Nach dem Juwelendiebstahl aus dem Louvre werden immer neue Sicherheitslücken bei dem renommierten Pariser Museum bekannt. Das unterstreicht ein Bericht der französischen Tageszeitung Libération, die Sicherheitsüberprüfungen aus der Vergangenheit durchgegangen ist. Dabei ist derzeit nicht bekannt, ob die damals entdeckten Mängel korrigiert wurden.

Im Dezember 2014 analysierten demnach Experten der französischen Cybersicherheits-Agentur Anssi auf Wunsch des Museums die IT-Systeme des Museums und bemängelten unter anderem extrem unsichere Kennwörter. So war es möglich, durch Eingabe des Kennwortes „Louvre“ auf das System der Videoüberwachung des Museums zuzugreifen. Außerdem verwendete das Museum Sicherheitssoftware des Unternehmens Thales, für die als Kennwort „Thales“ vergeben wurde.

„Wir arbeiten seit 2022 an einem Sicherheitsplan, und der wird von heute an umgesetzt“, sagte Louvre-Direktorin Laurence des Cars am Freitag dem Sender France Info. Vor allem die Überwachung mit Videokameras werde verstärkt, sagte des Cars. Es war das erste Mal, dass die Museumsdirektorin sich seit dem Diebstahl Fragen von Journalisten stellte.

Rechnungshof bemängelte zahlreiche Missstände

Zuvor hatte der französische Rechnungshof bereits die Sicherheitsvorkehrungen des Museums scharf kritisiert. Das Museum habe in den vergangenen Jahren eher auf öffentlichkeitswirksame Aktionen gesetzt, als in die Sicherheit zu investieren, heißt es in dem am Donnerstag in Paris vorgestellten Bericht.

„Der Diebstahl der Kronjuwelen ist ein starkes Alarmsignal für die viel zu langsame Renovierung der Sicherheitseinrichtungen des Museums“, sagte der Präsident des Rechnungshofs, Pierre Moscovici. Die Investitionen in den Schutz der Kunstwerke seien jedoch unerlässlich, um den dauerhaften Betrieb des Museums sicherzustellen.

Der Bericht des Rechnungshofes, der in Teilen schon vorab veröffentlicht worden war, umfasst den Zeitraum zwischen 2018 und 2024. In dieser Zeit habe das Museum nur etwa drei Millionen Euro für Sicherheitsmaßnahmen ausgegeben – erforderlich seien insgesamt 83 Millionen Euro.

Die bei dem Louvre-Diebstahl entwendeten Kronjuwelen im Materialwert von 88 Millionen Euro sind bislang weiter unauffindbar. Derzeit sind drei Männer und eine Frau im Alter zwischen 34 und 39 Jahren in Untersuchungshaft. Zwei der Männer sind bereits wegen früherer Diebstähle vorbestraft. Nach einem weiteren Verdächtigen und möglichen Auftraggebern wird weiter gefahndet. (mit AFP)