Hannovers Husseyn Chakroun (l.) und Mustapha Bundu

AUDIO: 96-Coach Titz: „Musste erst einmal runterfahren“ (2 Min)

Stand: 08.11.2025 20:57 Uhr

Fußball-Zweitligist Hannover 96 hat im Aufstiegsrennen drei Punkte liegengelassen. Trotz einer Vielzahl an guten Chancen in Hälfte eins unterlagen die Niedersachsen am Sonnabend im Heimspiel gegen Darmstadt 98 durch ein spätes Gegentor mit 2:3 (2:1).

von Christian Görtzen

Die auswärts noch unbesiegte Mannschaft von 96-Trainer Christian Titz tut sich zu Hause weiterhin schwer. Von jetzt sechs Heimspielen konnte nur die Hälfte gewonnen werden, die andere Hälfte ging verloren. Im Rennen um den Aufstieg in die Bundesliga hat Hannover damit am 12. Spieltag einen Rückschlag erlitten. Nach der Pause in der 2. Bundesliga aufgrund der Länderspiele geht es am 22. November mit einer schweren Aufgabe beim SC Paderborn weiter.

„Ich hätte mir gewünscht und das hatte ich eigentlich auch geglaubt, dass wir schon weiter sind.“

96-Coach Christian Titz

„Wenn man drei Gegentore bekommt, dann wird es schwer, Spiele für sich zu entscheiden“, sagte Titz im Interview mit dem NDR. „Wir hatten wahnsinnig viele Torchancen, wir hätten ja zur Halbzeit mit einer so hohen Führung runtergehen können, und da rede ich nich von drei, vier Toren, sondern das war so viel. Aber die Konsequenz des Verteidigens gehört auch dazu, und das machen wir seit geraumer Zeit fehlerhaft.“

Hannover gerät früh in Rückstand…

Der Start in die Partie misslang den „Roten“ gründlich. Nachdem sich Husseyn Chakroun in der gegnerischen Hälfte den Ball hatte abluchsen lassen, machten es die „Lilien“ in Person von Fraser Hornby richtig stark. Sein diagonal in die Tiefe gespielter Pass erreichte den im Rücken von 96-Rechtsverteidiger Ime Okon losgesprinteten Luca Marseiler perfekt, weil in der Mitte Boris Tomiak das Abseits aufhob. Angekommen am Strafraum, passte Marseiler scharf zur Mitte. Den Schuss von Isac Lidberg wehrte 96-Keeper Nahuel Noll noch ab, doch seine anschließende Orientierungslosigkeit betrafte Kilian Corredor – 1:0 für die Gäste (5.).

…und dreht schon bald die Partie

Okon machte seinen Patzer aber selbst wieder gut. Im Anschluss an einen Freistoß von 96-Kapitän Enzo Leopold schlug im Darmstädter Strafraum SV-Profi Matej Maglica über den Ball, der dann Okon vor die Füße sprang. Der Südafrikaner schoss mit Vollspann humorlos zum 1:1 ein (18.).

Eine Fußballtabelle vor eine Fußballmotiv

Ergebnisse, Tabellenstände und die Spieltage im Überblick.

Es blieb ein fehlerbehaftestes Spiel. Noll konnte nach einer halben Stunde heilfroh sein, dass sein unpräzises Zuspiel nicht mit dem 1:2 bestraft wurde. Auf der anderen Seite führte ein Fauxpas von Fabian Holland dazu, dass 96 die Partie drehte. Kolja Oudenne erlief den unpräzise gespielten Pass und machte es dann herausragend gut. Er schlenzte den Ball aus 18 Metern herrlich ins rechte obere Toreck zum 2:1 (33.).

Torchancen en masse für Hannover 96

Danach spielten fast nur noch die Gastgeber, die gleich vier Top-Chancen hatten. Benjamin Källman scheiterte an Keeper Marcel Schuhen (37.) und mit einem schönen Innenrist-Schuss an der Latte (41.). Oudenne traf kurz darauf den Pfosten, und Wannis Taibi schoss knapp am Ziel vorbei (beide 43.). Hannover hätte in der Phase die Partie schon vorzeitig entscheiden können. Allerdings hatten auch die Gäste bei einem Schuss von Hiroki Akiyama ans Lattenkreuz (45.+3) Pech – es wäre ein Tor des Monats geworden.

Titz-Team kassiert den Ausgleich…

Hannovers schludriger Umgang mit den Chancen rächte sich kurz nach Wiederbeginn. Nach Querpass von Hornby von der linken Angriffsseite hielt Corredor im Strafraum drauf, Tomiak fälschte den Schuss ab – nur noch 2:2 (50.). Und wenig später, beim Kopfball von Hornby an die Latte, wäre es fast der erneute Rückstand gewesen. Nun waren die Hessen eindeutig bestimmend.

…und verliert in der Nachspielzeit die Partie

Nach einer ruhigeren Phase verhinderte dann Noll beim Schuss von Akiyama das 2:3 (77.). Kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit hatten die Niedersachsen noch einmal viel Glück, als Merveille Papela die Kugel an den Innenpfosten schoss und Noll danach das Spielgerät packte.

Alles sah schon nach einem Remis aus – doch dann passte Papela zu Corredor, der per Absatzkick auf Akayima auflegte. Und der Japaner schockte die Niedersachsen mit seinem Treffer zum 3:2-Sieg (90.+4). Drei Punkte waren möglich gewesen, doch am Ende standen die „Roten“ mit leeren Händen da.

12. Spieltag, 08.11.2025 13:00 Uhr

Noll – Okon (60. Ghita), Tomiak, Nawrocki – Matsuda (60. Kokolo), Leopold, Oudenne, Taibi (83. Rochelt), Aseko Nkili (70. Bundu), Chakroun – Källman (83. Nielsen)

2

Schuhen – López (83. Bader), P. Pfeiffer, Maglica (30. Vukotic), Holland (70. Klassen) – Klefisch, Akiyama, Marseiler, Corredor – Lidberg (70. Bialek), Hornby (83. Papela)

3

Tore

  • 0:1 Corredor (5.)
  • 1:1 Okon (18.)
  • 2:1 Oudenne (33.)
  • 2:2 Corredor (50.)
  • 2:3 Akiyama (90. +4)

Weitere Daten zum Spiel