
AUDIO: Eintracht-Trainer Backhaus: „Müssen mehr Ertrag erzielen“ (2 Min)
Stand: 09.11.2025 16:16 Uhr
Eintracht Braunschweig hat in der 2. Fußball-Bundesliga am Sonntag den nächsten Rückschlag kassiert. Das Team von Trainer Heiner Backhaus verlor das Kellerduell gegen den VfL Bochum mit 0:2 (0:1). Die Niedersachsen rutschten nach der dritten Pleite in Folge auf Relegationsplatz 16 ab.
Für die Eintracht war die Niederlage nach einer Partie mit zwei verschiedenen Hälften bitter, einen Zähler hätte sie verdient gehabt. Denn im ersten Abschnitt dominierten die Braunschweiger das Geschehen trotz des frühen Treffers von Cajetan Lenz (7.) fast nach Belieben, scheiterten aber an ihrer offensiven Ineffizienz.
Braunschweig rutscht auf Platz 16 ab
Die Bochumer steigerten sich im zweiten Durchgang und machten durch Francis Onyeka alles klar (73.). Die Schlussoffensive des Backhaus-Teams blieb auch aufgrund eines doppelten Alu-Pechs und eines verschossenen Elfmeters ohne Erfolg. Der Trainer befand nach dem Spiel, dass „aus solchen Situationen mehr Ertrag erzielt werden muss, ansonsten wird es schwer“.
Die dritte Niederlage in Folge bedeutet für die „Löwen“ das Abrutschen auf Relegationsplatz 16, die Luft für Coach Backhaus dürfte wieder dünner werden. Der 43-Jährige sagte nach der Partie, er spüre unverändert Vertrauen – und ein „starkes Band“ zur Mannschaft. Weiter geht es für die Niedersachsen nach der Länderspielpause am 21. November (18.30 Uhr, im NDR Livecenter) mit dem schwierigen Gastspiel bei der formstarken Hertha aus Berlin.

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Hoffmann-Patzer begünstigt Bochums frühe Führung
Es dauerte keine sieben Minuten, da gerieten die Braunschweiger in Rückstand, weil ausgerechnet einer ihrer Besten der vergangenen Wochen patzte. Bei einer scharf vor das Tor gezogenen Ecke kam Ron-Thorben Hoffmann im Fünfmeterraum gegen den eingelaufenen Lenz schlicht zu spät. So setzte sich Bochums Mittelfeldspieler im Luftzweikampf gegen den BTSV-Keeper durch und köpfte den Ball mithilfe der Unterkante ins Tor.

BTSV-Torhüter Ron-Thorben Hoffmann sah beim Treffer von Cajetan Lenz nicht gut aus.
Das Backhaus-Team zeigte sich aber keineswegs geschockt und kam im Gegenzug fast zum Ausgleich. VfL-Keeper Timo Horn ließ einen Schuss von Christian Joe Conteh nach vorne prallen, Leon Bell Bell setzte den Nachschuss an die Latte (10.).
BTSV erst mit Chancenwucher, dann mit Abseitstor
Die Niedersachsen hatten deutlich mehr vom Spiel und hatten mit ihrem Pressing immer wieder hohe Ballgewinne. Allerdings machten sie aus den sich bietenden Situationen zu wenig. Denn entweder spielten sie Angriffe zu unsauber – oder es fehlte die letzte Konsequenz.
Bochums Noah Loosli blockte Contehs Schuss nach einem schönen Spielzug in höchster Not, bevor Johan Gomez den Abpraller über das Tor jagte (25.). Sidi Sané narrte Loosli links im Strafraum mit einer überragenden Bewegung, scheiterte aus spitzem Winkel aber an Horn (38.). Und Bell Bell brachte den Ball nach einer flachen Hereingabe von der linken Seite nicht auf das Tor (41.).
Das gelang Max Marie eine Minute vor der Pause zwar, als er nach schöner Ballmitnahme mit der Brust mit einem satten Schuss traf. Der vermeintliche Ausgleich aber zählte nicht, weil Gomez in der Entstehung im Abseits stand. So ging es – aus Braunschweiger Sicht äußerst unglücklich – mit einem 0:1 in die Kabinen.
Bochum steigert sich, Onyeka trifft
Bei aller Überlegenheit im ersten Durchgang: Zu Beginn des zweiten Abschnitts waren die „Löwen“ gleich mehrfach mit dem Glück im Bunde. Zunächst setzte Bochums Spielgestalter Kjell Arik Wätjen den Ball an den linken Pfosten (48.), dann verfehlte Stürmer Onyeka das Tor aus fünf Metern halblinker Position knapp (50.), und schließlich hielt Hoffmann einen Kopfball von Philipp Strompf mit dem Gesicht (58.).
Erst in der 60. Minute gab es wieder ein offensives Lebenszeichen der Gastgeber: Sané setzte einen Flugkopfball neben das Tor. Besser im Spiel aber blieben die Bochumer, die sich in der 73. Minute für ihre Leistungssteigerung im zweiten Durchgang belohnten. Der kurz zuvor eingewechselte Philipp Hofmann legte den Ball mustergültig in den Lauf von Onyeka, der Eintracht-Torhüter Hoffmann frech tunnelte.
Köhler und Szabo im Alu-Pech, Polter vergibt Elfmeter
Braunschweig kämpfte und rannte unermüdlich an, ein Treffer aber war dem BTSV nicht vergönnt. Zum Sinnbild wurde die 77. Minute: Denn erst schlenzte Kapitän Sven Köhler den Ball traumhaft in Richtung des linken Winkels, der Ball aber sprang von der Latte an den Pfosten und raus. Und nur Sekunden später – noch in der selben Szene – lenkte Horn einen vom eingewechselten Levente Szabo per Hacke auf das Tor gelenkten Schuss an den Pfosten.
Und als Horn auch noch den Foulelfmeter von Sebastian Polter – Loosli hatte Fabio Kaufmann gehalten – in der Nachspielzeit dann parierte (90.+6), war der gebrauchte Nachmittag aus Sicht der Eintracht endgültig perfekt.
12. Spieltag, 09.11.2025 13:30 Uhr
R.-T. Hoffmann – Köhler, Nkoa, Di Michele Sanchez – Gómez (65. Aydin), Flick, Bell Bell – Marie (65. Ramsak), Heußer (86. F. Kaufmann) – C. Conteh (72. Szabó), S. Sané (86. Polter)
0
T. Horn – Morgalla, Loosli, Strompf, Wittek – Lenz (87. Kwarteng) – Alfa-Ruprecht (82. Passlack), Pannewig, Wätjen (72. Miyoshi), Holtmann (72. P. Hofmann) – Francis Onyeka
2
Tore
- 0:1 Lenz (7.)
- 0:2 Francis Onyeka (73.)