Der größte Schlachtbetrieb im Land Brandenburg, das Fleischcenter Perleberg, steht vor dem Aus. Er könne bestätigen, dass das Unternehmen mit 150 Beschäftigten voraussichtlich schließen werde, teilte Prignitz-Landrat Christian Müller mit. Das habe die Geschäftsführung in einem Schreiben angekündigt, dass am Mittwochnachmittag eingegangen sei. „Sollte es tatsächlich zu einer Schließung kommen, wäre das für die Mitarbeiter, für unseren Landkreis Prignitz und für Geschäftskunden des Fleischcenters ein herber Schlag“, sagte Müller.
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Der Landrat verwies auf einen schon länger laufenden Austausch der Kommunal- und Landespolitik mit dem Unternehmen über die wirtschaftliche Lage und strukturelle Herausforderungen innerhalb der Branche. Der Firma sei dabei auch Hilfe angeboten worden. „Wir bedauern es, dass der Schlachthof offenbar trotz der gemeinsamen Anstrengungen bisher keine wirtschaftlich tragfähige Lösung finden konnte.“
Keine unserer Initiativen wurde vom Unternehmen im Nachhinein aufgenommen.
Hanka Mittelstädt (SPD), Brandenburgs Landwirtschaftsministerin
In der Mitteilung wurde auch Brandenburgs Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt (SPD) zitiert. Sie verwies darauf, dass ihr Haus und andere Beteiligte schon seit Beginn des Jahres nach möglichen Lösungen gesucht hätten. „Keine unserer Initiativen wurde vom Unternehmen im Nachhinein aufgenommen, auch wurde nicht nach Weiterführung der Gespräche gefragt. Das ist bedauerlich.“
Bauernverband warnt vor Folgen
Der Präsident des Landesbauernverbands, Henrik Wendorff, sagte: „Jede Schließung einer Schlacht- und Verarbeitungsstätte für Tiere in Brandenburg ist für den Erhalt einer regionalen Fleischerzeugung ein herber Rückschlag. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass die Tierhaltung in Brandenburg im bundesweiten Vergleich einen dramatischen Rückgang zu verzeichnen hat.“
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Folgen einer möglichen Schließung des Fleischcenters seien längere Transportwege und steigende Kosten für Tierhalter. Es sei auch damit zu rechnen, dass weitere Wertschöpfung von Brandenburg in andere Regionen verlagert werde. „Alle Bemühungen auch politischer Entscheidungsträger, den Standort in Perleberg zu erhalten, haben unsere volle Unterstützung“, sagte Wendorff. (dpa)