
Im Louvre-Museum kam es am Sonntag zu einem Einbruch.Bild: keystone
19.10.2025, 11:4119.10.2025, 15:20
Was ist passiert?
Auf das berühmte Pariser Museum Louvre ist am Morgen bei der Öffnung ein Einbruch verübt worden. Es habe keine Verletzten gegeben und die Polizei sei im Einsatz, teilte Frankreichs Kulturministerin Rachida Dati mit. Weitere Angaben machte sie zunächst nicht.
Un braquage a eu lieu ce matin à l’ouverture du @MuseeLouvre. Pas de blessés à déplorer. Je suis sur place aux cotés des équipes du musée et de la police. Constatations en cours.
— Rachida Dati ن (@datirachida) October 19, 2025
Das Museum bleibt heute nach eigenen Angaben aus «aussergewöhnlichen Gründen» geschlossen. Die Besucherinnen und Besucher vom Sonntag wurden evakuiert gemäss den Behörden in erster Linie, um eine erfolgreiche Spurensicherung zu gewährleisten.
Der Louvre musste am Sonntag evakuiert werden:
❗️There are reports of a robbery in the Louvre.
The museum is closed at the moment.
Friends from France, what is the situation? Thank you! pic.twitter.com/ZdFvzmITQj
— Anton Gerashchenko (@Gerashchenko_en) October 19, 2025
Was wurde gestohlen?
Offizielle Angaben gibt es dazu bislang nicht – Innen- und das Kulturministerium sprechen schlicht von Schmuckstücken und Juwelen, die über ihren Marktwert hinaus «einen unschätzbaren kulturellen und historischen Wert» haben.
Diebstahl oder Raubüberfall?
Die französischen Behörden sprachen beim Vorfall im Louvre zunächst von einem Raubüberfall. Später korrigierte Kulturministerin Rachida Dati, dass es sich um einen Einbruchsdiebstahl handle. So gab es beim Vorfall nicht nur keine Verletzten, es wurde auch zu keinem Zeitpunkt Gewalt angedroht. (dab)
In den französischen Medien gibt es hingegen bereits erste Details. Wie die Zeitung Le Parisien unter Verweis auf die Ermittler berichtete, sollen die Diebe neun Stücke aus der Schmucksammlung Napoleons und der Kaiserin erbeutet haben, darunter eine Halskette, eine Brosche und eine Krone. Die Krone der Kaiserin Eugenie wurde offenbar bereits gefunden – zerbrochen vor dem Museum.

Diverse Schmuckstücke aus der Galerie d’Apollon wurden entwendet. (Archivbild)Bild: keystone
Wie gelangten die Täter in den Louvre?
Nach ersten Erkenntnissen waren die vollständig vermummten Täter über an der zur Seine gelegenen Gebäudeseite, wo gerade Bauarbeiten stattfinden, gegen 9.30 Uhr in das Museum eingedrungen. Sie sollen dem Bericht zufolge einen Lastenaufzug benutzt haben, um direkt in den gewünschten Ausstellungsraum in der Galerie d’Apollon zu gelangen.

Über diesen Lastenaufzug sollen die Täter in den Louvre gelangt sein.Bild: keystone
Wie der Sender Europe 1 berichtete, soll es sich um zwei bis vier Täter gehandelt haben, die mit einem Motorroller in der Nähe des Louvre geparkt haben. Sie sollen die Fenster mit kleinen Kettensägen aufgebrochen haben und sich so Zugang zum Louvre verschafft haben.
Im Inneren des Museums entwendeten die Täter gemäss Behördenangaben Schmuckstücke aus Vitrinen und flohen in der Folge auf Zweirädern. Laut Kulturministerin Dati dauerte der Beutezug lediglich vier Minuten. «Das sind Profis», sagte die Ministerin dem Sender TF1. Sie habe Aufnahmen der Videoüberwachung gesehen. «Sie greifen niemanden an, sie gehen ganz ruhig hinein. In vier Minuten zerstören sie natürlich Vitrinen, nehmen ihre Beute und verschwinden ohne jegliche Gewaltanwendung.»
Die Ermittlungen haben laut den Behörden begonnen und eine genaue Liste der gestohlenen Gegenstände wird derzeit erstellt. Es würden sämtliche Mittel eingesetzt, um die Beute wiederzufinden. Kulturministerin Rachida Dati und der neue Innenminister Laurent Nuñez, der bis vor wenigen Tagen noch Pariser Polizeichef war, befanden sich bei den Ermittlern im Museum.

Der Louvre gehört zu den begehrtesten Tourismuszielen in Paris.Bild: keystone
Warum sorgt der Fall weltweit für Schlagzeilen?
Der Louvre ist das meistbesuchte Museum der Welt. Im Jahr 2024 besuchten knapp 9 Millionen Besucher die Kunsteinrichtung. Die Sammlung des Museums umfasst über 35’000 Kunstwerke. Allein im Saal mit Leonardo da Vincis weltberühmter Mona Lisa drängen sich täglich rund 20’000 Besucher. Um den Besucherstrom zu bewältigen, gibt es strenge Zugangsbeschränkungen mit vorgeschriebenen Besucherrouten und Zick-Zack-Absperrungen vor den populärsten Exponaten. (dab/sda/dpa/dab)