Spielszene MT Melsungen gegen TSV Hannover-Burgdorf: Renars Uscins (vorne)

AUDIO: Hannovers Handballer mit Unentschieden in Melsungen (1 Min)

Stand: 14.11.2025 22:29 Uhr

Die TSV Hannover-Burgdorf hat in der Handball-Bundesliga den fünften Saisonsieg verpasst. Das Team von Trainer Christian Prokop erkämpfte sich am Freitagabend bei der MT Melsungen in einer zerfahrenen Partie dank guter Moral aber ein 29:29 (17:16).

von Tobias Knaack

In einer umkämpften und von vielen Zeitstrafen geprägten Partie warf Linksaußen August Pedersen zehn Sekunden vor dem Ende den Ausgleich. Es war der 14. Treffer des Norwegers – die meisten in seiner Bundesliga-Karriere. Die „Recken“ verdienten sich den Punkt dank einer starken Moral, denn gleich mehrfach kämpften sie sich von Rückständen zurück in die Partie.

Für die Niedersachsen geht es in der kommenden Woche knackig weiter: Am Dienstag geht es zunächst in der European League zum schwedischen Club IK Sävehof (18.45 Uhr, im NDR Livecenter), bevor in der Liga am Donnerstag der Bergische HC an die Leine kommt (19 Uhr, ebenfalls im NDR Livecenter).

Ein Handball liegt im Tornetz.

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Hohes Tempo und Traumtore

Die Partie in der Kasseler Rothenbach-Halle begann mit Hochgeschwindigkeit – und einer besonderen Maßnahme von Coach Prokop. Beim Stand von 1:3 aus Sicht der Gäste stellte er im Angriff bereits nach gut zwei Minuten auf Sieben-gegen-sechs um. Mit Erfolg: Marian Michalczik spielte am Kreis einen herrlichen Pass hinter dem Rücken auf Thomas Alfred Solstad, der zum 2:3 verkürzte (3.).

Dennoch: Tonangebend waren zu Beginn die Gastgeber. Der Ex-Hannoveraner Timo Kastening erzielte von Rechtsaußen die erste Drei-Tore-Führung der MT nach einem nicht minder schönen hinter dem Rücken von Nikolaj Enderleit (8:5, 10.).

Pedersen überragt bei Hannover

Die Niedersachsen taten sich zunächst ziemlich schwer, in ihre offensiven Abläufe zu kommen, einzig Pedersen versprühte zunächst eine Art Leichtigkeit und verkürzte nach 15 Minuten mit seinem fünften Treffer auf 9:10. In dieser Phase entwickelte sich das Ergebnis wie eine Ziehharmonika: Melsungen zog etwas weg, die TSV kämpfte sich wieder heran. Und das immer wieder sehenswert: Justus Fischer bekam den Ball beinahe schon im Fallen an den Kreis, schaffte es aber dennoch, sich noch zu drehen und den Ball ins Tor zu jagen (12:13, 20.).

Auch in der Deckung steigerten sich die „Recken“ in der Folge – und gingen sogar mit einer Führung in die Pause. Die war allerdings auch einem kapitalen Fehler der Hessen geschuldet. Die hatten neun Sekunden vor der Pausensirene nämlich eigentlich den Ball, warfen diesen – aus einer Auszeit kommend – aber aufgrund eines Missverständnisses weg. Pedersen schnappte sich den Ball und traf in hohem Bogen zur ersten Hannoveraner Führung – 17:16.

Wilde Phase nach Wiederbeginn

War die umkämpfte Partie zum Ende des ersten Durchgangs schon zerfahren, konnte von Spielfluss zu Beginn des zweiten Abschnitts gleich gar keine Rede mehr sein. Alleine in den ersten 70 Sekunden gab es zwei Videobeweise. Das Stop-and-go-Spiel kam eher den Gästen zugute, Pedersen – wer sonst – erhöhte per Siebenmeter auf 18:16 (31.) und traf aus dem Spiel heraus zum 19:16 (35.).

Vorteil Hannover also? Mitnichten. Denn waren es zuvor vor allem die Hessen, die sich mit harten Fouls Zwei-Minuten-Strafen eingehandelt hatten, war nun die TSV in der Deckung gleich mehrfach nach Ansicht der Schiedsrichter Jannik Otto und Raphael Piper zu spät und handelte sich eine dreifache Unterzahl ein. Binnen vier Minuten drehte Melsungen mit einem 5:0-Lauf die Partie wieder (21:19, 39.)

Pedersen Sekunden vor dem Ende zum Ausgleich

Die „Recken“ aber kämpften und blieben dran. Beim Stand von 26:26 hatten beide Teams gleich mehrfach die Chance, in Führung zu gehen, doch erst Leif Tissier brach den Bann und traf zum 27:26 für das Prokop-Team (54.). Melsungen traf nach zehn torlosen Minuten aber wieder und egalisierte (57.).

Es war nun alles offen. Olle Forsell Schefvert brachte Melsungen zwar zwei Minuten vor dem Ende mit zwei Treffern in Führung (29:27), ein letztes Mal aber zeigte Hannover große Moral. Simon Gade parierte einen Wurf von Uladzislau Kulesh und Pedersen erzielte zehn Sekunden vor der Schlusssirene per Siebenmeter den Endstand.

Renars Uscins beim Torwurf gegen IK Sävehof

Dem niedersächsischen Handball-Bundesligisten gelang am Dienstagabend mit etwas Zittern ein Erfolg gegen IK Sävehof.