Apple untermauert seine wiederholte Kritik an den europäischen Digitalgesetzen mit einer neuen Untersuchung zur Preisentwicklung im App Store. Eine von Apple unterstützte Studie (PDF) kommt zu dem Schluss, dass die durch den Digital Markets Act erhofften Preisvorteile für Nutzer weitgehend ausgeblieben seien.
Gleichzeitig wird jedoch nicht thematisiert, wie sehr das Ergebnis mit Apples eigener Ausgestaltung der neuen Regeln zusammenhängt.
Weniger Gebühren, aber kaum sinkende Preise
Seit Frühjahr 2024 gelten in der EU alternative Geschäftsbedingungen, die App-Entwicklern niedrigere Gebühren ermöglichen. Die durchschnittliche Kommission sank dabei um etwa zehn Prozentpunkte. Laut der Analyse hielten Entwickler ihre Preise jedoch meist stabil oder erhöhten sie sogar.
Nur neun Prozent der Produkte seien günstiger geworden, und selbst dabei handelte es sich überwiegend um marktübliche Schwankungen. Rund 86 Prozent der Ersparnisse seien zudem an Anbieter außerhalb der EU geflossen.
Apple nutzt diese Zahlen, um Zweifel an der Wirksamkeit der Regulierung zu streuen. Dabei bleibt unerwähnt, dass die Rahmenbedingungen der Umsetzung maßgeblich vom Konzern selbst gestaltet wurden. Ob App-Entwickler auf alternative Bezahlsysteme setzen oder ihre Anwendungen außerhalb des App Stores anbieten, liegt zwar formal in ihrer Hand, in der Praxis bleibt der Aufwand jedoch hoch.
Zulassungsverfahren statt einfacher Verteilung
Entwickler, die ihre Apps direkt über eigene Webseiten anbieten möchten, müssen diese weiterhin bei Apple einreichen und freigeben lassen. Die damit verbundene Wartezeit beträgt mitunter mehrere Wochen. Auch die Nutzung alternativer Zahlungswege innerhalb des App Stores ist nur unter spezifischen Bedingungen möglich, die viele Anbieter vor Herausforderungen stellen. Das Resultat: Die neuen Möglichkeiten wirken wenig attraktiv und finden kaum Verbreitung.
In der öffentlichen Darstellung konzentriert sich Apple dennoch auf die Defizite, die aus genau dieser restriktiven Umsetzung resultieren. Die Kritik an der EU trifft damit vor allem auf jene Spielräume, die Apple selbst aktiv begrenzt. Für Nutzerinnen und Nutzer bleibt der Zugang zu alternativen App-Angeboten entsprechend eingeschränkt, die Verantwortung dafür wird geschickt verschoben.
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