Bayer Leverkusen hat sich am 5. Spieltag in der Fußball-Bundesliga im Stile einer Spitzenmannschaft den 2:1-Auswärtssieg beim FC St. Pauli gesichert. Bayer-Trainer Kasper Hjulmand bewies bei den Wechseln das richtige Händchen.
Der in Hamburg geborene Neuzugang Ernest Poku kam in der 56. Minute und nur zwei Minuten später entschied der Joker die Partie mit seinem Treffer zum 2:1 (1:1). Bereits in der ersten Hälfte hatte Tapsoba die Werkself nach einem Freistoß zu einer schmeichelhaften 1:0- Führung (25.) geschossen.
St.-Pauli-Trainer Bessin: „Waren klar die bessere Mannschaft“
Schmeichelhaft, weil St. Pauli in den Augen von Trainer Alexander Bessin klar die bessere Mannschaft war: „Es schmerzt richtig. Im Normalfall hätte die Leistung für einen Sieg oder wenigstens einen Punkt gereicht“. Auch Bayer-Torwart Mark Flekken nannte es einen Kampfsieg: „Wir haben es uns selber zu schwer gemacht und nicht clever genug gespielt.“ Damit meinte der Niederländer sicher auch seine Leistung.
Denn Hauke Wahl konnte das Spiel nach einem Flekken-Fauxpas zum 1:1 ausgleichen (32.) und die Gastgeber zwischenzeitlich für eine couragierte Leistung belohnen. „So ein Ergebnis nach so einer Leistung tut natürich extrem weh“, resümierte Wahl die Niederlage. Durch den Sieg schob sich Bayer auf den vierten Platz in der Tabelle, St. Pauli steht mit einem Punkt weniger auf dem 6. Platz.
Die erste Hälfte gehörte klar den Gastgebern. Das Team von Blessin hatte bereits die erste große Chance, als die Gäste aus Leverkusen noch in dieser Partie anzukommen schienen. Flekken und Loic Bade waren bei der ersten Ecke zu zögerlich, sodass Eric Smith fast zum frühen 1:0 (2.) einköpfen konnte. Angetrieben von der frühen Chance kombinierten sich die Norddeutschen fast nach Belieben durch die gegnerische Hälfte.
Leverkusens Tapsoba stellt bisherigen Spielverlauf auf den Kopf
In der 11. Minute verpasste erst Andreas Hountondji die Führung, nur sieben Minuten später musste Abwehrchef Tapsoba für seinen geschlagenen Torhüter kurz vor der Linie klären. Nach knapp 25 Minuten lag das Torschussverhältnis bei 5:1 für St. Pauli – Bayer fand einfach keinen Zugang. Und dann kam es wie so oft. Leverkusen erkämpfte sich einen Freistoß, die Hereingabe von Grimaldo konnte Wahl zwar noch klären, aber den Klärungsversuch nutzte der freistehende Tapsoba zum 1:0 (25.). „Das war viel zu einfach. Das müssen wir uns ankreiden“, beschrieb Wahl die Enstehung nach der Partie.
Anstatt sich von dem überraschenden Rückstand entmutigen zu lassen, blieben die Gastgeber auch nach dem Gegentor im Vorwärtsgang. Mit der sechsten Ecke belohnten sich die Braun-Weißen, weil Flekken patzte. Der Neuzugang wollte den Ball nach einer Ecke klären, pritschte den Ball aber nur Wahl vor die Füße, der zu seinem ersten Bundesliga-Tor artistisch einnetzte. (32.) Es war das vierte Standardtor für den St. Pauli, damit erzielte das Blessin-Team 50 Prozent seiner Treffer nach einem Standard.
Michael Maske, Sportschau, 27.09.2025 19:32 Uhr
Bayer Leverkusen mit den richtigen Einwechselspielern
Nach der Pause gaben weiter die Gastgeber die Richtung am Millerntor-Stadion vor. Zehn Minuten waren gespielt, dann musste sich Flekken das nächste Mal auszeichnen. Manolis Saliakas nutzte eine Ecke von Mathias Pereira Lage und schoß den Ball aus 14 Metern platziert auf die rechte Ecke. Der Niederländer war allerdings schnell unten und klärte zur Seite. Dann wechselte Kasper Hjulmand gleich doppelt und brachte unter anderem Poku für Eliesse Ben Seghir.
Nur zwei Minuten später brachte der gebürtige Hamburger die mitgereisten Fans bereits zum Jubeln. Grimaldo steckte steil auf die linke Sechzehnerseite durch und der 21-Jährige vollendete aus gut sieben Metern flach in die kurze Ecke. Es war das erste Tor für den Mittelfeldspieler, der vor der Saison von AZ Alkmaar gekommen war. Die Moral der Hausherren wurde auch nach dem zweiten Gegentreffer nicht gebrochen, bereits in der 62. Minute streifte eine Hereingabe von Pereira Lages knapp den rechten Pfosten.
St. Pauli mit der ersten Heimniederlage in dieser Saison
Der Vize-Meister tat sich weiter schwer und hielt St. Pauli im Spiel. Einen leichtfertigen Fehlpass konnte Joel Chima Fujita (68.) aber nicht zum Ausgleich nutzen und auch den Schuss von Danel Sinani (73.) parierte Flekken souverän. In der letzten Viertelstunde verschleppten die Gäste das Tempo, während St. Pauli sich schwertat, weitere Chancen herauszuspielen.
Das lag auch daran, dass ein Spielfluss in den Schlussminuten nicht mehr aufkam. Insgesamt verteilte Schiedsrichter Martin Petersen vier Gelbe Karten in der Nachspielzeit. Die letzte Chance auf einen Punkt hatte Kapitän Smith, der Schwede prüfte Flekken in der 91. Minute per Freistoß, dann war der erste Auswärtssieg für Leverkusen seit April 2025 perfekt.
St. Pauli in Bremen, Leverkusen gegen Eindhoven
St. Pauli ist am Samstagnachmittag bei Werder Bremen zu Gast (15.30 Uhr). Leverkusen spielt am Mittwochabend gegen Eindhoven in der Champions League (21.00 Uhr).