Sprecher von Stromnetz Berlin am Abend mit. „Zur Not-Reparatur sind umfangreiche Tiefbauarbeiten und Kabelmontagen notwendig. Im Laufe des Mittwochs werden die Voraussetzungen für die Kabelmontagearbeiten geschaffen“, hieß es.

Hatten die Täter Insiderwissen zur Stromversorgung?

Der Berliner SPD-Innenpolitiker Martin Matz sagte, für eine solche Tat sei Spezialwissen nötig. „Wenn man sieht, wo diese Strommasten in Johannisthal stehen oder gestanden haben, dass die etwas mit der Stromversorgung in Adlershof zu tun haben, ist nicht so völlig einsichtig“, sagte Matz im RBB-Inforadio. „Mindestens stellt sich die Frage, ob möglicherweise Insider-Informationen oder Informationen, wie man so was genau macht, weitergegeben worden sind.“ Allerdings gibt es immer wieder Berichte, dass Pläne zur Stromversorgung von Metropolen etwa durch Cyberangriffe von Hackern gestohlen werden können.

Nach Einschätzung der Berliner Grünen sollte der Stromausfall ein „Alarmsignal“ sein. „Unsere kritische Infrastruktur ist nicht ausreichend vorbereitet“, sagte die Sprecherin für Sicherheitspolitik, Gollaleh Ahmadi. Berlin sei weder auf solche technischen Störungen noch auf politisch motivierte Angriffe von innen wie von außen ausreichend eingestellt. „Man muss sich fragen, was passiert, wenn nicht nur ein Stadtteil, sondern mehrere Bezirke oder gar die gesamte Stadt lahmgelegt werden, etwa durch Cyberangriffe“.

Der Grünen-Innenpolitiker Vasili Franco kritisierte: „Es darf nicht sein, dass kritische Infrastruktur alleine durch das Lahmlegen eines Kabels kollabiert.“ Bestimmte Stellen der Stromversorgung müssten besser gesichert werden. In der Lagebewältigung habe es große Probleme gegeben. „Krisenstäbe wurden spät eingerichtet, die Katastrophenschutzdatenbank des Landes fiel aus und es gab vielerorts Abstimmungsschwierigkeiten zwischen den beteiligten Stellen.“

Mobilfunknetz nur eingeschränkt verfügbar

Weil das Handynetz durch den fehlenden Strom schwächer und teilweise gar nicht mehr vorhanden ist, kann nur eingeschränkt telefoniert werden. Das betreffe aber nicht speziell die Notrufnummern 112 und 110, sondern alle Telefonverbindungen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Ohne Mobilfunknetz könne man nicht mehr telefonieren. Die Mobilfunkmasten auf Häusern werden über das normale Stromnetz betrieben, haben aber für Notfälle auch Akkus, die eine Zeit lang reichen.

Am Dienstag warnten Polizei und Feuerwehr davor, dass die Notrufnummern 110 und 112 aufgrund des Stromausfalls nicht erreichbar sein könnten. Dazu wurde auch über das Modulare Warnsystem MoWas eine Meldung über gängige Warnapps wie zum Beispiel NINA an die Betroffenen geschickt. In dringenden Notfällen solle man sich daher auch direkt an die nächstgelegene Polizeidienststelle oder Feuerwache wenden.

Wie ein Sprecher der Berliner Feuerwehr auf Nachfrage mitteilte, seien dazu auch die Freiwilligen Feuerwehren in dem betroffenen Gebiet zur „Wachbesetzung“ alarmiert, heißt, im Notfall sind die Wachen mit Personal ausgestattet. „Außerdem wurden Anlaufstellen, bei denen Sie Informationen und Hilfsangeboten erhalten können, eingerichtet“, teilte die Berliner Feuerwehr mit. Lautsprecherwagen sollen per Durchsage ebenfalls darüber Informieren.

