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Uta Iba aus Oberellenbach, FotografinÜber Stock und Stein, mit Hut, Handy und warm eingemummelt: So macht sich Uta Iba auf die Jagd nach glühenden Sonnenaufgängen, vereisten Gräsern und scheuen Schwänen. © Kim Hornickel

Ihr Bilder machen online und in Zeitungen die Runde: Naturfotografin Uta Iba aus Alheim plant inzwischen auch einen eigenen Fotokalender.

Alheim – Die sanften Hügel des Alheimer und das grüne Ufer des Niederellenbacher Sees sind ihr Revier. Uta Iba aus Oberellenbach ist Frühaufsteherin und mindestens dreimal pro Woche mit ihrem Galaxy S23-Handy auf Fotosafari in der Heimat unterwegs. Ihre Bilder schaffen es regelmäßig in ihrer Heimatzeitung. Auch die Hessenschau veröffentlicht die malerischen Landschaftsfotos und Tieraufnahmen auf ihrer Webseite. Auf ihrer eigenen Facebook-Seite folgen inzwischen über 1000 Menschen den Fotos, die sie unter anderem beim Joggen oder beim Wandern schießt.

Uta Iba aus Oberellenbach, Fotografin„Im Alheimer Kochbuch bin ich auch“, ruft Uta Iba und präsentiert stolz das Naturkino im Sonnenuntergang. © Kim HornickelFotografin: Schal und Hut, die stehn‘ ihr gut

Auf ihren Touren „abseits der Wege“, wie sie sagt, ist Iba gut ausgerüstet: mit einem wasserfesten Hut, hohen Gummistiefeln, den roten Schal hat sie sich eng um den Hals gelegt. Dann geht es über blätterbedeckte Pfade. „Ich suche nicht, ich sehe die Motive einfach. Vielleicht ist das angeboren“, sagt die 65-Jährige und lässt sich auf einen Stuhl an ihrem Esstisch zuhause in Oberellenbach fallen. Sie hat Waffeln gebacken, für Besuch und für sich. Eine packt sich Uta Iba auf den Teller, mit Kirschen und Sahne. Doch zum Essen kommt sie kaum. Schon nach dem ersten Bissen springt sie auf. Hastet mit schnellen Schritten durch das lichtdurchflutete Haus. Über dicke Teppiche, kramt in schweren Holzschränken. Schleppt Bilder und Bücher heran, entdeckt Anstecknadeln von früher und freut sich diebisch über jeden Fund.

Leserbilder, Uta Iba, Oberellenbach, FotografinFotos: Uta IbaZeigt, wie es geht: Die mystisch, romantischen Aufnahmen rund um ihre Heimat in Oberellenbach bearbeitet Uta Iba nicht und macht sie kurzerhand mit dem Handy. © Uta Iba

Bei schönem Wetter lege ich mich auch einfach mal ins Gras. Das geht auch, wenn man schon alt ist.

„Hier, im Alheimer Kochbuch bin ich auch“, sagt sie und schlägt flink die Seite mit dem Cinema Natura, einem „outdoor“ Kino auf der Metzebacher Höhe auf. Das Motiv ist in rotes Sonnenlicht getaucht und Uta Iba lächelt breit. Die Lachfältchen um ihre Augen werden tiefer. Sie ist stolz auf ihre Bilder, das merkt jeder, der Uta Iba kennenlernt. Genauso sehr freut sie sich aber auch über schöne Naturbilder von anderen. Die HNA-Leserfotografen und ihre Werke kennt sie gut. Ein Traum von Uta Iba: irgendwann einen eigenen Fotokalender erstellen. Hilfe holt sie sich dabei von HNA-Leserfotograf Hubert Schreier aus Breitenbach, der ist in Sachen Kalender schon ein Profi.

Leserbilder, Uta Iba, Oberellenbach, FotografinFotos: Uta IbaEin Lieblingsbild hat Uta Iba nicht. Schaut sie sich die Fotos auf ihrem Handy an, kann sie sich nicht entscheiden. © Uta IbaAlheim: Handball war ihr Leben

Auch vor der Kamera steht Uta Iba gern. Für Bilder posieren macht ihr gar nichts aus. „Und wenn die Leute zuschauen, dann sollen sie das tun. Juckt mich nicht“, sagt sie. Die 65-Jährige fällt ohnehin auf, wenn sie mit den langen Gummistiefeln durch die Heimat stapft und auch mal schlammverschmiert in den Laden muss. „Die Leute kennen mich schon“, sagt sie und grinst. Draußen sein, bei Schnee, Regen und im Sommer, da ist Uta Iba in ihrem Element.

Unterwegs sein, Sport machen, das war schon früher so und das lässt Uta Iba auch heute nicht los, sagt sie und erzählt: „Ich habe in der Bundesliga Handball gespielt.“ Damals, als junge Frau, hieß sie noch Uta Henning, wuchs in Hergershausen auf. Als sie heiratet und mit ihrem ersten Sohn schwanger wird, muss Iba eine Pause einlegen, später startet sie einen neuen Versuch im Handball, schafft es in die Regionalliga. Doch dann stürzt die Alheimerin mit dem Mountainbike im Wald. Der Arm ist gebrochen, eine große Narbe ist geblieben.

Als Handball-Trainerin beim HSG Waldhessen versucht sie ihrem Lieblingssport nah zu bleiben, doch der verletzte Arm behindert sie. „Und dann war immer der ganze Tag weg.“ Sie lässt den Handball endgültig hinter sich – und entdeckt die Fotografie. Als Klaus und Uta Iba das gemeinsame Geschäft K & U Bürosysteme in Alheim verkaufen, hat sie endlich Zeit für ihr Hobby.

Den Wald hat sie sich auch nach Hause geholt, Äste winden sich um einen Lichtkegel, eine Lampe im Wohnzimmer steht auf einem Holzklotz. Mit der Natur fühlt sich die 65-Jährige verbunden, will sie jederzeit um sich haben.

Leserbilder, Uta Iba, Oberellenbach, FotografinFotos: Uta IbaDie Stille kurz nach Sonnenaufgang ist es, die Uta Iba aus dem Bett und in den Wald treibt. © Fotos: Uta Iba

„Dabei kommt meine Seele zur Ruhe. Und eigentlich sind wir ja aus der Natur“, sagt sie und lässt den Blick durch die hohen Fenster im Wohnzimmer wandern. Landschaften zu fotografieren ist übrigens schwerer, als Detailaufnahmen zu machen, findet Iba. Trotzdem wirft sie sich auch für einen malerischen Tropfen oder Raureif auf einem Blatt auf den Waldboden. Mancher mag bei dem Anblick den Kopf schütteln. „Du bist ein Rammler, sagen die Leute“, sagt Uta Iba und lacht. Sie nennt es „kindliche Neugier“ und freut sich über jedes gelungene Motiv. „Bei schönem Wetter lege ich mich auch einfach mal ins Gras und genieße das. Das geht auch, wenn man schon alt ist.“ Der Wald mache den Kopf frei. „Man denkt vieles neu“, sagt Iba.

Die Waffel auf ihrem Teller ist inzwischen kalt geworden. Uta Iba löffelt ein paar Kirschen, hinter ihr hängt eines der ersten selbst geschossenen Fotos an der Wand. Bunte Häuser auf Stelzen am Meer in Holland, hübsch in einer Reihe. „Da lag mir das Fotografieren schon im Blut, aber ich hatte noch keine Zeit“, sagt die Naturfotografin und schiebt sich noch schnell einen Löffel in den Mund, ihr nächster Spaziergang wartet schon auf sie. (Kim Hornickel)