2025 ist Maite Kelly mit „Die Happy-Show… geht weiter!“ durch Deutschland getourt. Jetzt spricht die Sängerin (45) in der Wochenzeitung Die Zeit über ihre Kindheit als zweitjüngster Spross in einer Musikerfamilie.

Anfangs musizierte Maite Kellys Vater mit seinen 13 Kindern auf der Straße. 1994 verdiente die irisch-amerikanische Familie mit dem Album „Over the Hump“ plötzlich Millionen.

Vom Hippie zum Millionär

Nachdem Maite Kellys Familie seit den 70er als Straßenkünstler in Europa und den USA ihr Geld verdienten, war sie auf den raschen Ruhm in den 90er Jahren nicht vorbereitet. Alleine in Deutschland blieb „Over the Hump“ 53 Wochen in den Top Ten der deutschen Charts.

„Wir führten jahrelang ein Hippieleben, wir hatten kaum Geld,“ erinnert sich Kelly im Interview mit Die Zeit. „Als die Millionen wirklich reinkamen gab es eine Phase, in der das viele Geld nicht gut war für viele in meiner Familie,“ sagt sie.

Den Umbruch im Lebensstil mental zu verarbeiten, sei nicht einfach gewesen. „In dieser Zeit habe ich meinen Vater nicht widererkannt“, so Kelly. Er wollte die Unabhängigkeit der Familie erhalten und musste vielen Anfragen widerstehen. Diese Entscheidungen hätten in der Familie Streitigkeiten ausgelöst. Kellys Vater sein an die falschen Berater geraten.

Größenwahn packt auch Maite Kellys Vater

Der Größenwahn habe viele in der Familie mitgerissen. „Ja, der Größenwahn hat auch ihn gepackt“, sagt Kelly über ihren Vater. Trotzdem habe er sich wenig Hilfe geholt. Ihr Vater dachte, er könnte den Ruhm und die internationale Aufmerksamkeit alleine unter Kontrolle bringen.

Rückblickend sieht Kelly die Isolation auf den Tourneen und das Leben „out of reality“ als Grund für den Kontrollverlust. Vor dem Durchbruch hatte die Familie Kelly in einem Wohnwagen gelebt, nach dem „kommerziellen Ruhm“ waren Hotels ihr zuhause auf der Tournee.

Jetsetleben wird zur Normalität

Es sei irgendwann normal gewesen, einen Jet zu mieten. Es sei nicht mehr möglich gewesen, darüber zu scherzen. Denn niemand hätte noch verstanden, wie außergewöhnlich die Situation sei.

Auch habe es keine objektiven Zweitmeinungen gegeben. Denn die anderen Menschen auf der Tour seien alle von der Familie bezahlt worden. „Man verliert den inneren Kompass, die Erdung,“ sagt Kelly. Und fasst zusammen: „Diese Parallelwelt birgt die Gefahr, dass man sich ein eigenes Reich errichtet.“

  • Sarah-Christin Großmann

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