Whisky ist immer noch Männersache. Da können die Whiskybrenner und -händler noch so oft beteuern, dass sich immer mehr Frauen für das „Wasser des Lebens“ begeistern – spätestens auf der „Interwhisky“ wird klar, dass es am Ende doch vor allem Männer sind, die die ebenso große wie eingeschworene Fangemeinde der Traditionsspirituose bilden. Am Wochenende werden sie wieder zu Tausenden ins Wiesbadener Kurhaus pilgern und fröhlich die Probiergläschen schwenken.

Viele mit Bart, manche mit Zopf. Erstaunlich viele mit karierten Hosen oder Hemden, einige sogar im schottischen Kilt und mit traditioneller Glengarry-Mütze, die meisten mit leuchtenden, einige mit roten Augen. Am Ende dürften es wieder um die 10.000 Besucher werden, die von Freitag bis Sonntag zur größten Whiskymesse des Landes strömen – und auch diesmal werden die Frauen wieder in der Minderheit sein.

Aus recht bescheidenen Anfängen hat sich die „Interwhisky“, die sich an Fachbesucher und das breite Publikum gleichermaßen wendet, in den vergangenen 25 Jahren zum Branchenprimus in Deutschland entwickelt. Inzwischen gibt es Dutzende andere Whiskymessen in der Republik, und zuletzt hat der Spirituosengroßhändler Kirsch Import in Hamburg eine viel beachtete Messepremiere mit mehr als 2000 Besuchern gefeiert – aber an der „Interwhisky“ kommt am Ende doch niemand vorbei. Wem es ernst ist mit seiner Liebe zum fassgelagerten Getreidebrand, für den ist sie ein Pflichttermin, der einen ganz besonderen Platz im Kalender verdient hat.

Mehrere Tausend Besucher werden am Wochenende mit ihren Probiergläsern durch das Wiesbadener Kurhaus streifen.Mehrere Tausend Besucher werden am Wochenende mit ihren Probiergläsern durch das Wiesbadener Kurhaus streifen.Marcus Kaufhold

Die „Interwhisky“ ist nicht nur die größte, sondern auch die älteste Whiskymesse in Deutschland. In diesem Jahr findet die 26. Ausgabe statt. Zum 25-Jahre-Jubiläum hatten die Veranstalter im vergangenen Jahr ihren angestammten Standort in Frankfurt, wo sie zuletzt das Gesellschaftshaus des Palmengartens genutzt hatten, verlassen und waren in die neue, neoklassizistische Location des Wiesbadener Kurhauses umgezogen. Dort wird auch diesmal ausgeschenkt, geschnuppert und genippt.

KI-Artikelchat nutzen

Mit der kostenlosen Registrierung nutzen Sie Vorteile wie den Merkzettel.
Dies ist
kein Abo und kein Zugang zu FAZ+
Artikeln.

Sie haben Zugriff mit Ihrem Digital-Abo.

Vielen Dank für Ihre Registrierung




Die Besucher der „Interwhisky“ reisen inzwischen aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland an. Nicht nur die Freaks, die sich mitunter besser auskennen als mancher Fachhändler und stets auf der Suche nach neuen Abfüllungen und Raritäten sind, sondern auch Whiskynovizen können im Kurhaus in insgesamt acht Sälen und Räumen an den Degustationsständen der Destillerien und Importeure probieren, was die Flaschen hergeben. Zudem stehen mehr als 70 Foren, Seminare und Masterclasses auf dem Programm, die noch tiefere Einblick ermöglichen.

Weil das „Wasser des Lebens“ schon lange nicht mehr nur in Schottland und Irland, sondern überall auf der Welt gebrannt wird, ist über die Jahre das Feld der Aussteller immer internationaler geworden. In Wiesbaden können die Besucher auch Whiskys und Whiskeys aus Nordamerika oder Japan, Dänemark oder Indien, Brasilien oder Deutschland kennenlernen und verkosten.

Die 26. Ausgabe „Interwhisky“ findet von Freitag, 14. November, bis Sonntag, 16. November, im Kurhaus Wiesbaden statt. Sie ist Freitag von 15 bis 22 Uhr geöffnet, Samstag von 12 bis 21 Uhr und am Sonntag von 12 bis 18 Uhr. Die Tagestickets kosten jeweils 24 Euro, eine Karte für alle drei Tage ist für 49 Euro zu haben. Zu bekommen sind die Karten online unter www.interwhisky.de. Dort gibt es auch Tickets für die vielen unterschiedlichen Veranstaltungen während der Messe.