David Siebers ist zumindest vorübergehend neuer Trainer des VfL Bochum. Seine Wurzeln als Trainer liegen in Dortmund. Bekannte Amateurfußballer erinnern sich.

Wenn der VfL Bochum am Spielfeldrand künftig von David Siebers dirigiert wird, blickt die 2. Bundesliga auf einen Trainer, dessen sportliche Wurzeln in Dortmund liegen. Bis 2014 coachte er Jugendmannschaften des Hombrucher SV – dort, wo er viele junge Spieler prägte, die ihn bis heute nicht vergessen haben.

Vor dem ersten von mindestens drei Spielen, die der Interimstrainer beim VfL nach der Freistellung von Dieter Hecking erhält, haben wir mit vier Ex-Schützlingen des 38-Jährigen gesprochen.

David Siebers plant „Matchplan bis ins Detail“

Die damaligen Hombrucher Talente erinnern sich an einen akribischen Taktiker – und an einen Menschen, der seine Spieler nie im Stich ließ. „David ist ein sehr, sehr akribischer Trainer. Ich hab selten jemanden erlebt, der so fixiert darauf ist, alles spielerisch zu lösen und einen Matchplan bis ins Detail durchplant“, sagt Robin Siebert, heute Torwart bei der DJK SF Nette. „In ihm lodert immer das Feuer. Er wird absolut alles dafür tun, das Spiel zu gewinnen.“

Auch Robin Rosowski (29), nach Stationen beim HSV, ASC 09, SV Brackel und FC Brünninghausen mittlerweile beim Lüner SV, unterstreicht diesen Eindruck: „Er war schon in recht jungem Alter ziemlich weit als Trainer, hat viel Wert auf taktisches Grundverständnis und Individualtaktik gelegt.“

Robin Siebert freut sich bei der Hallenstadtmeisterschaft.Robin Siebert (r.) hütet inzwischen das Tor der DJK SF Nette.© Stephan Schuetze

Siebers‘ ehemalige Spieler beschreiben ihn als jemanden, der kompromisslos nach vorne will – und dabei nah an den Menschen bleibt. „Ich glaube, dass David jemand ist, der sich nie zufrieden gibt und immer das Optimum von sich selber und von seinen Spielern erwartet“, sagt Mauitz Mißner (27), der beim ASC 09 zwischen den Pfosten stand. „Aber er tut eben auch alles für seine Spieler, um sie weiterzuentwickeln.“

Diese Mischung blieb in Erinnerung. „David war der beste Trainer, den ich bis jetzt hatte“, betont Marlon Mönig (30) vom Kirchhörder SC. Robin Siebert teilt diese Meinung. „Und damit meine ich nicht nur die fußballerische Komponente, sondern gerade das Menschliche. Er ist ein Top-Mann“, sagt Mönig.

Bei David Siebers „gab es nicht jung oder alt“

Mancher verdankt Siebers sogar den nächsten Schritt in seiner Laufbahn. „Ich war in jungen Jahren länger verletzt. David hat mich aufgenommen, als Jungjahrgang spielen lassen und mir so die Möglichkeit gegeben, mich so weiterzuentwickeln, dass ich nach einem halben Jahr schon wieder zum VfL Bochum wechseln konnte“, erzählt Mißner, der schon in der C-Jugend erstmals auf David Siebers traf.

„Bei ihm gab es nicht jung oder alt, nur gut oder schlecht“, sagt der Torwart. Auch Robin Siebert verbindet mit Siebers eine persönliche Erfolgsgeschichte: „Ohne ihn hätte ich vielleicht nie den Sprung in die Westfalenliga geschafft.“ Dort spielte er gemeinsam mit Marlon Mönig beim BSV Schüren – regelmäßig mit David Siebers als Zuschauer.

Marlon Mönig verfolgt Andreas Spais.Marlon Mönig (r.) spielte in Dortmund für den BSV Schüren, Westfalia Wickede und ist aktuell beim Kirchhörder SC.© Ray Heese

Mönig erinnert sich auch an David Siebers‘ Hartnäckigkeit: „Er hat mich in der B-Jugend unbedingt nach Hombruch holen wollen. Beim ersten Mal hat’s nicht geklappt, aber er hat nicht locker gelassen und mich dann im zweiten Anlauf überzeugt“, erinnert sich Mönig. „Ich kann wirklich nur Positives berichten.“

Sein Draht zum heutigen Zweitliga-Trainer, der in den vergangenen elf Jahren in der Jugend des VfL Bochum tätig war, habe gehalten – erst auf Dortmunder Sportplätzen und zuletzt noch per Textnachricht.

Marlon Mönig meldet sich persönlich bei David Siebers

„Ich hatte ihm jetzt auch noch mal geschrieben und ihm viel Erfolg gewünscht“, sagt Mönig. Rosowski ergänzt: „Ich habe seinen Weg immer verfolgt. Das kommt für mich nicht von ungefähr – ich wünsche ihm alles Gute und drücke ihm die Daumen.“

Dass nun ausgerechnet ein früherer Jugendtrainer des Hombrucher SV die Chance erhält, in einer schwierigen Lage in der 2. Bundesliga zu trainieren, überrascht auch Mönig nicht:. „Ich bin mir sicher, dass er seinen Weg gehen wird. Das Zeug dazu hat er auf jeden Fall.“