Klimademo in Stuttgart: „Oma, was ist ein Schneemann?“ – Fridays for Future hat Forderungen ans Land Am Freitag war weltweiter Klimastreik. Fridays for Future übergab bereits am Donnerstag konkrete Forderungen an Landtagsabgeordnete. Foto: Lena Fux

Die Klimaschutzbewegung fordert in Stuttgart von der Landespolitik mehr Tempo für ihre Themen. Aber zur Demo kommen weniger Menschen als geplant.

Während im brasilianischen Belém die 30. UN-Klimakonferenz läuft, hat die Klimaschutzbewegung Fridays for Future (FFF) am Freitag im Rahmen des weltweiten Klimastreiks in Stuttgart demonstriert. „Klimaschutz ist gut fürs Stadtbild“, „Wir haben Angst um unsere Zukunft“ und „Oma, was ist ein Schneemann?“ steht auf selbstgemachten Schildern der Teilnehmenden.

Laut Polizei und Veranstalter sind 500 Menschen angemeldet, auf dem Marktplatz sammeln sich jedoch am Freitagnachmittag augenscheinlich weniger. Das verwundert eine Teilnehmerin: „Wenn man sich überlegt, wie viele junge Menschen es hier in der Region gibt, dann müsste der Platz mehr als voll sein.“

Die Stimmung ist friedlich, immer wieder unterbrechen zustimmende Rufe die Reden vor dem Rathaus. Der gemeinsame Wunsch: Eine lebenswerte Zukunft mit einem geschützten Klima.

FFF fordert dafür konkrete Schritte

Damit das funktioniert, sieht Fridays for Future Handlungsbedarf – auch in Baden-Württemberg, das bis 2040 klimaneutral werden will. In Hinblick auf die Landtagswahl im Jahr 2026 übergaben deshalb Anhänger der Bewegung bereits am Donnerstag konkrete Forderungen an die Landtagsabgeordneten. Darunter unter anderem Klimaschutz als verbindliche Pflichtaufgabe für Kommunen, eine Verzehnfachung des Windkraftausbaus und eine Transformationsförderung für Unternehmen.

Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) sagte bei der Kundgebung dazu: „Klimaschutz geht uns alle an. Die Politik muss den Rahmen dazu schaffen. Es geht um unsere Lebensgrundlage. Ökologie und Ökonomie muss miteinander verknüpft und zusammengedacht werden und sozial verträglich sein.“

Laut Demian Schlegel, Pressesprecher der FFF-Ortsgruppe, sind Gespräche mit Politikern und Parteien im Gange, um die Forderungen in die Wahlprogramme einfließen zu lassen. Bis zur Landtagswahl am 8. März 2026 seien außerdem weitere landesweite Aktionen geplant.

Wie wichtig ist Klimaschutz noch?

Genau vor zehn Jahren wurde das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet, mit dem Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. 195 Länder, darunter auch Deutschland, haben es ratifiziert. Doch in Zeiten von Krieg, Inflation und globaler Unsicherheit stellt sich die Frage: Rückt der Klimaschutz in den Hintergrund?

Ein Teilnehmer der Demo widerspricht entschieden: „Durch die weltpolitischen Probleme ist das Thema Klimaschutz in den Hintergrund gerückt. Aber Umweltschutz ist ein Schlüsselthema.“ Eine weitere Teilnehmerin ergänzt: „Klimaschutz ist die Grundlage für eine gesunde Industriepolitik, für eine gesunde Welt und die Sozialgesellschaft.“