Aktivisten auf der Tiburtius-Brücke neben dem Steglitzer Bierpinsel (Foto: rbb/Jürgen Kreller).

Stand: 18.10.2025 16:00 Uhr

Die Polizei prüft zurzeit, ob Aktivisten in den sogenannten Bierpinsel an der Schloßstraße in Berlin-Steglitz eingedrungen sind.

Wie ein Polizeisprecher dem rbb am Samstagnachmittag sagte, hätten sich vor dem Gebäude etwa 40 Menschen versammelt. Diese würden Flugblätter verteilen und hätten Plakate aufgehängt. Möglicherweise seien auch Menschen in dem Gebäude, das müsse aber noch geklärt werden, so der Sprecher.

Auf Fotos eines rbb-Reporters sind Banner an den Fenstern des Turms zu erkennen; auf einem Banner ist „Feuer und Flamme den Repressionsbehörden“ zu lesen, an einem weiteren Fenster hängt eine Palästina-Fahne.

Die Baustelle "Steglitzer Kreisel" in der Berliner Schloßstraße. (Bild: IMAGO / Joko)

Eine Rollerdisco für die Skandal-Immobilie

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Protest für gemeinschaftliche Räume im Kiez

Die Aktivisten möchten nach eigenen Angaben gegen den Leerstand des Gebäudes protestieren. In einem Flugblatt, das dem rbb vorliegt, heißt es: „Der Bierpinsel ist besetzt und wir fordern, dass er gemeinschaftlich genutzt werden kann.“

Mit der Aktion wolle man ein Zeichen gegen Gentrifizierung und gegen Kürzungen sozialer Projekte durch den Senat setzen. Es würden „unkommerzielle Treffpunkte für den Kiez“ und bezahlbarer Wohnraum für alle benötigt und nicht noch mehr Büroräume.

Der Bierpinsel ist ein rundlicher, fast 50 Meter Turm auf einer Art Stelze, der derzeit nicht genutzt wird. Er steht seit mehreren Jahren leer. 2021 hatte ein Investor das 1976 fertiggestellte Gebäude gekauft und plant dort nach Medienberichten einen Gastronomiebetrieb sowie Büros. Bislang ist aber noch nichts passiert.

Der Steglitzer Bierpinsel im Juli 2025

Sendung: rbb24 Inforadio, 18.10.2025, 15:30 Uhr

Rundfunk Berlin-Brandenburg