Auf der Südkurve in der Allianz Arena: Ein Spruchband gegen Jerome Boateng

Stand: 18.10.2025 22:07 Uhr

Anhänger des FC Bayern haben sich beim 2:1 (1:0)-Sieg des Klubs im Topspiel gegen Borussia Dortmund mit unmissverständlichen Parolen gegen eine mögliche Rückkehr von Jerome Boateng ausgesprochen.

Trainer Vincent Kompany hatte dem Weltmeister von 2014 Ende September angeboten, bei den Münchnern zu hospitieren. Boateng will offenbart Trainer werden. Die B-Lizenz habe er bereits absolviert, die A-Lizenz und der Fußball-Lehrer sollen folgen.

Anlass der Proteste der Bayern-Anhänger ist ein aktuelles Urteil des Landgerichts München I vom Juli 2024. Boateng war dabei wegen vorsätzlicher einfacher Körperverletzung an seiner Ex-Freundin für schuldig befunden. Als vorbestraft gilt er gesetzlich aber nicht. Er selbst hat die Vorwürfe stets bestritten.

Auf Bannern war zu lesen: „Keine Bühne für Täter“

Auf Bannern, die die Fans beim Sieg gegen den BVB zu Beginn der zweiten Halbzeit entrollten, hatten die Fans unter anderem geschrieben: „Wer dem Täter Raum gibt, trägt seine Schuld mit“, oder „Keine Bühne für Täter“.

Auf der Südkurve in der Allianz Arena: Spruchbänder gegen Jerome Boateng

Boateng hatte zu Beginn der Woche berichtet, er habe schon mit Kompany gesprochen. „Ich kann bei Bayern hospitieren und darauf freue ich mich sehr. Wir müssen nur noch den richtigen Zeitpunkt finden“, sagte er der „Bild“. Für den deutschen Rekordmeister spielte der 37-Jährige von 2011 bis 2021. Bis Sommer stand er beim Linzer ASK unter Vertrag.

Sportvorstand Eberl: „Geht um keine Anstellung“

Gegenüber der „Bild“ teilte ein Sprecher des FC Bayern am Freitag (17.10.2025) mit: „Jerome hat den Trainer gefragt, ob er an ein paar Tagen die Trainingseinheiten bei uns beobachten kann. Das ist keine Anstellung. Wenn der Trainer ihm das in Aussicht stellt und es terminlich passt, haben wir nichts dagegen.“ Eine Anfrage der Sportschau hatte der Klub nicht beantwortet.

Dafür sprach nach dem Sieg gegen den BVB Sportvorstand Max Eberl über Boateng und dessen mögliche Rückkehr nach München. „Es geht um keine Anstellung, nicht um eine feste Position beim FC Bayern“, stelle Eberl klar. „Es geht darum, bei Trainingseinheiten zuzuschauen und zu entscheiden, ob das in Zukunft für ihn ein Weg sein kann.“ Angesprochen auf die Proteste der Fans sagte Eberl, er wolle sich „in der Tiefe gar nicht dazu äußern“.