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Verschiedene Wurst- und Fleischwaren im AushangEin Lebensmittelunternehmer muss den Verkauf von Wurst stoppen. Es kommt zum Rückruf. © Travel-Stock-Image/Imago

Acht Bundesländer sind von einem Rückruf betroffen. Erneut geht es um Wurst-Produkte. RUHR24 hat die Details zu der Warnung.

München – Ein Wursthersteller hat die Notbremse gezogen. Er warnt vor vier verschiedenen Wurstsorten der Marke Maison Fulchiron. Das Problem: In den Produkten wurden gefährliche Listerien nachgewiesen, die zu schweren Erkrankungen führen können. 

Nächster Wurst-Rückruf: Finger weg von diesen 4 Sorten

Anfang Oktober kam es bereits zu mehreren Wurst-Rückrufen: Unter anderem mussten Rewe, Edeka und Metro Wurst aus dem Verkauf nehmen. Nun hat die Firma Patrimoniam – Maison Fulchiron eine aktuelle Warnung ausgesprochen.

Sie ruft vorsorglich vier Wurstspezialitäten zurück, weil bei Kontrollen das Bakterium Listeria monocytogenes gefunden wurde. In Deutschland wurden die Produkte von der Würth Biokäse und Feinkost GmbH sowie über unabhängige Feinkosthändler vertrieben. Der Verkauf lief vom 14. August bis zum 7. Oktober 2025.

Diese Wurstprodukte sind von dem Lebensmittelrückruf betroffen und sollten auf keinen Fall mehr verzehrt werden:

  1. Produktbezeichnung: Saucisson de Lyon

    Marke: Maison Fulchiron

    Chargen: 00512225-1, 01017025-1

    Mindesthaltbarkeitsdatum: 14.10.2025 und 11.11.2025
  2. Produktbezeichnung: Saucisson au Vin du Beaujolais

    Marke: Maison Fulchiron

    Chargen: 00614225-1, 01116325-1

    Mindesthaltbarkeitsdatum: 14.10.2025 und 11.11.2025
  3. Produktbezeichnung: Ficelle au Vin du Beaujolais

    Marke: Maison Fulchiron

    Chargen: 00515025-1, 01021225-1

    Mindesthaltbarkeitsdatum: 14.10.2025 und 11.11.2025
  4. Produktbezeichnung: Ficelle Epicée

    Marke: Maison Fulchiron

    Chargen: 01121125-1, 00617025-1

    Mindesthaltbarkeitsdatum: 14.10.2025 und 11.11.2025

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Alle Produkte haben das Gesundheitskennzeichen: FR.69.286.001 CE. Die Würth Biokäse und Feinkost GmbH gibtan, dass die Wurst in Papierbanderole, lose oder vakuumverpackt verkauft wurde. Die Rückrufaktion endet am Freitag (31. Oktober).

Acht Bundesländer sind betroffen: Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt. Die Wurstprodukte gelangten auch in die Niederlande und nach Österreich – teils über die Würth Biokäse und Feinkost GmbH, teils über unabhängige Feinkosthändler, die bislang nicht namentlich bekannt sind.

Wurst „nicht verzehren“: Bundesamt warnt eindringlich

Was sollten Wurst-Fans jetzt tun? Die Message des Lebensmittelhändlers ist eindeutig: „Nicht verzehren“ heißt es in der Mitteilung der Würth Biokäse und Feinkost GmbH von Freitag (10. Oktober). Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ergänzt den Aufruf mit dem Hinweis, dass die Wurst entweder in den entsprechenden Filialen zurückgegeben oder direkt entsorgt werden sollte.

Aber was genau ist das Problem mit den vier Wurst-Spezialitäten? Sie könnten mit Listeria Monocytogenes verunreinigt sein. Bakterien, die die Krankheit Listeriose verursachen. Wer wissen möchte, welche Lebensmittel und Produkte darüber hinaus zurückgerufen werden, findet hier eine aktuelle Liste.

Wie gelangen Listerien in Lebensmittel?

Listerien sind überall in der Umwelt zu finden – im Erdboden, in Abwässern, auf Pflanzen und im Verdauungstrakt von Tieren. Deshalb können sowohl tierische als auch pflanzliche Lebensmittel bei der Produktion mit den Bakterien in Kontakt kommen. Rohmilch kann schon beim Melken verunreinigt werden, Fleisch beim Schlachten und Gemüse durch organischen Dünger wie Jauche oder Mist.​

Sehr häufig gelangen die Bakterien aber auch während der Verarbeitung durch mangelnde Hygiene in Lebensmittel. Besonders problematisch sind sogenannte verzehrfertige Produkte, die nach der Herstellung nicht mehr erhitzt werden – also zum Beispiel Wurst, Räucherfisch oder Käse. Listerien sind extrem widerstandsfähig und können sich sogar im Kühlschrank bei Temperaturen zwischen minus 2 und plus 45 Grad vermehren. Auch hohe Salzkonzentrationen von bis zu 10 Prozent machen ihnen nichts aus.

Quelle: Gesund.bund.de und Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

Wurst mit krankmachenden Bakterien verunreinigt – diese Symptome sind möglich

Wie heftig eine Listeriose verläuft, hängt stark vom Gesundheitszustand ab – das zeigen Informationen vom BfR. Bei gesunden Erwachsenen mit einem intakten Immunsystem merken viele überhaupt nichts von der Infektion oder haben höchstens kurzzeitig Durchfall und Fieber.

Ganz anders bei Risikogruppen: Hier können die Symptome von grippeähnlichen Beschwerden mit Fieber und Muskelschmerzen bis hin zu lebensbedrohlichen Komplikationen reichen.

Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, älteren Personen oder Neugeborenen kann es zu einer Blutvergiftung oder einer eitrigen Hirnhautentzündung kommen – mit einem hohen Anteil an tödlichen Verläufen. Die Zeit zwischen Ansteckung und ersten Krankheitszeichen schwankt zwischen wenigen Stunden und 14 Tagen, bei Schwangeren kann es sogar noch länger dauern.​

Rückruf wegen Listerien in Wurst-Produkten: Das steckt hinter der Krankheit

Mit durchschnittlich 200 bis knapp 800 Erkrankungen pro Jahr in Deutschland gehört die Listeriose zu den selteneren Lebensmittelinfektionen, wie das staatliche Gesundheitsportal gesund.bund.de erklärt. Jede zehnte erkrankte Person ist entweder schwanger oder ein Neugeborenes.

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Ansonsten trifft es vor allem Menschen über 50 Jahre und solche mit bestimmten Vorerkrankungen – Männer erkranken dabei häufiger als Frauen. Was die Listeriose so gefährlich macht: Sie ist zwar selten, aber für Betroffene mit einem vergleichsweise schweren gesundheitlichen Schaden verbunden.

Wird eine Listeriose nachgewiesen oder besteht ein Verdacht, setzen Ärzte laut der Apotheken-Umschau auf Antibiotika, die gezielt gegen Listerien wirken. Die Behandlung muss schnell erfolgen, um schwere Komplikationen zu verhindern. Bei lebensgefährlichen Verläufen wie einer Blutvergiftung oder Hirnhautentzündung werden die Patienten im Krankenhaus oft mit einer Kombination aus mehreren Antibiotika behandelt – die Therapie dauert dann üblicherweise mehrere Wochen.