Demo am Brandenburger Tor in Berlin (Quelle: rbb/Linh Tran)

Stand: 19.10.2025 22:12 Uhr

Unter dem Motto „Wir sind das Stadtbild!“ hat es am Sonntagnachmittag in Berlin und Potsdam Protestveranstaltungen gegeben. Sie richteten sich gegen Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

Auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin versammelten sich am späten Nachmittag Menschen zu einer Kundgebung mit dem Titel „Brandmauer hoch! Wir sind das Stadtbild“, wie ein Polizeisprecher dem rbb sagte. Die Organisatoren gaben die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit etwa 5.000 an. Die Polizei schätzte sie auf bis zu 1.800. Zu Zwischenfällen sei nicht gekommen, hieß es aus dem Lagezentrum der Polizei nach dem Ende der Veranstaltung.
 
Zu der Demo aufgerufen hatten die Initiativen „Hand in Hand“ und „Eltern gegen rechts“. Auf Plakaten waren Losungen wie „Angst frisst Demokratie“, „Menschenrechte statt rechte Menschen“ und „Wir halten mit Liebe dagegen“ zu lesen.

Bundeskanzler Friedrich Merz (l, CDU) und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) geben ein gemeinsames Statement in der Staatskanzlei des Landes Brandenburg am 14.10.2025. (Quelle: picture alliance/dpa/Britta Pedersen)

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Protest auch in Potsdam

In Potsdam hatten sich am Sonntagnachmittag nach rbb-Informationen rund 150 Menschen im Schlosspark Sanssouci versammelt. Zu Beginn wurde die Zahl noch auf 50 Menschen geschätzt. Sie waren einem anonymen Internet-Aufruf gefolgt. Dieser hatte unter dem Motto „Wir sind das Stadtbild!“ dazu aufgefordert, ein Gruppenfoto „für Vielfalt und Demokratie“ vor dem Schloss zu machen.

Auf einer Pressekonferenz in Potsdam hatte Bundeskanzler Merz am 14. Oktober gesagt: „Bei der Migration sind wir sehr weit (…). Wir haben die Zahlen um 60 Prozent nach unten gebracht. Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen.“
 
Kritiker warfen Merz daraufhin vor, Menschen mit Migrationsgeschichte pauschal als Problem darzustellen. Die Bundesregierung wies den Vorwurf zurück. Auch an dem Brandenburger Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) hatte es Kritik gegeben; er war bei der Pressekonferenz ebenfalls anwesend.

Sendung: rbb24 Abendschau, 19.10.2025, 19:30 Uhr

Rundfunk Berlin-Brandenburg