Rechte Demo und Gegenprotest
Polizei trennt Lager – und greift mehrfach ein
04.11.2025 – 02:21 UhrLesedauer: 2 Min.
Polizeibeamte in der Nürnberger Innenstadt (Archivbild): Bis zu 250 Personen nahmen an den Demonstrationen teil. (Quelle: IMAGO/Ardan Fuessmann/imago-images-bilder)
Protest gegen rechte Demo in Nürnberg: Sperrgitter werden verscuht zu übersteigen, Sitzblockaden errichtet. Die Polizei wendet Zwang an und registriert Straftaten.
Straftaten, Blockadeversuche und Polizeizwang: Proteste gegen eine rechte Demonstration in der Nürnberger Innenstadt sind am Montagabend mehrfach eskaliert. Die Einsatzkräfte mussten wiederholt eingreifen, um ein direktes Aufeinandertreffen unterschiedlicher politischer Lager zu verhindern.
Rund 70 Teilnehmer versammelten sich ab 18.30 Uhr in der Waaggasse zu einer rechten Kundgebung mit dem Titel „Für Meinungs- und Versammlungsfreiheit – Gegen politische Gewalt!“. Zeitgleich formierten sich in unmittelbarer Nähe vier Gegenproteste, an denen in der Spitze rund 250 Personen teilnahmen. Die Gegenkundgebungen trugen die Titel „Vor Gott sind alle Menschen gleich“, „Nürnberg Nazifrei“, „Mahnwache gegen die Montagsdemo vom Team Menschenrechte“ sowie „Musiker*innen gegen Nazis“.
Die Polizei setzte Sperrgitter ein, um die Teilnehmer der unterschiedlichen Versammlungen voneinander zu trennen. Gegen 19.10 Uhr formierte sich die rechte Versammlung zu einem Demonstrationszug durch die Innenstadt. Die Gegendemonstranten beteiligten sich ebenfalls an einem Aufzug mit alternativer Route.
An mehreren Örtlichkeiten entlang der Wegstrecke ließen sich Teilnehmer des Gegenprotests zu Sitzblockaden nieder. Um eine vollständige Blockade der Aufzugsstrecke zu verhindern, mussten die Einsatzkräfte vereinzelt unmittelbaren Zwang anwenden. Der rechte Demonstrationszug konnte die Blockadeversuche im Anschluss jeweils umlaufen.
Während des Versammlungsgeschehens versuchten Gegendemonstranten zudem, durch Übersteigen der Sperrgitter auf die Versammlungsfläche der rechten Auftaktkundgebung zu gelangen. Auch hier wandten die Beamten vereinzelt unmittelbaren Zwang an.
Im Rahmen der Veranstaltung kam es vereinzelt zu Straftaten nach dem Versammlungsgesetz. Nachdem der Demonstrationszug für eine Abschlusskundgebung zur Waaggasse zurückgekehrt war, beendeten die Teilnehmer die Versammlung gegen 21.15 Uhr.
Unter der Leitung der Polizeiinspektion Nürnberg-Mitte waren zahlreiche Einsatzkräfte der Bayerischen Bereitschaftspolizei, der Polizeiinspektion Zentrale Einsatzdienste Mittelfranken, der Nürnberger Verkehrspolizei sowie der Kriminalpolizei Nürnberg im Einsatz.
