Nach dem Absturz einer Frachtmaschine im US-Bundesstaat Kentucky am vergangenen Dienstag mit mindestens 14 Todesopfern hat das Logistikunternehmen UPS Flüge seiner Maschinen vom Typ MD-11 ausgesetzt. Das Startverbot für den im Unglück verwickelten Flugzeugtyp gelte ab sofort, teilte UPS mit.

„Aus Gründen der Vorsicht und im Interesse der Sicherheit haben wir beschlossen, unsere MD-11-Flotte vorübergehend stillzulegen“, erklärte das Unternehmen. Die Maßnahme sei „proaktiv auf Empfehlung des Flugzeugherstellers hin“ erfolgt, hieß es weiter.

Hersteller gehört zu Boeing

UPS versicherte, es gebe einen Notfallplan, um den Paket- und Frachtbetrieb aufrechtzuerhalten. Nach Angaben des Unternehmens besteht rund neun Prozent der UPS-Flotte aus Maschinen des Typs MD-11.

UPS-Flugzeuge am Boden vor einem Flughafengebäude (5.11. in Louisville, Kentucky)Auf Parkposition: eine MD-11 im Einsatz von UPSBild: John Sommers II/UPI Photo/IMAGO

Auch der Logistikkonzern FedEx gab bekannt, seine MD-11-Flugzeuge bis zum Abschluss einer Sicherheitsüberprüfung am Boden zu lassen. Die Ursache des Absturzes ist bislang unklar. Hersteller der MD-11 ist der US-Flugzeugbauer McDonnell Douglas, der mittlerweile zum Boeing-Konzern gehört.

Unfallursache noch unklar

Die betroffene UPS-Maschine war laut der US-Luftfahrtbehörde FAA kurz nach dem Start vom internationalen Flughafen Louisville auf dem Weg nach Hawaii abgestürzt. Überwachungskameras des Flughafens zeigen, dass sich während des Starts das linke Triebwerk vom Flügel löste. 

Ersten Erkenntnissen der US-Flugsicherheitsbehörde NTSB zufolge war auf dem Stimmenrekorder des Cockpits nur 37 Sekunden nach dem Startschub ein sich wiederholendes Alarmsignal zu hören. Die drei Piloten hätten daraufhin versucht, die Kontrolle über die Maschine zu behalten, berichtete NTSB-Mitglied Todd Inman. Der Flugdatenschreiber und der Cockpit-Sprachrekorder wurden zur Untersuchung nach Washington geschickt.

pgr/wa (afp, dpa, rtr)