"Wir sind die Töchter"-Demo am Konrad-Adenauer-Haus. (Quelle: Norbert Siegmund/rbb)

Stand: 21.10.2025 18:52 Uhr

Mit einer Kundgebung unter dem Motto „Wir sind die Töchter“ haben am Dienstagabend nach rbb-Informationen rund 1.000 Menschen vor der CDU-Parteizentrale in Berlin demonstriert. Sie forderten Zusammenhalt, Vielfalt und Demokratie.

Demo am Brandenburger Tor in Berlin (Quelle: rbb/Linh Tran)

Proteste gegen Merz‘ „Stadtbild“-Äußerungen in Berlin und Potsdam

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Merz: „Habe nichts zurückzunehmen“

Anlass des Protestes sind Äußerungen von CDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz. Der hatte Anfang vergangener Woche zunächst gesagt, dass die Bundesregierung frühere Versäumnisse in der Migrationspolitik korrigiere und Fortschritte mache. Er fügte an: „Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem, und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen.“
 
Der Soziologe Daniel Kubiak von der Humboldt-Universität nannte die Aussage rassistisch und sieht historische Parallelen zur Nazi-Zeit.

Archivbild: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht bei einem Kongress. (Quelle: dpa/Matthey)

„Ich habe das Gefühl, dass bewusst versucht wird, verbal nach rechts zu laufen“

Die Aussagen von Bundeskanzler Merz über ein „Problem“ im Stadtbild in Bezug auf Migration sind aus Sicht von Soziologe Daniel Kubiak rassistisch – und haben historische Parallelen in der Nazi-Zeit.mehr

Schon am Sonntag Demonstrationen

Am Montag bekräftigte Merz seine Aussagen: „Ich habe gar nichts zurückzunehmen“, sagte er in einer Pressekonferenz. „Fragen Sie mal Ihre Töchter, was ich damit gemeint haben könnte – ich vermute, Sie kriegen eine ziemlich klare und deutliche Antwort.“
 
Bereits am Sonntagabend hatte es in Berlin und Potsdam Kundgebungen unter dem Motto „Brandmauer hoch! Wir sind das Stadtbild“ gegeben. Dabei demonstrierten Hunderte Menschen für Vielfalt und gegen Rassismus.

Sendung: rbb24 Abendschau, 21.10.2025, 19:30 Uhr

Rundfunk Berlin-Brandenburg