22:13 Uhr | Fünf Tote bei Minenexplosion im Grenzgebiet zu Belarus

Im nordukrainischen Gebiet Schytomyr sind bei einer Minenexplosion mindestens fünf Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden. Die Polizei teilte mit, ein Fahrzeug sei in der Grenzregion in einem verminten Gebiet auf einen Sprengsatz geraten. Fünf Männer im Alter zwischen 19 und 65 Jahren seien dabei getötet, zwei weitere verletzt worden.

Laut Polizei wollten die Zivilisten Holz fällen unweit der Staatsgrenze zu Belarus. Das Gebiet ist zur Abwehr möglicher Angriffe aus Belarus vermint. Die Polizei wies darauf hin, dass es Warnschilder gebe und generell der Aufenthalt innerhalb von 30 Kilometern von der Staatsgrenze entfernt verboten sei.

21:12 Uhr | Geschasster OB von Odessa nun auch unter Hausarrest

Ein Gericht in der Ukraine hat den von Präsident Wolodymyr Selenskyj geschassten Bürgermeister von Odessa, Hennadij Truchanow, unter Hausarrest gestellt. Zudem muss er  eine elektronische Fußfessel tragen. Das Gericht beschied ihm Nachlässigkeit beim Hochwasserschutz. Nach einem Unwetter am 30. September waren in der Hafenstadt neun Menschen gestorben.

Truchanow wies die Vorwürfe zurück und sprach von einem politisch motivierten Verfahren gegen ihn. Selenskyj hatte Truchanow bereits die Staatsbürgerschaft entzogen und den 2014 gewählten Rathauschef damit de facto des Amtes enthoben. Zur Begründung nannte Selenskyj Sicherheitsprobleme. Konkreter wurde er nicht. (Quelle: DPA)

19:50 Uhr | Bulgarien stoppt Kraftstoff-Exporte in die EU

Wegen US-Sanktionen gegen russische Ölkonzerne hat Bulgarien den Export von Diesel und Flugzeugkraftstoff vorübergehend untersagt. Das Parlament in Sofia verabschiedete mit deutlicher Mehrheit eine entsprechende Entscheidung – 135 Abgeordnete stimmten dafür, vier dagegen, 43 enthielten sich. Das Verbot gilt auch für Lieferungen an EU-Staaten. Sofia will vermeiden, dass die Erdölprodukte künftig knapp werden. Bulgariens einzige Erdölraffinerie ist eine Tochterfirma von Lukoil und damit auch von den US-Sanktionen betroffen. (Quelle: DPA)

17:14 Uhr | Ukrainische Marine berichtet von Angriffen auf Energieanlagen

Die ukrainische Marine hat nach eigenen Angaben ein Kraftwerk in der russischen Region Orjol und eine Umspannstation in Nowobrjansk mit Neptun-Marschflugkörpern angegriffen. Beide Anlagen versorgten Rüstungsbetriebe in der Region mit Strom, teilt die Marine auf Telegram mit. Ihre Zerstörung sei ein schwerer Schlag für die russische Logistik. Eine russische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor. (Quelle: Reuters)

16:13 Uhr | Polen meldet Vorfall mit russischem Aufklärungsflugzeug

Polen hat nach eigenen Angaben zum dritten Mal in dieser Woche ein russisches Aufklärungsflugzeug über der Ostsee abgefangen. Das Flugzeug vom Typ IL-20 habe den polnischen Luftraum nicht verletzt, teilt das Einsatzkommando der Armee mit. Es habe jedoch keinen Flugplan eingereicht und seine Transponder seien ausgeschaltet gewesen. Damit sei die Maschine ein Sicherheitsrisiko für den Flugverkehr in der Region gewesen. Zwei polnische Kampfjets hätten die IL-20 deshalb eskortiert. Eine russische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor. (Quellen: Reuters, DPA)

14:44 Uhr | Ukraine liefert russischen Soldaten an Litauen aus

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben erstmals einen russischen Soldaten an Litauen ausgeliefert, wo dieser wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen vor Gericht gestellt werden soll. Der ukrainische Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko teilte mit, der in der Ukraine festgenommene Seemann habe in der russischen Militärpolizei gedient und sei an illegalen Festnahmen, Folter und unmenschlicher Behandlung von Zivilisten und Kriegsgefangenen beteiligt gewesen. Eines der Opfer sei ein litauischer Staatsbürger gewesen. Krawtschenko erklärte, die Auslieferung sei „ein historischer und wichtiger Präzedenzfall für das gesamte internationale Justizsystem“. (Quelle: AFP)

13:12 Uhr | Ukraine: 160 russische Energie-Anlagen getroffen

Die Ukraine hat nach Angaben ihres Geheimdienstes SBU in diesem Jahr bereits 160 russische Öl- und Energie-Anlagen getroffen. Die Angriffe sollen nach den Angaben von SBU-Chef Wassyl Maljuk die russischen Fähigkeiten verringern, den Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren. (Quelle: Reuters)

