Papst Franziskus ist an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Das gab der Vatikan am Montagabend bekannt. Der Schlaganfall habe zu einem Koma und einem „irreversiblen“ Ausfall des Herzens geführt, heißt es im vom Vatikan veröffentlichten Totenschein des Papstes. Das geistliche Oberhaupt der katholischen Kirche war am Montagmorgen im Alter von 88 Jahren gestorben.

Laut der offiziellen Bestätigung des Todes von Franziskus durch den Direktor des Gesundheitsamtes des Vatikanstaats, Professor Andrea Arcangeli, litt der Papst zuvor unter anderem an einer akuten Insuffizienz der Atmungsorgane bei beidseitiger Lungenentzündung sowie an Bluthochdruck und Diabetes Typ II.

Der Tod sei durch ein Todes-EKG (Elektrokardio-Thanatographie) festgestellt worden, hieß es weiter. „Ich erkläre, dass die Todesursachen nach meinem Wissen und Gewissen die oben angegebenen sind“, heißt es am Ende der Erklärung des Mediziners Arcangeli. Als Todesort wird in dem Dokument seine Wohnung im vatikanischen Gästehaus Santa Marta angegeben.

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Wegen einer Lungenentzündung hatte er im Frühjahr 38 Tage im Krankenhaus gelegen und war dort nach Angaben seiner Ärzte nur äußerst knapp dem Tod entgangen. Zuletzt hielt er sich wieder in seiner Residenz im Vatikan auf.

Der Vatikan hatte am Montagmorgen in einer Videobotschaft mitgeteilt, dass Franziskus um 7.35 Uhr gestorben sei. Der Argentinier stand seit zwölf Jahren an der Spitze der katholischen Kirche. An Ostersonntag hatte Franziskus noch den Segen Urbi et Orbi gespendet – sichtlich angeschlagen mit schwacher Stimme.

Vatikan veröffentlicht Testament

Unterdessen veröffentlichte der Vatikan am Montagabend das Testament von Papst Franziskus, etwa zwölf Stunden nach seinem Tod. Abgefasst hat es der Papst bereits am 29. Juni 2022. Kurz zuvor hatte er aus gesundheitlichen Gründen eine für Anfang Juli 2022 geplante Afrika-Reise verschieben müssen.

In dem Testament spricht der Papst davon, dass er das Ende seines irdischen Lebens nahen spüre und auf das Ewige Leben hoffe. Sodann regelt er den Ort seiner Beisetzung und schreibt: „Ich habe mein Leben und meinen Dienst als Priester und Bischof stets der Mutter unsres Herrn, der Allerheiligsten Maria anvertraut. Deshalb ordne ich an, dass meine sterblichen Überreste in der Papstbasilika Santa Maria Maggiore den Tag der Auferstehung erwarten.“

Für seine Grabstätte verfügt er: „Das Grab muss in der Erde sein; einfach und ohne besonderen Schmuck und mit der einzigen Inschrift: Franciscus.“ Weiter heißt es in dem kurzen Text: „Möge der Herr jenen die verdiente Entlohnung geben, die mir wohl wollten und weiter für mich beten werden. Das Leiden im letzten Abschnitt meines Lebens habe ich dem Herrn geopfert für den Frieden in der Welt und die Geschwisterlichkeit unter den Völkern.“ Das Testament ist unterzeichnet mit: „Santa Marta, 29 giugno 2022, FRANCESCO.“

Tausende Menschen beteten am Montagabend auf dem Petersplatz für den toten Papst. Der „Chef des Petersdoms“, Kardinal Mauro Gambetti, leitete das Rosenkranzgebet und gedachte zu Beginn des gestorbenen Pontifex. Er erinnerte an die häufig von Franziskus genutzte Aussage „Vergessen Sie nicht, für mich zu beten“ und rief zum gemeinsamen Gebet für den Pontifex auf.

„Im Glauben an den auferstandenen Christus, den wir an diesem heiligen Ostertag feiern, wissen wir, dass der Tod keine Tür ist, die sich schließt, sondern der Eingang zum himmlischen Jerusalem, wo die Klage in Tanz verwandelt wird und die Trauerkleidung in ein Gewand der Freude“, so Gambetti.

Er danke Gott für das Geschenk des Dienstes von Papst Franziskus. „Wir möchten ihn dem barmherzigen Vater anvertrauen, in Gemeinschaft mit Maria, Mutter der Kirche, der Königin des Himmels, und auf die Fürsprache des Apostels Petrus“, schloss der Kardinal.

