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Der Lichtspezialist Osram plant, sein Werk in Schwabmünchen zu schließen. Bis Ende 2027 soll Schluss sein. Von der IG Metall gibt es viel Gegenwind.

Schwabmünchen – Bayern droht einen weiteren Industriestandort zu verlieren. Der Lichtspezialist ams Osram wird sein Werk in Schwabmünchen bis spätestens Ende 2027 schließen. Das berichtet der BR und beruft sich auf eine Mitteilung des Unternehmens. Betroffen von der anstehenden Werksschließung sind demnach 270 Mitarbeiter. Diese wurden am Mittwoch über die Entscheidung informiert. Die Bereiche Forschung, Entwicklung und Produktion von LED-Leuchtmitteln sollen künftig am Standort Regensburg gebündelt werden.

OsramDer Lichtspezialist Osram will sein Werk in Augsburg bis Ende 2027 schließen. (Symbolbild) © IMAGO/Ardan FuessmannOsram schließt Werk in Schwabmünchen bis 2027 – Firma nennt die Gründe

Als Gründe für die Werksschließung in Landkreis Augsburg nannte die Geschäftsführung einen anhaltenden Rückgang der Aufträge, zunehmenden Kostendruck durch asiatische Wettbewerber sowie das Scheitern eines möglichen Verkaufs. Den Ausführungen von Geschäftsführer Rainer Barthel zufolge war der Verkauf an einen Drittanbieter bereits weit fortgeschritten, scheiterte jedoch „kurz vor Vertragsunterschrift“, heißt es im BR-Bericht weiter. Eine tragfähige Perspektive für den Standort habe sich auch mit dem Versuch, durch neue Produkte und Geschäft mit externen Kunden zusätzliche Einnahmen zu erzielen, nicht ergeben.

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Das Werk in Schwabmünchen gehört zur Osram GmbH. Diese ist innerhalb der ams Osram Gruppe für das traditionelle Lichtgeschäft zuständig. Der betroffene Bereich der LED-Leuchtstofffertigung soll in Regensburg weitergeführt und im Anschluss dort ausgebaut werden.

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Perspektiven für Job in Regensburg vor allem für eine Mitarbeitergruppe

Chancen auf einen Wechsel nach Regensburg und somit eine Sicherung des Arbeitsplatzes gebe es laut Osram vor allem für Mitarbeiter aus dem Bereich der Leuchtstofffertigung. Die rund eineinhalbstündige Informationsveranstaltung sei sehr emotional verlaufen, erklärte Geschäftsführer Rainer Barthel gegenüber dem BR.

Gesetzlich vorgesehene Konsultationsverfahren seien eingeleitet worden. Anfang November sollen dann die Verhandlungen mit den Betriebsräten und der IG Metall über einen Sozialplan für die Betroffenen starten. Angaben zu möglichen Konditionen machte die Geschäftsführung laut BR zunächst nicht.

IG Metall übt deutliche Kritik: Harter Schlag ins Gesicht der Mitarbeiter

Vonseiten der IG Metall gab es an Werksschließung harte Kritik. Ferdije Rrecaj, die 1. Bevollmächtigte der IG Metall Augsburg, bezeichnete das Vorhaben des Unternehmens gegenüber dem BR als „falsch“. Das Werk in Schwabmünchen sei bekannt für seine Innovationskraft und die hoch qualifizierte, engagierte Belegschaft, die auch schon mehrmals ausgezeichnet worden sei. Zudem sei sie ein echtes Aushängeschild der Region.

Die Entscheidung, das Werk im Landkreis Augsburg zu schließen, sei ein Schlag ins Gesicht der Mitarbeiter, in wirtschaftlicher und auch menschlicher Hinsicht, so die Bevollmächtigte der IG Metall. Zudem seien die zahlreichen Lösungsansätze und Vorschläge der Belegschaft und der Interessenvertretung „schlichtweg ignoriert“ worden. Mit der Belegschaft und der Politik will die IG Metall daher über weitere Schritte beraten. Eine Schließung werde nicht kampflos hingenommen. Zuletzt musste in Bayern auch eine Traditionsbrauerei mit fast 200-jähriger Geschichte schließen. (Quelle: BR) (jr)