Radfahrer und Fußgänger nehmen am 18.10.2025 an einer Demonstration auf der Bundesautobahn A100 unter dem Motto "Autobahn für alle" teil (Quelle: dpa / Jörg Carstensen).

Stand: 18.10.2025 17:15 Uhr

Mehrere hundert Menschen haben am Samstag in Berlin gegen den weiteren Ausbau der Stadtautobahn A100 demonstriert. Wie ein Polizeisprecher der rbb am Samstagnachmittag sagte, beteiligten sich etwa 500 Menschen an der Demonstration. Die Veranstalter sprachen von einer Teilnehmerzahl im vierstelligen Bereich. Sie waren dabei auf Fahrrädern oder zu Fuß unterwegs.
 
Die Teilnehmer protestierten gegen die Pläne für einen 17. Bauabschnitt der Autobahn vom Treptower Park zur Storkower Straße. Neben dem sofortigen Stopp des weiteren A100-Ausbaus forderten die Demonstranten eine klimagerechte Mobilitätswende, ein Moratorium für den Neubau von Autobahnen und Fernstraße oder auch, den zuletzt fertiggestellten 16. Bauabschnitt nicht mehr als Autobahn zu benutzen.

Eine Drohne fängt am 2. November 2024 einen Blick auf den Markgrafendamm in Berlin ein. Die Verlängerung der Autobahn A100 soll durch das Gebiet führen und Treptow mit dem Ostkreuz verbinden und nach einem Tunnel bis zur Storkower Straße weiterführen. (Quelle: picture alliance/NurPhoto/Emmanuele Contini)

A100-Verlängerung bis Storkower Straße: Baustart nicht in diesem Jahrzehnt

Die geplante Verlängerung der Berliner Stadtautobahn A100 verliert laut einem Papier der Autobahn GmbH an Priorität. Wann der Bau beginnen könnte, ist ungewiss. Hintergrund ist der Spardruck des Bundes.mehr

Start an drei Punkten in Mitte, Tempelhof und Alt-Treptow

Zu der Demo aufgerufen hatte das Bündnis „A100 wegbassen“ aus mehreren Verbänden und Initiativen. Beteiligt waren unter anderem der Verein Changing Cities, der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) Berlin, Fridays for Future Berlin und die Clubcommission Berlin, die negative Auswirkungen auch auf die Clubszene befürchtet.
 
Die Demonstration zog von drei Startpunkten am Invalidenpark in Mitte, am S-Bahnhof Tempelhof und Schmollerplatz in Alt-Treptow zunächst zur Hatun-Sürücü-Brücke in Neukölln. Von dort aus ging es über die für die Demonstration abgesperrte A100 zur Abfahrt Treptower Park, wo eine Abschlusskundgebung mit Konzert und DJs geplant war.

Die Baustelle der Elsenbrücke in Berlin von der Seite Treptow aus gesehen, am 30.09.2025. Die marode Brücke musste abgerissen und muss nun komplett neu gebaut werden. Die Arbeiten verzögern sich allerdings immer wieder (Quelle: rbb / Schneider).

Bauarbeiten an Berliner Elsenbrücke dauern länger als geplant

Eine Engstelle war die Elsenbrücken-Baustelle schon vor der Eröffnung des neuen A100-Abschnitts – seitdem haben sich die Stauprobleme noch vergrößert. Das wird noch mindestens vier weitere Monate so bleiben, bestätigte der Senat am Dienstag.mehr

A100-Eröffnung bedeutete zusätzlichen Verkehr für Staustelle Elsenbrücke

Der 16. Bauabschnitt der A100 ist erst Ende August eröffnet worden. Er führt vom Dreieck Neukölln bis zur Anschlussstelle Treptow. Schon dagegen gab es viel Protest, auch weil es nach der Eröffnung rund um die Auffahrt in Treptow immer wieder zu Staus, dichtem Verkehr und unübersichtlichen Situationen gekommen ist.
 
Ein Problem ist, dass der Richtung Friedrichshain fließende Verkehr auf der Elsenbrücke die Spree überquert, die wegen Bauarbeiten noch jahrelang nur eingeschränkt genutzt werden kann. Kritiker äußern allerdings die Befürchtung, dass unabhängig davon ein Autobahnausbau zu noch mehr Verkehr führen wird.

Sendung: rbb24 Inforadio, 18.10.2025, 17 Uhr

Rundfunk Berlin-Brandenburg