Anlaufstellen und Hilfsangebote:Notrufannahmestellen:

  • Hans-Schmidt-Straße 16, 12489 Berlin
  • Schliersee Straße 10, 12527 Berlin
  • Semmelweiss Straße 83, 12524 Berlin
  • Anna-Seghers-Straße 171, 12489 Berlin
  • Selchow Straße 3, 12489 Berlin
  • S-Bhf Schöneweide
  • Segelfliegerdamm 42, 12487 Berlin
  • Mohnweg/ Tiburtius Straße, 12524 Berlin
  • Keltensteig/ Grünauer Straße, 12524 Berlin
  • Grünauer Straße 118, 12537 Berlin
  • Schneller Straße 74, 12439 Berlin
  • Ligusterweg, 12487 Berlin
  • Oberspree Straße/ Bundeswehr, 12439 Berlin
  • S-Bahnhof Adlershof
  • S-Bahnhof Grünau

Betreuungsstellen (KatLeuchtturm)

  • Hans- Schmidt- Straße 16, 12489, Gesundheitsamt
  • Sterndamm 102, 12487, Rathaus Johannisthal
  • Mohnweg 20, 12524 Grundschule Mohnweg
  • Glienicker Straße 24-30, 12557 Schule an der Dahme

Bürgertelefon des Bezirksamtes: 030 90 297 4888

Quelle: Berliner Feuerwehr

Die Feuerwehr hatte zudem am Dienstag vier sogenannte Katastrophenschutz-Leuchttürme aufgestellt, an denen betroffene Anwohner etwa ihr Handy aufladen können und Informationen erhalten. Nachts wurde auch vom Technischen Hilfswerk (THW) Beleuchtung an einem Bahnhof und Notstrom an Anlaufstellen zur Verfügung gestellt.

Netzbetreiber richtet Bitte an die Kunden

„Wir möchten nochmals alle Kunden, die vom Stromausfall betroffen waren und zurzeit schon wieder versorgt sind, um Mithilfe bitten“, teilte der Netzbetreiber Stromnetz Berlin mit. „Bitte reduzieren Sie Ihren Stromverbrauch.“ So könne die Stromversorgung stabil gehalten und – wenn technisch möglich – weitere Kunden ans Netz angeschlossen werden, hieß es. Ursprünglich waren rund 50.000 Haushalte betroffen.

Stromnetz Berlin richtet sich darauf ein, dass erst im Verlauf des Donnerstags alle Kunden wieder mit Energie versorgt werden. Nachdem in der Nacht Baugruben ausgebuddelt werden sollten, stehen für den heutigen Tag Kabelarbeiten an.

Bei der Polizei gehen derweil die Ermittlungen zu den Hintergründen des Brandanschlags weiter. Das Landeskriminalamt (LKA) prüft ein Bekennerschreiben, das auf der linksradikalen Internetseite „Indymedia“ veröffentlicht wurde.

Bürgermeister und Innensenatorin verurteilen Anschlag

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner hat den Brandanschlag auf Strommasten und Kabel verurteilt. „Der Stromausfall im Südosten unserer Stadt ist die Folge eines gefährlichen Anschlags, der sich unmittelbar gegen die Berlinerinnen und Berliner richtet“, erklärte der CDU-Politiker. „Mit diesem Angriff auf unsere Strominfrastruktur wurden bewusst Menschenleben und die Sicherheit unserer Stadt gefährdet.“ Er habe volles Vertrauen in die Arbeit der Polizei und Ermittlungsbehörden, so Wegner. „Berlin lässt sich nicht einschüchtern.“

Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat den Brandanschlag auf Strommasten und Kabel im Südosten der Stadt als Respektlosigkeit anderen Menschen gegenüber bezeichnet. „Ich verurteile das aufs Schärfste, dass man so respektlos mit Leben anderer umgeht“, sagte Spranger. „Es geht hier auch um Menschen, die unsere Hilfe brauchen. Wir haben Menschen, die sind darauf angewiesen, dass ihnen jeden Tag Hilfe zukommt.

