„Bei Anruf Kultur“

Archäologische Staatssammlung startet jetzt mit Führungen am Telefon

29.10.2025 – 10:09 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Ausstellung in der Archäologischen Staatssammlung wird künftig noch barrierefreier.Vergrößern des Bildes

Die Ausstellung in der Archäologischen Staatssammlung wird künftig noch barriereärmer. (Quelle: Archäologische Staatssammlung/Stefanie Friedrich)

Kultur per Telefon? Das verspricht ein Projekt, an dem sich nun auch die Archäologische Staatssammlung beteiligt. Die erste Führung ist schon ausgebucht.

Kein Bildschirm, kein Warten auf barrierefreie Zugänge: In der Archäologischen Staatssammlung in München genügt künftig ein Telefon, um eine Führung durch die Ausstellung zu erleben.

Das Museum beteiligt sich ab sofort am Projekt „Bei Anruf Kultur“ und bietet damit einen niedrigschwelligen Zugang zur Sammlung – für alle Menschen, die aus gesundheitlichen, finanziellen oder persönlichen Gründen nicht vor Ort sein können.

Die Idee dahinter ist ein übers Ohr geführter Rundgang: Das Angebot richtet sich unter anderem an Menschen mit Sehbeeinträchtigungen, Mobilitätseinschränkungen oder an jene, die Menschenansammlungen meiden. Auch wer weit entfernt lebt oder sich einfach wohler im eigenen Wohnzimmer fühlt, kann auf diese Weise teilhaben.

„Kulturelle Teilhabe für möglichst viele Menschen ist ein Selbstverständnis unserer Vermittlungsarbeit“, sagt Museumsdirektor Rupert Gebhard. Die erste telefonische Führung am 30. Oktober ist bereits ausgebucht. Weitere Termine, unter anderem zur Sonderausstellung „Gladiatoren – Helden des Kolosseums“, sind jedoch bereits in Planung.

Wer sich anmeldet, erhält die Zugangsdaten und wählt sich am Tag der Führung telefonisch ein. Eine Kulturvermittlerin führt live durch die Ausstellung – und beschreibt, was normalerweise mit den Augen erfasst wird: Objekte, Räume, Stimmungen. Fragen sind möglich, die Leitung wird dafür zu bestimmten Zeiten freigegeben. Die Teilnahme ist kostenlos.

Initiiert wurde „Bei Anruf Kultur“ 2021 vom Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg und dem Büro „grauwert“. Inzwischen beteiligen sich über 125 Kultureinrichtungen bundesweit. Die Aktion Mensch und weitere Förderpartner unterstützen das Projekt. Laut der Bundesfachstelle Barrierefreiheit zeigen Formate wie diese, wie kulturelle Teilhabe durch barrierefreie Angebote ermöglicht werden kann. Voraussetzung sei eine offene Gesellschaft – und offene Kulturräume.