12:53 Uhr | EU-Kommission gegen Importverbote

Die Importverbote für ukrainische Lebensmittel in Ungarn, Polen und der Slowakei sind laut EU-Kommission nicht mehr gerechtfertigt. Zur Begründung verwies die Kommission heute auf ein überarbeitetes Abkommen zwischen der EU und der Ukraine, das seit gestern in Kraft ist. Geplant sei, mit den drei Ländern zu sprechen, „um sie zur Aufhebung dieser Verbote zu bewegen“, bevor weitere Maßnahmen ergriffen würden, kündigte ein EU-Sprecher an. Die drei Länder hatten die Verbote erlassen, um ihre Landwirte vor billigeren Agrarprodukten aus der Ukraine zu schützen. (Quelle: Reuters)

12:20 Uhr | UN: Mehr zivile Opfer und weniger Hilfe

Die Zahl der zivilen Opfer im russischen Krieg gegen die Ukraine sind dort nach UN-Angaben um 30 Prozent gestiegen. Für das vergangene Jahr hatte es laut UN bis Oktober etwa 12.000 zivilen Todesopfer gegeben.

Wie der UN-Nothilfe-Koordinator für die Ukraine, Matthias Schmale, heute in Genf mitteilte, nehmen aktuell die Evakuierungen in den Kampfgebieten vor allem im Osten des Landes wieder zu, während massive russische Luftangriffe weiter große Teile der Energie-, Wasser- und Wärmeversorgung in der Ukraine lahmlegten.

Die Lage der betroffenen Menschen spitze sich im aufziehenden Winter zu, sagte Schmale. Seine UN-Organisation und Partner versorgten demnach in diesem Jahr rund vier Millionen Menschen in der Ukraine mit Hilfsgütern. Allerdings fehle noch mehr als die Hälfte des für 2025 nötigen Geldes. Bislang seien 1,15 Milliarden US-Dollar angekommen, etwa 44 Prozent der nötigen Summe. (Quelle: epd, EBU)

12:02 Uhr | Orbán kämpft um Öl-Importe aus Russland

Ungarns Regierungschef Viktor Orbán will bei US-Präsident Donald Trump eine Ausnahme von den US-Sanktionen gegen russisches Öl erwirken. Bei einem Treffen Ende nächster Woche in Washington hoffe er, Trump von der besonderen Lage Ungarns überzeugen zu können, sagte Orbán heute in Budapest. Als Grund nannte er die hohe Abhängigkeit seines Landes von den Pipeline-Lieferungen. „Ungarn ist ein Binnenstaat“, sagte Orban. Er müsse in den USA diese besondere Lage verständlich machen. (Quelle: Reuters)

08:30 Uhr | Heizkraftwerk in Russland getroffen

In der westrussischen Stadt Orjol haben die Behörden nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf eine Pipeline an einem Kraftwerk die Versorgung mit Wärme und Warmwasser eingeschränkt. Nach Angaben des Gouverneurs der Region, Andrej Klytschkow, sollen Trümmer einer zuvor abgeschossenen Drohne dafür verantwortlich gewesen sein. Die Stadt liegt etwa 400 Kilometer südwestlich von Moskau. Das Verteidigungsministerium teilte mit, die Luftabwehr habe in der Nacht 130 ukrainische Drohnen in Russland abgeschossen. Behörden meldeten Angriffe auf ein Umspannwerk nahe der Stadt Wladimir und auf eine Raffinerie bei Jaroslawl an der Wolga, rund 280 Kilometer nordöstlich von Moskau. (Quellen: Reuters, dpa)

07:55 Uhr | Russischer Angriff bei Sumy

Bei einem neuen russischen Luftangriff auf die ukrainische Stadt Sumy sind nach örtlichen Behördenangaben in der Nacht elf Menschen verletzt worden, darunter auch vier Kinder. Ein Wohnhochhaus, weitere private Häuser und Infrastruktur seien getroffen worden. Laut dem Regional-Gouverneur Ihor Kaltschenko wurde auch ein Eisenbahn-Depot attackiert. Militär-Gouverneur Oleh Hryhorow berichtete von einem Angriff auf ein solches Depot auch bei Charkiw. Beide Regionen grenzen an Russland. (Quellen: Reuters, dpa)

05:16 Uhr | Indien kauft weiter russisches Öl

Der größte indische Raffinerie-Konzern Indian Oil Corp (IOC) kauft angeblich wieder russisches Öl ein. IOC habe eine Lieferung für Dezember von nicht sanktionierten Anbietern erworben, berichtete heute die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Handelskreise. Die USA hatten vergangene Woche unter anderem gegen die beiden größten russischen Öl-Konzerne Rosneft und Lukoil Sanktionen verhängt. Danach setzten einige indische Raffinerien ihre Rohöl-Käufe aus. Der Finanzchef von IOC, Anuj Jain, hatte jedoch erklärt, weiterhin auch russisches Öl kaufen zu wollen, wenn die Lieferungen mit den Sanktionen der USA in Einklang zu bringen seien. (Quelle: Reuters)