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Die ehemalige Nationalspielerin Almuth Schult legt den Finger in die Wunde – und stellt plötzlich die DFB-Torhüterinnen öffentlich infrage.

Düsseldorf – Vor dem Nations-League-Halbfinale gegen Frankreich (alle TV-Infos) kocht beim DFB eine heikle Debatte hoch. Almuth Schult, Olympiasiegerin von 2016 und ARD-Expertin, vermisst in Deutschland hinter Ann‑Katrin Berger Torhüterinnen auf Weltklasseniveau – eine klare Kante, die auch Stina Johannes betrifft, die gegen die Équipe Tricolore beginnen soll.

Die ehemalige Nationalspielerin Almuth Schult stellte vor kurzem die DFB-Torhüterinnen öffentlich infrage. Die ehemalige Nationalspielerin Almuth Schult stellte vor kurzem die DFB-Torhüterinnen öffentlich infrage. © IMAGO/Ulrich Hufnagel

„Man muss sagen, dass Stina Johannes in dieser Saison noch nicht komplett überzeugt hat. Da waren schon einige Fehler in der Liga dabei“, sagte Schult gegenüber der Wolfsburger Allgemeine. Die langjährige Nummer eins, die im März 2025 ihr Karriereende verkündete, präzisiert ihre Einschätzung: Bundestrainer Christian Wück habe „viele Torhüterinnen auf gutem Bundesliganiveau. Aber haben wir eine Weltklasse‑Torhüterin neben Berger? Davon müsste mich aktuell noch jemand überzeugen“, so die Ex-Keeperin.

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Der Zeitpunkt ist durchaus sensibel: Stammkeeperin Ann‑Katrin Berger, die für die spektakulärste Szene der Frauen-EM gesorgt hatte, fehlt mit einer Knieverletzung – und ihre Zukunft im Nationalteam ist ohnehin offen. Es ist gut möglich, dass sie ihre DFB-Karriere nach diesem Jahr beendet. Für die Partien gegen Frankreich wurden neben Johannes auch Rafaela Borggräfe (Liverpool) und Debütantin Laura Dick (Hoffenheim) berufen, beide noch ohne A‑Länderspiel.

Schult spart auch Ena Mahmutovic nicht aus. Das Bayern‑Talent habe „noch Schwierigkeiten“ – und fällt gegen Frankreich verletzungsbedingt aus. Johannes wiederum wechselte im Sommer von Eintracht Frankfurt zum VfL Wolfsburg. „Natürlich muss sie sich auch erst einmal anpassen“, sagt Schult. Drei A‑Länderspiele seien „keine Routine“ – Erfahrung helfe besonders „gegen große Nationen“, zugleich gebe es für Neue „eine Art Welpenschutz“.

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In dieser Saison häufen sich tatsächlich Patzer auf der Torwartposition, während mehrere Top‑Keeperinnen ins Ausland gewechselt sind – ein Trend, der die Kaderplanung zusätzlich erschwert. Für Johannes ist das Frankreich‑Spiel daher ein Härtetest mit der Möglichkeit, Schults Zweifel sportlich zu beantworten. So oder so: Die Torwartfrage ist beim DFB zurück auf der großen Bühne – genau dann, wenn die Mannschaft Ruhe am dringendsten bräuchte. (kus)