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2025 hat die Insolvenzwelle wieder viele Unternehmen getroffen. Auch ein traditionsreiches Bauunternehmen aus Süddeutschland muss die Segel nun streichen.
Gersthofen – Das Rezessionsjahr 2024 forderte die Arbeitsplätze zahlreicher Beschäftigter in Deutschland, Besserung ist aber auch im laufenden Kalenderjahr nicht eingetreten. Im Gegenteil: Allein für das erste Halbjahr 2025 meldete das Statistische Bundesamt (Destatis) über 12.000 beantragte Insolvenzen und damit direkte Folgen für viele Arbeitnehmer. Immer wieder werden neue Insolvenzfälle bekannt, wobei es durchaus auch traditionsreiche Unternehmen trifft. So nun auch ein 1952 in Gersthofen bei Augsburg gegründetes Bauunternehmen, die Roschmann Konstruktionen aus Stahl und Glas GmbH.
Ein Baukran wird abgebaut (Symbolbild) © picture alliance/dpa | Rolf VennenberndRoschmann Konstruktionen aus Stahl und Glas GmbH ist insolvent
Für die international tätige und zur Roschmann-Gruppe gehörende Roschmann Konstruktionen aus Stahl und Glas GmbH konnte im 1. Oktober eröffneten Insolvenzverfahren keine Lösung gefunden werden. Das berichteten nun mitunter die Augsburger Allgemeine und B4B Schwaben. Für die 100 Beschäftigten bedeutet das die Kündigung. Bestehen bleibt lediglich ein kleines Kernteam, um verbleibende Projekte abzuwickeln, wie Insolvenzverwalter Dr. Alexander Zarzitzky mitteilte.
Die Entwicklung ist ein schwerer Schlag für die Roschmann-Gruppe und den Wirtschaftsstandort Gersthofen. Insolvenzverwalter Zarzitzky hält eine Reihe von Gründen für mögliche Faktoren, die die Insolvenz des Unternehmens besiegelten. So brachten jahrelange Restrukturierungsversuche des Betriebs nicht die erhoffte Besserung, zu Jahresbeginn verschärften sich die finanziellen Probleme erneut. Eine schwache Marktentwicklung, gepaart mit einem ein rückläufigen Auftragsvolumen und der Verzögerung einzelner Projekte dürften letztendlich ausschlaggebend gewesen sein.
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Fotostrecke ansehenDie Roschmann Glas GmbH konnte durch Übernahme gerettet werden
Nebem dieser Hiobsbotschaft gibt es jedoch auch etwas positivere Nachrichten für die Roschmann-Gruppe und den Wirtschaftsstandort in Gersthofen: Für die Roschmann Glas GmbH mit rund 50 Mitarbeitenden wurde eine tragfähige Fortführungslösung gefunden, wie die Unternehmensgruppe am Dienstag in einer Pressemitteilung ankündigte.
Die Roschmann Glas GmbH wird von der österreichischen Ertl Glas AG übernommen, einem ebenfalls auf Glas spezialisierten Unternehmen mit rund 300 Mitarbeitern. „Die Einigung mit der Ertl Glas AG ist ein starkes Signal für die Region. Wir sichern rund 50 Arbeitsplätze und sorgen dafür, dass die Glasbau-Tradition in Gersthofen fortgeführt wird“, so Zarzitzky. (Quellen: Statistisches Bundesamt, Augsburger Allgemeine, B4B Schwaben, Roschmann Group) (fh)