Infolge des Anschlags und des Stromausfalls mussten mehrere Menschen von Pflegeheimen in Krankenhäuser verlegt werden, um ihre Beatmung sicherzustellen. „Das dürfen wir auch als Gesellschaft nicht dulden“, sagte Spranger. An die mutmaßlichen Täter gerichtet sagte sie: „Wir kriegen euch!“

Ausdrücklich dankte der Regierende Bürgermeister den Einsatzkräften von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten sowie den Beschäftigten des Stromnetzes Berlin. „Sie arbeiten mit aller Kraft daran, die Versorgung wiederherzustellen und die Menschen in den betroffenen Bezirken zu unterstützen.“

Bekennerschreiben auf Indymedia aufgetaucht

Nach dem Brandanschlag am Dienstagmorgen ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Es wurde gegen 14.20 Uhr auf der linksextremistischen Plattform Indymedia publiziert. Laut dem Bekennerschreiben galt die Attacke der Stromversorgung vom „Technologiepark in Adlershof“.

Die Autoren schreiben darin unter anderem: „Den technologischen Angriff sabotieren – dem militärisch-industriellen Komplex den Saft abdrehen.“ Im Technologiepark seien laut dem Schreiben Firmen und Forschung aus den Bereichen IT, Robotik, Bio- & Nanotech, Raumfahrt, KI, Sicherheits- und Rüstungsindustrie vertreten. Ihnen wird vorgeworfen, „Kompliz:innen der Waffenindustrie“ zu sein.

„Zwei 110KV Strommasten in der Königsheide in Johannisthal wurden durch Brandstiftung der Saft abgedreht und damit ein Blackout im Technologiepark verursacht“, hieß es in dem Text. Unterzeichnet wurde das Schreiben mit: „Einige Anarchist:innen“.

Polizei prüft Schreiben – bislang kein Tesla-Bezug

Die vom Stromausfall betroffenen Anwohner wurden von den Autoren um Nachsicht gebeten. Die Polizei prüft das Schreiben aktuell, hält es jedoch für authentisch. Polizei und Staatsanwaltschaft teilten dazu am Mittwoch aber keine neuen Erkenntnisse mit. Die Behörden hatten mit Blick auf den Brandschlag auch einen möglichen Bezug zur Tesla-Fabrik in Grünheide nicht ausgeschlossen. Konkrete Hinweise dazu gebe es aber bislang nicht, hieß es von einer Sprecherin gegenüber MOZ.de.

In der Vergangenheit hatte es bereits mehrfach Sabotage-Akte im Zusammenhang mit dem US-Unternehmen gegeben. Zudem hatte Tesla erst vor wenigen Tagen bekannt gegeben, in Köpenick ein Entwicklungszentrum ansiedeln zu wollen.

Technologiepark-Betreiber reagieren auf Brandanschlag

Die Betreiber des Technologieparks Adlershof haben mit Empörung auf den Brandanschlag auf die Stromversorgung im Berliner Südosten reagiert. „Wir verurteilen Anschläge auf die Energieinfrastruktur aufs Schärfste, da solche Anschläge immer Menschenleben in Gefahr bringen“, erklärte der Geschäftsführer der WISTA Management GmbH, Roland Sillmann.

„Mit dem Technologiepark Adlershof ist auch einer der wichtigsten Wirtschaftsstandorte der Hauptstadt mit über 1.300 Unternehmen und Forschungseinrichtungen vom Stromausfall seit den frühen Morgenstunden betroffen.“ Die Infrastruktur der Unternehmen und Einrichtungen am Standort sei unterschiedlich organisiert, daher seien sie in unterschiedlichem Ausmaß betroffen.

Es seien alle Maßnahmen ergriffen worden, um die Arbeitsfähigkeit unter den gegebenen Umständen so weit möglich sicherzustellen. Manche Firmen hätten Bürotätigkeiten an andere Standorte verlagert. Andere seien zum Beispiel mit Notstromaggregaten auf derartige Fälle vorbereitet.

Brandanschlag auf Berliner Stromversorgung?

50.000 Stromkunden, vor allem Haushalte und auch Firmen waren seit der Nacht von dem Stromausfall betroffen. Der Alarm zu dem Brand ging um 3.30 Uhr in der Leitstelle der Berliner Feuerwehr ein. Das Feuer zerstörte mehrere dicke Starkstromleitungen am Fuß von zwei Masten am Königsheideweg im Bezirk Treptow-Köpenick nahe einem Wohnviertel mit Einfamilienhäusern und viel Grün. Auch die S-Bahn und Straßenbahnen waren von dem Stromausfall betroffen und fuhren deshalb zeitweise nicht. Ampeln fielen ebenfalls aus, wie die Verkehrsinformationszentrale mitteilte.

