Die Abhaltung des zweiten Gipfeltreffens „Zentralasien – Vereinigte Staaten“ in der US-Hauptstadt ist zu einem wichtigen Ereignis geworden, das den strategischen Dialog zwischen den Ländern der Region und den Vereinigten Staaten stärkt.

Wie der Präsident des Zentrums für globale zivile und politische Strategien, Nurul Rahimbek, in einem Interview mit der usbekischen Nachrichtenagentur UzA feststellte, wächst das Interesse der politischen und fachlichen Kreise in Washington an der Region von Jahr zu Jahr.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit und neue Entwicklungswege

Laut Rahimbek unterstreicht der Gipfel die wachsende Bedeutung Zentralasiens in der globalen Politik der Vereinigten Staaten.

„Allein die Tatsache, dass Analysezentren und Expertengemeinschaften wie das Caspian Policy Center diese Themen aktiv diskutieren, zeigt, dass die Region in der strategischen Planung der Vereinigten Staaten immer mehr Aufmerksamkeit erhält“, so der Experte.

Er betonte, dass wirtschaftliche Fragen im Vordergrund der Diskussionen stehen, insbesondere die Entwicklung der Energie- und Verkehrsinfrastruktur.

„Wir sprechen hier von kritischen Ressourcen – Öl-, Gas- und Mineralvorkommen. Derzeit ist Kasachstan auf die Route des Kaspischen Pipeline-Konsortiums beschränkt, aber die transkaspische Route wird zunehmend als Alternative diskutiert, die eine Diversifizierung der Exporte und eine Stärkung der Konnektivität der Region ermöglichen könnte“, erklärte er.

Dem Analysten zufolge steht diese Ausrichtung in vollem Einklang mit dem strategischen Ziel der Stärkung der wirtschaftlichen Partnerschaft, das alle zentralasiatischen Länder anstreben.

Sicherheit, Technologie und Humankapital

Dem Experten zufolge wird besonderes Augenmerk auf Fragen der regionalen Sicherheit und der digitalen Entwicklung gelegt.

„Es ist unerlässlich, nicht nur die internationale Zusammenarbeit, sondern auch die interne Konnektivität zwischen den zentralasiatischen Ländern zu stärken. Dies schafft eine Grundlage für unabhängige Entscheidungen, erhöht die Widerstandsfähigkeit der Volkswirtschaften und trägt zum Wachstum des öffentlichen Wohlstands bei“, stellte er fest.

Herr Rahimbek betonte, dass ein wesentlicher Teil der Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten auf technologische Entwicklung und Bildung ausgerichtet sein wird: „Amerika ist nach wie vor weltweit führend im Bereich Innovation. Wissensaustausch, Fachausbildung und Entwicklung digitaler Technologien – all dies schafft neue Möglichkeiten für die Region.“

Usbekistan – Motor der Konsolidierung Zentralasiens

Auf die Frage nach der Rolle Usbekistans betonte Herr Rahimbek, dass das Land eine Schlüsselrolle bei der Konsolidierung der Region spiele.

„Usbekistan ist ein großer Markt, eine sich dynamisch entwickelnde Wirtschaft und verfügt über eine leistungsstarke Personalbasis. Man könnte sagen, dass Taschkent zu einer Art Lokomotive für die regionale Zusammenarbeit geworden ist“, erklärte er.

Der Experte erinnerte daran, dass Präsident Shavkat Mirziyoyev bereits 2017 auf der UN-Generalversammlung die Idee regelmäßiger Konsultationstreffen der Staatschefs Zentralasiens vorgeschlagen hatte, was den Grundstein für ein neues Maß an Vertrauen und Verständnis legte.

„Präsident Mirziyoyev wurde am Rande der UN-Sitzung herzlich empfangen, was die hohe internationale Stellung Usbekistans unterstreicht. Sein Treffen mit Donald Trump wurde zu einem Symbol für das wachsende Interesse der Vereinigten Staaten an dem Land und der Region insgesamt“, bemerkte Herr Rahimbek.

Reformen in Usbekistan und strategische Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten

Nach Ansicht des Analysten verdient das Tempo der Reformen in Usbekistan großes Lob.

„Die Reformen werden schnell und konsequent umgesetzt. Es ist wichtig zu erwähnen, dass Probleme, die einst Anlass zur Sorge gaben – wie Arbeitnehmerrechte oder die Baumwollindustrie –, auf Initiative des Präsidenten erfolgreich angegangen wurden. Dies hat das Vertrauen in das Land gestärkt und den Weg für eine strategische Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten geebnet“, sagte er.

Herr Rahimbek fügte hinzu, dass die Zusammenarbeit zwischen Taschkent und Washington das Niveau eines strategischen Dialogs erreicht habe: „Heute gibt es ein enormes Entwicklungspotenzial – vom Expertenaustausch und der wissenschaftlichen Zusammenarbeit bis hin zu gemeinsamen Projekten in den Bereichen Energie, Verkehr und Digitalisierung. Usbekistan übernimmt eine führende Rolle und ist in der Lage, eine Schlüsselrolle bei der Stärkung der westlichen Ausrichtung der zentralasiatischen Zusammenarbeit zu übernehmen.“

Abduaziz Khidirov, UzA