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Auf der A24/Blankenburg-Verbindung in Holland gibt es keine Mautstellen, daher tappen viele Urlauber in die Kostenfalle. © ANP/Imago, Daniele Giustolisi/RUHR24
An drei Stellen in den Niederlanden müssen Urlauber Maut bezahlen. An einer Autobahn bei Rotterdam ist Vorsicht geboten.
Dortmund – Der Urlaub ist vorbei und ein paar Tage später flattert plötzlich Post aus den Niederlanden ins Postfach? Wer einen Brief des „Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat“ im Briefkasten hat, ist erstmal stutzig. Was habe ich falsch gemacht? Im Falle einer Autobahn bei Rotterdam ist die Sache nicht ganz so einfach.
Post aus Holland: Vorsicht auf dieser Maut-Autobahn
Denn auf der A24, genauer gesagt auf der Blankenburg-Verbindung bei Rotterdam, gibt es keine klassischen Mautstellen. Wer hier in Richtung der beliebten niederländischen Strandbäder unterwegs ist, fährt einfach weiter – Schranken oder Kassenhäuschen sucht man vergeblich.
Stattdessen informieren Schilder entlang der teils mit Tunneln bestückten Strecke, dass eine Mautgebühr anfällt („Toll“) und diese innerhalb von drei Tagen, also 72 Stunden, online gezahlt werden muss. Wer diese Frist verpasst, erhält zunächst eine Zahlungserinnerung per Post. Darin ist der zu zahlende Betrag von 1,51 Euro pro Nutzung (Stand Oktober 2025) abgebildet.
Zahlungserinnerung aus Holland: A24 bei Rotterdam ist mautpflichtig
Obacht: Noch ist die Zahlungserinnerung kostenlos. Ab dem 7. Dezember 2025, so heißt es in dem Schreiben des niederländischen Infrastruktur-Ministeriums, müssen Autofahrer auch für die Zahlungserinnerung Kosten bezahlen – und zwar 9 Euro.
So sieht die Zahlungsaufforderung des „Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat“ aus (persönliche Daten sind unkenntlich gemacht). © Privat
In dem Schreiben wird man aufgefordert, die Maut nachträglich zu begleichen. Bleibt auch diese Aufforderung ohne Reaktion, landet schließlich Post vom „Centraal Justitieel Incassobureau“ (CJIB) im Briefkasten – diesmal in Form eines Bußgeldbescheids mit Kosten von 35 Euro.
Bußgeldbescheid aus Holland: So legt man Einspruch ein
Wer mit dem Bescheid nicht einverstanden ist, kann Einspruch erheben. Das geht online über das Portal des CJIB. Dort lassen sich auch weitere Informationen abrufen – etwa ein Foto, das die Mautfahrt dokumentiert (keine NRW-News mehr verpassen: jetzt RUHR24 bei Google folgen!).
Alternativ kann der Einspruch auch klassisch per Brief eingereicht werden. Er muss an folgende Adresse geschickt werden:
De Minister van Infrastructuur en Waterstaat
t.a.v. de afdeling JBZ van de RDW
Postbus 85
9640 AB Veendam
Niederlande
Einspruch gegen Holland-Bußgeldbescheid einlegen: Angaben sind wichtig
Damit der Einspruch überhaupt bearbeitet wird, müssen im Schreiben zwingend folgende Angaben und Unterlagen enthalten sein:
- Datum, Name, Anschrift und Unterschrift
- Das Aktenzeichen oder eine Kopie des Bescheids
- Eine Begründung, warum der Bescheid aus Ihrer Sicht nicht gerechtfertigt ist
- Belege, die den Einspruch stützen (z. B. Fotos, Briefe oder Notizen)
Maut in den Niederlanden: Zwei Tunnel sind gebührenpflichtig
Die A24 bei Rotterdam ist nicht die einzige mautpflichtige Straße in den Niederlanden. Auch im Westerscheldetunnel muss man Maut zahlen – allerdings ganz klassisch an Mauthäuschen. Der Tunnel verbindet Terneuzen in Zeeuwsch-Vlaanderen mit Goes in Zuid-Beveland und ist 6,6 Kilometer lang. Zeeland-Urlauber werden den Tunnel kennen.
Seit 2025 ist er für Autos, Wohnmobile, Wohnwagen und Motorräder mit einer Höhe unter 3 Metern mautfrei (Kategorien 1, 2 und 5). Fahrzeuge der Kategorien 3 und 4, die höher als 3 Meter sind, müssen weiterhin zahlen – ausgenommen sind allerdings Wohnmobile über 3 Meter Höhe, die ebenfalls gebührenfrei fahren.
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Niederlande: Westerscheldetunnel und Kiltunnel kosten Maut
Der Kiltunnel zwischen Dordrecht und der Hoeksche Waard misst 900 Meter und kostet für Motorräder sowie Fahrzeuge mit oder ohne Anhänger unter 2,30 Meter Höhe 2 Euro Maut. Für Fahrzeuge ab einer Höhe von 2,30 Metern beträgt die Gebühr sogar 5 Euro. Auch hier gibt es Maustellen.