Der Leichnam von Papst Franziskus sollte am Montagabend in der Kapelle seines letzten Wohnsitzes im Vatikan, der Casa Santa Marta, in einem Sarg aufgebahrt werden. Zuvor sollte der Kardinalkämmerer Kevin Farrell um 20.00 Uhr in einem Ritus noch einmal offiziell den Tod feststellen, wie der Vatikan mitteilte. An dem Ritus sollten zudem zahlreiche kirchliche Würdenträger teilnehmen.

Am Mittwoch könnte der Leichnam von Papst Franziskus dann zur Aufbahrung in den Petersdom überführt werden, wie es aus dem Vatikan hieß. Weitere Informationen würden am Dienstag bekanntgegeben.

„Der Bischof von Rom, Franziskus, ist in das Haus des Vaters zurückgekehrt“, sagte Kardinal Kevin Farrell am Montagmorgen in einer Liveübertragung aus der Kapelle des vatikanischen Gästehauses Santa Marta. „Sein ganzes Leben war dem Dienst des Herrn und seiner Kirche gewidmet. Er hat uns gelehrt, die Werte des Evangeliums mit Treue, Mut und universeller Liebe zu leben, insbesondere zugunsten der Ärmsten und Ausgegrenzten.“

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Papst Franziskus lag zuletzt lange im Krankenhaus

Franziskus war seit längerer Zeit angeschlagen: Im Sommer 2021 musste er sich am Darm operieren lassen. Zudem machte ihm ein Knieleiden zu schaffen, weshalb er bei öffentlichen Terminen meist im Rollstuhl saß. Im Frühjahr 2023 wurde er schon einmal wegen einer schweren Lungenentzündung im Krankenhaus behandelt. Einige Wochen später wurde er unter Vollnarkose am offenen Bauch operiert.

Papst Franziskus ist tot.

© dpa/Gregorio Borgia

Trotzdem meldete sich Franziskus bis zuletzt regelmäßig zu kirchlichen Fragen und auch zur Weltpolitik zu Wort. Im Herbst 2024 brachte er eines seiner großen Projekte zu Ende: die Weltsynode, eine Art globale Bestandsaufnahme der katholischen Kirche, an der erstmals auch Frauen beteiligt waren. Konkrete Reformen entstanden daraus aber nicht. Andere Vorhaben wie eine neue Verfassung für den Vatikan konnte er umsetzen. 

Franziskus war erster Papst aus Lateinamerika

Papst Franziskus, mit bürgerlichem Namen Jorge Mario Bergoglio, wurde im März 2013 zum Oberhaupt der katholischen Kirche ernannt. Damals wurde er nach dem überraschenden Rücktritt des deutschen Papstes Benedikt XVI. zum Nachfolger gewählt, als erster Nichteuropäer seit mehr als 1200 Jahren und erster Papst aus Lateinamerika. Lange Zeit hatte Franziskus im Vatikan den emeritierten Papst noch an seiner Seite: Benedikt XVI. – mit bürgerlichem Namen Joseph Ratzinger – starb 2022 mit 95 Jahren.

In seinem Pontifikat setze er Reformen in Gang, die die katholische Kirche weg vom Klerikalismus und hin zu den einfachen Menschen bringen sollten. Er setze sich auch für Geflüchtete, Klimaschutz und die Opfer von Krieg und Konflikten weltweit ein.

In seine Amtszeit fielen auch zahlreiche Skandale wegen sexuellen Missbrauchs in verschiedenen Bistümern rund um die Welt. Als Reaktion setzte der Papst Kommissionen zur Aufarbeitung und Vorbeugung ein. Franziskus war die gesamten Jahre über ein recht volksnaher Papst und großer Mahner. Er versuchte, durch Taten und Reden Schwache und Ausgestoßene in den Fokus zu rücken.

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Demnächst steht in der Sixtinischen Kapelle in Rom nun wieder ein Konklave an. Auf diese Weise bestimmt die katholische Kirche mit ihrer mehr als zwei Jahrtausende alten Geschichte den nächsten Papst. Wahlberechtigt sind Kardinäle aus aller Welt, solange sie das 80. Lebensjahr nicht vollendet haben. Franziskus’ Nachfolger wird der 267. Pontifex sein.

Zuvor gibt es nach katholischem Brauch eine neuntägige Trauerzeit, die sogenannte Novendiale. Zur Beisetzung werden Staatsgäste aus aller Welt erwartet. Die in Rom versammelten Kardinäle wollen am Dienstag über das Datum der Beerdigung des verstorbenen Papstes Franziskus entscheiden. Eine erste Sitzung ist für Dienstagmorgen geplant. Die Beisetzung müsste zwischen Freitag und Sonntag erfolgen. (dpa, epd, KNA, AFP)