Die Fans von Zweitligist Fortuna waren auf den Rängen so euphorisch aus der Halbzeit gekommen wie ihre Mannschaft auf dem Rasen, doch plötzlich verstummte das gesamte Stadion. Matthias Zimmermann ging in der Zweitrunden-Partie des DFB-Pokals gegen den SC Freiburg (1:3) plötzlich zu Boden und blieb dort regungslos liegen. Der Rechtsverteidiger hatte aus vollem Tempo den Ellenbogen von SCF-Stürmer Igor Matanovic ins Gesicht bekommen – ein brutales, rücksichtsloses Foul. Schnell war klar, dass es den 33-Jährige gegen den Bundesligisten übel erwischt hatte.
Hektisch herbeigerufen, rückte sogleich die medizinische Abteilung des Zweitligisten um Mannschaftsarzt Ulf Blecker an und kümmerte sich um Zimmermann, der kurzzeitig wohl sogar das Bewusstsein verloren hatte. Deshalb gab es überhaupt keine Zweifel daran, dass der Routinier nicht weiter einsatzfähig war, weshalb ihn Sanitäter auf einer Trage unter aufmunterndem Applaus des gesamten Publikums und lautstarken „Zimbo“-Rufen aus dem Innenraum brachten.
In diesem Augenblick wusste in der Arena niemand genau, wie es dem Profi ging, und daran änderte sich auch kurz nach dem Abpfiff zunächst nichts. „Ich würde gerne ein Update geben, aber ich weiß nicht, wie es aussieht“, sagte Fortuna-Trainer Markus Anfang unmittelbar nach der Pressekonferenz. „Wir sind nach dem Spiel die Runde mit den Jungs gegangen, dann bin ich kurz in die Kabine und wieder raus, um Interviews zu geben. Ich habe noch keine Information.“
Es war in der 51. Minute allerdings auch sehr schnell gegangen, weshalb es nicht überraschte, dass Anfang die Situation – auch die Gelb- oder Rotwürdigkeit des Fouls – nicht einschätzen konnte. Auf die Frage, ob er bereits Bilder der Szene anschauen konnte, antwortete er: „Gar nicht. Ich habe sie nicht nochmal im Fernsehen gesehen. Es ist mir nur gesagt worden, dass ein Ellenbogen mit dabei war. Ich habe es selbst nicht gesehen und weiß nicht, was genau passiert ist. Ich kann es schwer einschätzen.“
Zimmermann im Krankenhaus
Ähnlich erging es Zimmermanns Kollegen. Auch Danny Schmidt, der nach nur 21 Minuten für Cedric Itten in die Partie gekommen war, konnte auch keinen klaren Überblick verschaffen. „Ich habe nur gesehen, dass der Stürmer da wirklich mit Wucht reingegangen ist“, sagte der Offensivmann. „Dass es am Ende der Ellenbogen war und wo er genau hinging, habe ich nicht gesehen.“ Schiedsrichter Felix Zwayer zeigte Matanovic für sein Foul jedenfalls nur die Gelbe Karte, dabei wäre ein Platzverweis aufgrund der Härte des Treffers an den Kopf die richtige Entscheidung gewesen.
Allerdings war niemand da, um Zwayer umzustimmen, weil der Videoassistent im Pokal erst ab dem Achtelfinale zum Einsatz kommt. „Natürlich kann man jetzt sagen, der VAR hätte uns geholfen. Wir können es aber nicht ändern. Es ist so, und ist bitter“, sagte Schmidt in der Hoffnung, dass es Zimmermann nicht allzu schwer erwischt hatte. Und spät in der Nacht gab Fortuna dann auch eine erste Entwarnung: Zimmermann gehe es den Umständen entsprechend gut, er sei stabil und befinde sich vorsorglich zur Abklärung im Krankenhaus. Immerhin ein erster, kleiner Lichtblick.