Es war eine Geschichte von 2012, die das Team von „37 Grad“ in die Redaktionsräume von Kirche+Leben geführt hat. Worum es in der Sendung gehen wird.
Ein Team der ZDF-Sendung „37 Grad“ hat in dieser Woche in der Redaktion von Kirche+Leben gedreht. Das Dokumentationsformat, das wöchentlich ausgestrahlt wird, widmet sich in der geplanten Folge einem sensiblen Thema: Kindern, die aus einer Vergewaltigung hervorgegangen sind.
Im Mittelpunkt stehen zwei Betroffene. Einer von ihnen ist Winfried Behlau, dessen Vater, ein sowjetischer Rotarmist, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg seine Mutter vergewaltigte. Die zweite Betroffene ist eine Frau, die aus einer Inzestvergewaltigung stammt.
Kirche+Leben-Artikel gibt Anstoß
Der Bezug zur Kirche+Leben-Redaktion ergibt sich durch Behlau selbst: Unter dem Pseudonym Johannes S. wandte er sich 2012 mit seiner Geschichte an Redakteurin Karin Weglage, die inzwischen im Ruhestand ist. Nach monatelanger Annäherung war es das erste Mal überhaupt, dass der damals 66-Jährige über seine Herkunft sprach – abgesehen von seiner Frau. Der Artikel erschien noch im selben Jahr im Kirche+Leben-Familienjournal.
2015 sprach Behlau erneut mit Kirche+Leben, als er gemeinsam mit weiteren sogenannten Kriegskindern ein Buch veröffentlichte, das die Lebensgeschichte von Kindern deutscher Müttern und sowjetischer Soldaten dokumentiert. Jahre später wurde die ZDF-Redaktion auf die Geschichte von Winfried Behlau aufmerksam und wandte sich unter anderem an Kirche+Leben.
ZDF „37 Grad“: Sendetermin noch offen
Um dem komplexen und sensiblen Thema ausreichend Raum zu geben, beschränke sich die Folge auf zwei Protagonisten, wie Antje Diller-Wolff gegenüber Kirche+Leben erklärt. Diller-Wolff ist freie Journalistin und Fernsehmoderatorin, die regelmäßig Beiträge für „37 Grad“ dreht.
Ein Ausstrahlungstermin stehe noch nicht fest, so Diller-Wolff. Geplant sei die Veröffentlichung der Reportage im Laufe des kommenden Jahres. Gedreht werde für die Folge außerdem in Berlin, Leipzig, Delmenhorst und Koblenz.
Sexualisierte Gewalt: Hilfe und Hinweise
Haben Sie sexualisierte Gewalt im Bistum Münster erlitten oder möchten Hinweise zu Fällen geben, können Sie sich an die Interventionsstelle oder die Unabhängigen Ansprechpersonen wenden: https://www.bistum-muenster.de/sexueller_missbrauch/
Haben Sie sexualisierte Gewalt erlitten und fühlen sich durch diesen Bericht aufgewühlt, können Sie sich an die Telefonseelsorge wenden – kostenfrei unter Tel. 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222, https://www.telefonseelsorge.de/
Haben Sie sexualisierte Gewalt außerhalb des Bistums Münster oder außerhalb der Kirche erlitten, können Sie hier Hilfe finden:
– Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung: https://www.hilfe-portal-missbrauch.de/
– NINA, Nationale Informations- und Beratungsstelle bei sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend: https://nina-info.de/
– Hilfe für Opfer von Kriminalität: https://weisser-ring.de/hilfe-fuer-opfer-0