Am 15. Oktober wird in Brüssel das traditionelle Herbsttreffen der NATO-Verteidigungsminister stattfinden. Zu diesem Anlass hat sich in der vergangenen Woche der zuständige Abteilungsleiter der ministeriellen Generaldirektion Internationale Beziehungen und Strategie (DGRIS), Kapitän zur See Antoine Frenais de Coutard, auf der allwöchentlichen Pressekonferenz in Paris zur Bedeutung des Bündnisses für Frankreich geäußert: „Die NATO ist heute für uns und unsere Verbündeten die einzige militärisch glaubwürdige und legitime Organisation, um den kollektiven Bedrohungen die Stirn zu bieten.“
Weil Frankreich „immer wusste, wie es seine einzigartige Stimme innerhalb der NATO zur Geltung bringt“, so Kapitän Frenais de Coutard, „machen seine Verpflichtungen und die Größe seiner Armee es zu einer Leuchtturmnation der Organisation in Europa. Es wird als ein verlässlicher Verbündeter angesehen, als ein solidarischer Verbündeter, der seine Verpflichtungen erfüllt.“ Knapp 800 französische Soldaten seien deshalb innerhalb der Bündnisorganisation abgeordnet.
Kapitän zur See Antoine Frenais de Coutard während seiner Pressekonferenz am 9. Oktober in Paris. [Foto: Ministère des Armées]Der Marineoffizier erwähnte in diesem Zusammenhang die französische Militärpräsenz in Rumänien im Rahmen der NATO-Operation „Adler“, wo mehr als 1.000 Soldaten präsent seien, oder die Beteiligung an den Seestreitkräften der Allianz im Baltikum. Außerdem verwies er auf den Umstand, dass Frankreich im kommenden Jahr die Führung des schnell verlegbaren NATO-Eingreifverbandes Allied Reaction Force (ARF) im Rahmen der Operation „Adler“ übernehmen werde.
Einen Schwerpunkt des französischen Engagements innerhalb der Atlantischen Allianz, so Kapitän Frenais de Coutard, stelle die Beibehaltung der Unterstützung der Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen die russische Aggression dar. Dazu zähle das Kommando NATO Security Assistance and Training for Ukraine (NSATU). Es koordiniert seit Juli 2024 von Wiesbaden aus Waffenlieferungen an die Ukraine und die Ausbildung von ukrainischen Soldaten. Des Weiteren wurde das Joint Analysis, Training and Education Centre (JATEC) im nordpolnischen Bydgoszcz erwähnt, in dem seit Februar dieses Jahres das Nordatlantische Bündnis und die Ukraine zivil und militärisch eng zusammenarbeiten.
Dr. Gerd Portugall
