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Die Reparatur von E-Autos ist kompliziert und teuer. Vielen Werkstätten fehlen die nötigen Schulungen für Hochvolt-Technik.
Die Zahl der Elektro- und Hybridautos auf deutschen Straßen steigt rasant. Rund 1,7 Millionen E-Autos und 3,6 Millionen Hybridfahrzeuge sind bereits unterwegs. Doch wenn es um Reparaturen geht, stehen viele Werkstätten vor einem großen Problem: Ihnen fehlt das nötige Know-how, um die komplexe Hochvolt-Technik sicher und effektiv zu warten.
Ein Parkplatz voller Neuwagen (Symbolbild) © IMAGO/Christoph Hardt
Die Hochvolt-Komponenten, die in Elektro- und Hybridfahrzeugen verbaut sind, erfordern spezielle Schulungen. Diese sind nicht nur zeitaufwendig, sondern auch teuer. Laut Experten sind Zertifizierungen der Stufen 3 und 4 notwendig, um an diesen Bauteilen arbeiten zu dürfen. Doch viele Mechaniker schrecken vor den hohen Kosten und der intensiven Ausbildung zurück.
E-Auto-Reperatur: fehlende Experten und hohe Kosten für Kunden
Ein Mechaniker erklärt der Deutschen Welle „Ich darf zwar routinemäßige Servicearbeiten durchführen, aber für Hochvolt-Reparaturen fehlt mir die Ausbildung.“ Die orange markierten Bauteile, die unter Hochspannung stehen, sind nicht nur technisch anspruchsvoll, sondern auch gefährlich. Ohne die richtige Schulung riskieren Mechaniker ihre Sicherheit. Automechaniker verrät sieben Warnsignale, bei denen Kunden die Werkstatt wechseln sollten.
Verhältnis von E-Autos zu Verbrennern in Deutschland
In Deutschland sind rund 1,7 Millionen E-Autos und 3,6 Millionen Hybridfahrzeuge zugelassen. Im Vergleich dazu dominieren Verbrenner mit über 30 Millionen Fahrzeugen weiterhin den Markt. Der Anteil von Elektro- und Hybridautos wächst jedoch stetig, getrieben durch staatliche Förderungen und strengere Klimaziele. Trotz des Booms bleibt die Infrastruktur für Reparaturen und Wartung hinter den Anforderungen zurück. Werkstätten kämpfen mit hohen Schulungskosten und fehlendem Know-how.
Für Autofahrer bedeutet das oft lange Wartezeiten und hohe Kosten. Ein Beispiel: Der Austausch einer defekten Antriebsbatterie kann schnell ein Drittel des Neupreises eines Fahrzeugs kosten. Viele Werkstätten setzen auf den kompletten Austausch von Bauteilen, anstatt einzelne Komponenten zu reparieren. Das führt nicht selten zu wirtschaftlichen Totalschäden.
Ein Berliner Werkstattbesitzer, der sich auf E-Autos spezialisiert hat, berichtet der Deutschen Welle: „Wir versuchen, defekte Batteriezellen zu identifizieren und gezielt auszutauschen. Das spart den Kunden viel Geld.“ Sein Team hat dafür eigene Diagnosegeräte entwickelt, da es auf dem Markt kaum passende Werkzeuge gibt.
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Fotostrecke ansehenEin lukratives Nischengeschäft
Trotz der Herausforderungen sehen einige Werkstätten in der Reparatur von E-Autos eine Chance. Die Werkstattkette Euromaster investiert jährlich hohe Summen, um ihre Mechaniker für Hochvolt-Technik auszubilden. „Die Kosten sind erheblich, aber wir machen unser Netzwerk Schritt für Schritt fit für die Zukunft“, so ein Sprecher.
Für spezialisierte Betriebe eröffnet sich ein lukrativer Markt, insbesondere wenn die Herstellergarantie abgelaufen ist. Doch bis die Mehrheit der Werkstätten auf E-Autos vorbereitet ist, bleibt die Reparatur ein teures und oft frustrierendes Unterfangen für viele Autofahrer. Werkstatt statt Straße: Diese Marken müssen besonders oft zur Reparatur