Szene einer Theaterprobe mit älterem Herrn vor Treiben rund um einen Kiosk

Große Gesten, vielsagende Blicke: In „Dazwischen“ gibt es einige Passagen, in denen die Darstellerinnen und Darsteller ohne Text auskommen.

Bild: Radio Bremen | Alexander Schnackenburg

20 Bremer Theater laden am Samstag zur „Langen Nacht der Bühnen“. Dabei kann man für wenig Geld viel sehen. Das Blaumeier-Atelier spielt „Dazwischen“. Es geht deftig zur Sache.

Es geht zu wie auf dem Bahnhof: ein einziges Gewusel. Die einen kommen von links, andere von rechts. Manche unterhalten sich, gestikulieren wild. Wieder welche blicken starr vor sich hin. Dazu ertönt dröhnende Musik. Auch sie erinnert an die wirre Geräuschkulisse in einem Bahnhof.

„Vom Driften, Wanken und Treiben“

Szene einer Theaterprobe mit einem sitzenden Mann, auf den drei Personen einreden

In Blaumeiers Performance „Dazwischen“ knistert es auch zwischen den Figuren auf der Bühne.

Bild: Radio Bremen | Alexander Schnackenburg

Das Blaumeier-Atelier probt für seine Performance „Dazwischen. Vom Driften, Wanken, Treiben“. Das Ensemble aus behinderten und nichtbehinderten Künstlerinnen und Künstlern bereitet sich damit auf seine Auftritte bei der „Langen Nacht der Bühnen“ am 20. September vor. Gleich dreimal wollen „Blaumeiers“, wie sie weithin heißen, ihre Performance bei der „Langen Nacht“ vorführen: in einer auf rund dreißig Minuten gekürzten Fassung.

„Wir sehen in der Langen Nacht die Chance, auch mal Gäste bei uns begrüßen zu dürfen, die vorher nicht zu uns gekommen sind“, erklärt Blaumeier-Sprecherin Karolin Oesker das große Engagement des Ateliers zur „Langen Nacht der Bühnen“. Neben der Theaterperfomance „Dazwischen“ führen Blaumeiers ab 15 Uhr auch die „Magic Magic Show“ zur Langen Nacht auf. Die Zauberei richtet sich an Kinder ab vier Jahren.

Keine festen Rollen

Junge Frau mit kurzen Haaren und Nasenring guckt für Foto in die Kamera

Raja Löbbe arbeitet als Dramaturgin im Blaumeier-Atelier.

Bild: Radio Bremen | Alexander Schnackenburg

Zurück zu „Dazwischen“: Anders als im klassischen Theaterstück gibt es in dieser Performance einige improvisierte Teile. Wie in einer Collage reihen sie sich zwischen die festgelegten Szenen des Abends. Viele davon spielen vor, neben und um einen Bahnhofskiosk. Hier bewegen sich die Figuren immer wieder zwischen diversen Entscheidungen: Was kaufe ich? Wohin laufe ich? Was sollte ich als nächstes tun?

„Es gibt keine starren Rollen. Die Menschen spielen sich selbst auf der Bühne oder jemanden, der so ist, wie sie gern wären“, erklärt Dramaturgin Raja Löbbe eine der zentralen Ideen hinter der Performance.

Rocker mit Luftgitarre

Leicht schielender Mann mit blondiertem Haar und Dreitagebart lächelt für Foto in die Kamera

Gibt in „Dazwischen“ einen Rocker mit Luftgitarre: Markus Pöhlmann.

Bild: Radio Bremen | Alexander Schnackenburg

Tatsächlich räumt Darsteller Markus Pöhlmann ein, dass er immer schon mal ein Rocker sein wollte. Und genau das ermögliche ihm die Performance. „Es gefällt mir, einen Rocker mit Luftgitarre zu spielen“, sagt er. Die Idee dazu sei ihm gekommen, als er am Bremer Hauptbahnhof musizierende Rocker gesehen habe. „Das war schön“, fügt er hinzu.

Kiosk-Plünderer

Mann mit braunen Augen, halber Glatze, und Dreitagebart guckt für Portrait in Kamera

Plündert einen Kiosk und wirft mit Süßigkeiten um sich: André Woiczik.

Bild: Radio Bremen | Alexander Schnackenburg

Ebenfalls mit viel Fantasie gestaltet André Woiczik die Figur, die er in „Dazwischen“ spielt. „Ich bin jemand, der einen Kiosk plündert und ganz viel mit Süßigkeiten um sich wirft“, sagt er. Allerdings zeige er sich nicht permanent derartig aggressiv. „Wenn es wieder ruhiger wird, werde ich auch ruhiger“, kündigt er an. Das sei wie im wahren Leben. Auch da schwanke die Stimmung eines jeden Menschen.

Information zum Thema
Was ist die „Lange Nacht der Bühnen“?

20 Theater in ganz Bremen öffnen zur „Langen Nacht der Bühnen“ am 20. September ab 15 Uhr ihre Türen, darunter etwa das Theater Bremen, die Bremer Shakespeare Company und das Blaumeier-Atelier. Sie präsentieren ein Programm quer durch alle Sparten der darstellenden Künste: von Schauspiel, Tanz und Musiktheater bis hin zu Zauberei und Figurenspiel. Neben offenen Proben, Ausschnitten aus Produktionen und Hausführungen steht die kulturelle Teilhabe im Mittelpunkt, insbesondere für Familien und junges Publikum.

Die „Lange Nacht der Bühnen“ findet in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. Sie wird ausgerichtet vom Landesverband freie darstellende Künste Bremen (LAFDK). Ähnlich wie bei der bereits etablierten „Langen Nacht der Museen“ können die Besucherinnen und Besucher mit einem Ticket mehrere Spielstätten aufsuchen. Der Eintritt kostet – je nach Geldbeutel – 15, 20 oder 25, für Kinder fünf Euro. Karten und weitere Infos gibt es auf dieser Website.

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Quelle:
buten un binnen.

Dieses Thema im Programm:
buten un binnen, 20. September 2025, 19.30 Uhr