Beim jährlichen BUW-Forschungsnetzwerktreffen im Johannes-Rau-Zentrum erhielten die Preisträgerinnen und Preisträger ihre Auszeichnungen und stellten die prämierten Arbeiten kurz vor.

In ihrem Dissertationsprojekt, veröffentlicht im Wallstein Verlag, widmete sich Sophia Victoria Krebs der Erforschung des deutschen Briefs von Mitte des 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Um die Kulturgeschichte des Briefes aufzuarbeiten, analysierte sie eine Fülle von Dokumenten aus der damaligen Zeit über die Lehre des Briefeschreibens, sogenannte „Briefsteller“, die Regeln und Anleitungen enthielten, wie ein Brief verfasst werden soll, sowie zahlreiche Briefe selbst. So konnte sie ein umfassendes Bild von den Entwicklungen in der Technik, der Infrastruktur, der Politik, im Recht und im Bildungswesen zeichnen.

Die Jury würdigte ihre enorm weitgefasste und sorgfältig zusammengestellte Materialsammlung. In ihrer Begründung heißt es: „Sophia Victoria Krebs gelingt ein dichtes Bild der Gesellschaft des 18. und 19. Jahrhunderts, ihrer Zwänge, Möglichkeiten, Beziehungen, Individuen – ein Bild, in dessen Mittelpunkt sie das Briefeschreiben, dessen Praktiken und Materialitäten gestellt hat.“

Für die Darstellung ihrer Forschung habe die Preisträgerin eine gelungene Struktur und eine präzise Sprache gefunden, der man als Leserin und Leser mit wachsendem Interesse und großem Gewinn folge.

Zukunftstechnologien für die nachhaltige Energiebereitstellung vorantreiben ist das Ziel von Dr. Kai Brinkmann und Dr. Pang Wang. Die beiden forschen am Lehrstuhl von Prof. Thomas Riedl zu zwei neuartigen Arten von Solarzellen, den sogenannten Perovskit- und organische Dünnschicht-Solarzellen. In nur wenigen Jahren haben sowohl Perovskit- als auch organische Materialien eine beeindruckende Entwicklung erlebt – mit dem Potenzial zur Integration in ganz neue Anwendungsbereiche, von Gebäudefassaden, über tragbarer Elektronik bis zu Weltraumanwendungen.

Ihre abstimmbare Lichtabsorption, die kostengünstige Herstellung, das geringe Gewicht und die stetig steigende Effizienz der daraus hergestellten Solarzellen machen sie zu einer der derzeit aussichtsreichsten Materialklassen der Photovoltaikforschung. Tandemsolarzellen sind dabei spezielle photovoltaische Bauelemente, bei denen mehrere Solarzellen kombiniert werden, um mehr Sonnenlicht effizient in elektrische Energie umzuwandeln und damit grundsätzliche Limits von einzelnen Solarzellen hinter sich lassen zu können.

Das Urteil der Jury: „Zum Gebiet der Perovskit-basierten Dünnschicht-Tandemsolarzellen steuerten Kai Brinkmann und Pang Wang, eingebettet in das Team des Lehrstuhls für Elektronische Bauelemente, sehr vielversprechende und international vielbeachtete eigene Beiträge bei, die im prämierten Übersichtsartikel, veröffentlicht in der renommierten Zeitschrift ,Nature Reviews Materials‘, prominent diskutiert werden und für viel Dynamik in diesem Forschungsfeld sorgten.“