Die CONCEPTUAL Biennale versteht sich als Plattform für offenen Dialog, interdisziplinäre Zusammenarbeit und Gemeinschaftsbildung. Sie hebt die lokale wie globale Conceptual Community hervor, die von transdisziplinären Praxen mit einer konzeptuellen Arbeits- und Denkweise aus der Kunst im Kontext von Design und Architektur geprägt ist. Zugleich setzt sie sich kritisch mit den gesellschaftlichen Fragen auseinander, die diese Praktiken aufwerfen, und erkennt ihre kulturelle Bedeutung an. Die von Tina Roeder, Anton Rahlwes und Thilo Reich gegründete Biennale findet in und um San Gimignano Lichtenberg statt, einem Umbauprojekt einer ehemaligen DDR-Fabrik hinter dem Dong Xuan Center.

Die Ausstellung im Dialog

Im Zentrum steht eine dreiteilige Ausstellung mit Beiträgen aus einem laufenden Open Call und kuratierten Positionen. Ergänzt wird sie durch den zweitägigen CONCEPTUAL Roundtable („Towards a Symposium“) sowie weitere Formate, die das Publikum aktiv einbeziehen. Das Projekt wurde von Tina Roeder, die als Ideengeberin und künstlerische Leiterin auftritt, sowie von Anton Rahlwes und Thilo Reich gegründet. Kuratiert wird die Ausstellung von Matylda Krzykowski, Rahlwes und Roeder, der Roundtable wird von Nina Sieverding kontextualisiert. Partizipative Formate entwickelt das Studio for Immediate Spaces am Sandberg Instituut. Ein internationales Advisory Board, das unter anderem Carina Bukuts, Carson Chan, Anna Carnick, Dan Thawley und Liv Vaisberg umfasst, begleitet den Start. 

Berlin als Resonanzraum

Der gewählte Ort ist Programm: San Gimignano Lichtenberg steht für Migration, urbane Transformation und Produktionskulturen. Hier trifft das langsame, diskursive Biennale-Format bewusst auf die beschleunigte 24/7-Gegenwart: Es schafft Unabhängigkeit, lädt zur kritischen Auseinandersetzung ein und nutzt das Momentum einer neuen Berliner Vernetzung für den internationalen Diskurs. Die Biennale adressiert damit eine Lücke: Während sich Design, Architektur und Kunst transdisziplinär rasant entwickeln, ist Berlin in diesem globalen Gespräch oft unterrepräsentiert.