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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kämpft mit schlechten Umfrageergebnissen. Bald könnte die Zustimmung in der Bevölkerung für ihn nur noch einstellig sein.
Paris – Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verliert in der Bevölkerung zunehmend an Zustimmung. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Verian für die Zeitung Le Figaro stimmen nur noch elf Prozent der Franzosen der Arbeit ihres Staatschefs zu. Macron erreichte damit den niedrigsten Wert für einen französischen Präsidenten, dem zuvor im November 2016 Präsident François Hollande erreicht hatte.
Auch auf internationaler Bühne könne Macrin keine „unangefochtene Führungsstärke“, da die Bühne von US-Präsident Donald Trump dominiert werde. Sollte es keinen Umschwung geben, drohen Macron als erster französischer Präsident nur noch einstellige Zustimmungswerte. Laut Cautrès könnte aus dem heutigen „tiefgreifenden und strukturellen“ Bruch mit der Öffentlichkeit im Land dann ein „vollständiger“ werden.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kämpft mit schlechten Umfrageergebnissen. © Gonzalo Fuentes29 Tage – Kürzeste Amtszeit eines Premierministers in Frankreich
Nach Wochen einer schweren Regierungskrise hatte Emmanuel Macron am 11. Oktober eine neue Lösung präsentiert: Macron hatte ausgerechnet den Mann zum Premierminister ernannt, der aus Verzweiflung über die Lage erst wenige Tage zuvor zurückgetreten war: Sébastien Lecornu. Er war damit der Ministerpräsident mit der kürzesten Amtszeit in der jüngeren Geschichte Frankreichs. Nur 29 Tage war er im Amt geblieben.
Ein Misstrauensvotum konnte in der zweiten Amtszeit nur knapp abgewendet werden. Die Sozialisten wollten sich dem Misstrauensvotum der Opposition nicht anschließen, nachdem der Premier eine Aussetzung der umstrittenen Rentenreform von Präsident Emmanuel Macron zugesichert hatte.
Frankreich kämpft mir massiven Wirtschaftsproblemen
Frankreich hat auch mit massiven Wirtschaftsproblemen zu kämpfen. Das Land ist hoch verschuldet und die EU hat deswegen 2024 bereits ein Defizitverfahren gegen Frankreich eröffnet. Lecornus Haushaltsentwurf sieht Einsparungen in Höhe von rund 30 Milliarden Euro vor. Dazu soll das Haushaltsdefizit nach 5,8 Prozent im vergangenen Jahr und erwarteten 5,4 Prozent in diesem Jahre 2026 auf unter 5 Prozent gesenkt wird.
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Auch Privat steht die Familie unter Druck. Die Gesundheit von Brigitte Macron, der Ehefrau des franzöischen Präsidenten, habe sich in Folge des Online-Mobbings gegen sie verschlechtert, sagte ihre Tochter Tiphaine Auzière am Dienstag im Prozess dazu in einem Pariser Gericht. Ihre Mutter werde mit „Hass“ überhäuft und ihre Identität sowie ihr Geschlecht „systematisch in Frage gestellt“. Im Internet wird derzeit die Verschwörungserzählung verbreitet, die Präsidentengattin sei transgender und erst seit einer Geschlechtsangleichung eine Frau.
In dem Prozess müssen sich deswegen zehn Angeklagte wegen Cybermobbings verantworten, weil sie solche Gerüchte verbreiteten. Die Anklage wirft zudem ihnen vor, den Altersunterschied zwischen dem 47-jährigen Präsidenten Macron und seiner 72 Jahre alten Ehefrau mit „staatlich sanktionierter Pädophilie“ gleichgesetzt zu haben und fordert deswegen Haftstrafen zwischen drei und zwölf Monaten auf Bewährung sowie Geldstrafen. (Quellen: AFP/dpa/New York Post) (erpe)