Betroffen von dem Stromausfall sind auch die Stadtteile Niederschöneweide, Köpenick, Altglienicke, Grünau, Adlershof, Splindersfeld und Johannesthal. Die Polizei hat den Brandort am Königsheideweg weiträumig abgesperrt. Kriminaltechniker und Ermittler des Landeskriminalamtes waren bis in die Abendstunden vor Ort im Einsatz. Wie die Behörde am Dienstag über X (Twitter) mitteilte, gehen die Ermittler derzeit von einer vorsätzlichen Brandstiftung aus. Der für politisch motivierte Straftaten zuständige Staatschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Nach dem Brand liegen mehrere Stromkabel frei, deren Isolierung geschmolzen ist. Offensichtlich haben die Täter zusätzlich eine Kette um die Kabel gelegt, um einen Kurzschluss zu verursachen.

Nach dem Brand liegen mehrere Stromkabel frei, deren Isolierung geschmolzen ist. Offensichtlich haben die Täter zusätzlich eine Kette um die Kabel gelegt, um einen Kurzschluss zu verursachen.

John Boutin

Nach dem Brand liegen an dem betroffenen Strommast mehrere Kabel frei. Ihre Isolierung ist durch das Feuer geschmolzen. Zwischen den Kabeln haben die Täter offenbar eine Kette gehängt, vermutlich, um einen Kurzschluss zu verursachen.

Stromausfall sorgt für Probleme im Nahverkehr

Die S-Bahn Berlin teilte am Dienstag zunächst mit, wegen des Ausfalls der Energieversorgung im Bereich Schöneweide könne es zu Verspätungen und Ausfällen kommen. Genannt wurden die Linien S8, S85, S9, S45, S46 und S47. Nach Angaben der S-Bahn rollten die Züge im Laufe des Nachmittags wieder. Einrichtungen in den Bahnhöfen seien jedoch noch betroffen: Lautsprecheransagen, Anzeigen und Fahrkartenautomaten. Auch die Bahnhofsbeleuchtung. Das THW musste deshalb in der Nacht auch die Bahnhöfe ausleuchten.

In dem betroffenen Gebiet fahren keine Straßenbahnen. Laut der BVG sind davon unter anderem die Tramlinien M17 und 63 betroffen. Ein „Basisangebot mit Ersatzbussen“ sei organisiert worden, so einer BVG-Sprecher. Mehrere Straßenbahnen, die in stromlosen Abschnitten liegen geblieben waren, wurden im Laufe des Tages dem Sprecher zufolge aus dem betroffenen Gebiet abgeschleppt.

Aufgrund des fehlenden Stroms haben Supermärkte und andere Verkaufseinrichtungen geschlossen, wie ein Reporter vor Ort berichtet. In einer Pflegeeinrichtung in der Semmelweisstraße löste der Stromausfall einen Feuerwehreinsatz aus. Mehrere Menschen mussten in Krankenhäuser verlegt werden, da die Beatmungsgeräte ausfielen.

Angriffe auf kritische Infrastruktur keine Seltenheit

Es ist nicht der erste Angriff auf kritische Infrastruktur. Am 5. März 2024 hatte es einen ähnlichen Brand in Steinfurt, einem Ortsteil der Gemeinde Gosen-Neu Zittau (Landkreis Oder-Spree) gegeben. Damals bekannte sich die als linksextremistisch eingestufte „Vulkangruppe“ zu dem Brand, der offenbar der Tesla-Gigafactory galt und hunderte Menschen betraf.

Am 12. Februar dieses Jahres hatte es in der Wuhlheide in Berlin bereits einen Brandanschlag auf die Stromversorgung der Deutschen Bahn gegeben. Wenig später tauchte dazu ein Bekennerschreiben im Internet auf, welches die Polizei als authentisch eingestuft hat. Auch hier gab es einen Tesla-Bezug.