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Die US-Marines feiern ihr 250. Jubiläum und feuern dafür wohl Raketen über eine Autobahn in Kalifornien. Der kalifornische Gouverneur ist außer sich.
Camp Pendleton/Sacramento – Die US-Marines wollen wohl zur Feier ihres 250. Jubiläums Artilleriegeschütze über die meistbefahrene Autobahn Kaliforniens schießen. Bei der Feier soll auch Vizepräsident J.D. Vance und Verteidigungsminister Pete Hegseth zu Gast sein. Der demokratische Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, wirft der Regierung von Donald Trump verantwortungsloses Vorgehen vor und schloss den betreffenden Autobahnabschnitt am Samstag für den Verkehr.
Gavin Newsom wehrte sich im Sommer gegen Donald Trumps Einsatz der Nationalgarde © picture alliance/Mark Schiefelbein
Die Feierlichkeiten der US-Marine sollen zwischen Freitag, 17. Oktober und Samstag, 18. Oktober (Ortszeit) auf Camp Pendleton stattfinden, einem Stützpunkt der US-Marine. Die US-Marine sind Teilstreitkräfte der US-Navy, also der Seestreitkräfte des US-Militärs. Die Marines dienen dabei als Elite-Streitkräfte für schnelle Einsätze an Land und sollten nicht mit der deutschen Marine verwechselt werden.
Newsom wirft Trump-Regierung „Eitelkeitsparade“ vor
Im Vorfeld gab es unterschiedliche Angaben zu den Feierlichkeiten. Zunächst schien es so, als würde das Militär die Autobahn Interstate 5 für die Artilleriedemonstration sperren. Gavin Newsom kommentierte diese Pläne auf Social Media und nannte das Event am Mittwoch (15. Oktober) eine „Eitelkeitsparade“. Darüber berichtete die Washington Post. „Donald Trump und J.D. Vance glauben, dass man das Militär respektiert, indem man die Interstate 5 sperrt, um Raketen von Schiffen aus abzufeuern“, schrieb er auf Social Media.
Am Donnerstag, 16. Oktober, veröffentlichte die US-Marine dann eine Pressemitteilung zu den Jubiläumsveranstaltungen, in der es hieß, dass „keine öffentlichen Straßen oder Transportwege gesperrt werden“ und dass „alle Trainingsveranstaltungen auf genehmigten Trainingsgeländen stattfinden und den festgelegten Sicherheitsprotokollen entsprechen werden“.
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Am Freitag schoss die US-Marine dann nach Angaben der New York Times Testgeschütze über die Autobahn ab, gleichzeitig erhielt die Regierung von Kalifornien die Mitteilung, entlang der Autobahn Schilder mit der Aufschrift „Overhead fire in progress” (Laufendes Feuer über Kopf) anzubringen. Nach Angaben von Newsoms Büro erkundigte sich die kalifornische Administration daraufhin erneut nach den genauen Plänen. Daraufhin teilten die Veranstalter wohl mit, dass die Geschütze um 13.30 Uhr abgefeuert werden würden.
Als Reaktion gab der kalifornische Gouverneur Newsom dann Samstagfrüh (18. Oktober) bekannt, dass der betroffene Autobahnabschnitt von Mittag bis 15:00 Uhr gesperrt sei. Das entspricht etwa der Zeit von 22:00 Uhr bis 24:00 Uhr in Deutschland. „Das ist eine zutiefst absurde Machtdemonstration, die die Kalifornier direkt in Gefahr bringen könnte“, sagte Newsom in einer Erklärung gegenüber der New York Times.
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Die US-Marine und der Sprecher von Vizepräsident J.D. Vance sehen die Situation gelassener. Sie sprechen von einer „Routineübung“, die kein Sicherheitsrisiko für die Bevölkerung darstelle. Newsom kritisierte die undurchsichtige Kommunikation von Seiten der Veranstalter, insbesondere der Trump-Regierung, im Vorfeld der Feierlichkeiten.
Gleichzeitig zu der Waffenübung über der Autobahn finden an vielen Orten in Kalifornien „No Kings“ Proteste gegen Donald Trump statt. „Unser Militär einzusetzen, um Menschen einzuschüchtern, mit denen man nicht einer Meinung ist, ist keine Stärke – es ist rücksichtslos, respektlos und unter der Würde des Präsidentenamtes“, sagte Newsom bei der New York Times.
Gouverneur Newsom gilt als demokratischer Präsidentschaftskandidat für die US-Wahl 2028 und hat sich bereits im Sommer mit Donald Trump angelegt, als dieser die Nationalgarde nach Los Angeles schickte. Eigentlich braucht der Einsatz der Nationalgarde die Zustimmung des Gouverneurs. Quellen: New York Times, Washington Post, Gavin Newsom (cdz)