Stand: 30.09.2025 16:41 Uhr

Roboter, die ganz von allein den Rasen mähen, sind in Hamburgs Gärten inzwischen ganz normal. In der Nacht dürfen sie hier aber ab sofort nicht mehr fahren, um die Igel vor Verletzungen zu schützen.

„Zum Schutz von Igeln und anderen kleinen Wildtieren ist der Betrieb von Mährobotern im gesamten Gebiet der Freien und Hansestadt Hamburg nur zulässig in der Zeit von 30 Minuten nach Sonnenaufgang bis 30 Minuten vor Sonnenuntergang“, heißt es in einer Allgemeinverfügung.

„Das wurde wirklich Zeit“, meint Vanessa Haloui von der Wildtierstation Looki in Bergedorf. Gerade hat sie wieder einen Igel mit eitrigen Schnittverletzungen entgegengenommen. Im vergangenen Jahr zählte die Station knapp 240 solcher Fälle.

Inzwischen ist fast jeder zweite Igel, der dort abgegeben wird, Opfer eines Mähroboters. Zwar werben viele Hersteller mit einem „Igelschutz“. Dieser funktioniere, wenn überhaupt, nur bei sehr großen Igeln, sagt Haloui. Seit vergangenem Jahr stehen die nachtaktiven Tiere als potenziell gefährdete Art auf der Roten Liste. Nachtfahrverbote von Mährobotern gelten in Deutschland bereits in einzelnen Kommunen.

Und die rot-grüne Koalition will noch mehr für den Igel-Schutz tun: Etwa mehr Rückzugsmöglichkeiten in öffentlichen Grünflächen schaffen. Außerdem soll eine Info-Kampagne Gartenbesitzerinnen und -besitzer nochmal für den Igel-Schutz sensibilisieren. Den entsprechenden Antrag soll die Bürgerschaft in der kommenden Woche beschließen.