Manche Zimmer in der Villa sind schon möbliert. Die eine oder andere Veranstaltung hat auch schon im Gebäude stattgefunden. Zuletzt gab es sogar die erste Hochzeit, die auf dem Gelände gefeiert wurde, berichtet Kuhnt.

Zwar ist das Ambiente noch eher provisorisch, trotzdem sei es ihm wichtig, die Villa jetzt schon zu nutzen. „Ich gehe nicht auf eine Baustelle, ich gehe jetzt schon nach Hause“, sagt er. „Es ist jetzt schon schön, es gibt jetzt schon Räume, die habe ich hergerichtet. Ich brauche keine Motivation, ich fühle mich jetzt schon wohl.“

Villa-Park öffnet zum Radebeuler Anglühen

Bei der Sanierung arbeitet René Kuhnt eng mit der Denkmalschutzbehörde zusammen. Sämtliche Details müssen originalgetreu rekonstruiert werden. Zuletzt hat er die nachgebaute Dachspitze wieder aufgesetzt. Die vergoldete Spitze wiegt 250 Kilo.

Immer wieder entdeckt der Bauherr neue wertvolle Details, wie kürzlich Villeroy & Boch-Fliesen im Garten. „Das ist natürlich ein Abenteuer, das ist wie eine Ausgrabung“, sagt er. „Ich nehme irgendwelche Steine in die Hand oder Keramik-Reste, dann steht dort ein Stempel drauf, dann weiß ich, dass das dort herkommt. Dann recherchiere ich im Netz: Wie war das oder war das vergoldet?“

Ich möchte, dass der Ort von der Bevölkerung angenommen wird und das ganz viel Kunst und Kultur hier stattfindet.

René Kuhnt
Eigentümer Villa Kolbe

Beim Tag des offenen Denkmals Mitte September kamen 7.000 Besucher in die Villa Kolbe, berichtet Kuhnt. Eine Resonanz, die er niemals erwartet hätte, sagt er. Zum Radebeuler Anglühen am 8. und 9. November wird er den Park der Villa wieder öffnen.

Genau das entspricht seiner Vision für die Villa Kolbe. „Ich möchte, dass der Ort von der Bevölkerung angenommen wird und dass ganz viel Kunst und Kultur hier stattfindet“, sagt er. „Und dass ich dann, wenn ich alt bin, durch den Park schlendern, […] mich auf eine Bank setzen und genießen kann, wenn hier andere Kinder rumrennen. Wenn hier Hunde rumrennen und die Leute Kaffee trinken und eine leckere Torte essen und einfach den Raum, die Flächen genießen.“