
Für Alexander Zverev sind die ATP-Finals vorzeitig beendet. Der Hamburger unterlag im letzten Gruppenspiel dem Kanadier Felix Auger-Aliassime in zwei Sätzen.
Das Aus für Alexander Zverev kam schon in der Gruppenphase: Sein letztes Match in der Gruppe Björn Borg bei den ATP-Finals hätte der deutsche Tennisprofi für sich entscheiden müssen, um den dritten Titel nach 2018 und 2021 gewinnen zu können.
Doch Zverev unterlag am Freitagabend (14.11.2025) mit 4:6 6:7 (4:7) gegen Felix Auger-Alliassime – und konnte nicht an seine gute Form der Vortage anknüpfen.
Nach einem Sieg gegen Ben Shelton und einer Pleite gegen Jannik Sinner ist das Turnier nun vorzeitig für den besten deutschen Tennisspieler beendet.
Saison für Zverev geht weiter
Der Kanadier trifft dagegen am Samstag im Halbfinale auf den Spanier Carlos Alcaraz. Die zweite Partie bestreiten Sinner (Italien) und Alex de Minaur (Australien).
Noch scheint diese so schwankend verlaufende Saison für Zverev nicht vorbei zu sein. Er hatte den Davis-Cup-Team zugesagt, an der Finalrunde im italienischen Bologna (18. – 23.11.) teilzunehmen.
Zverev mit gutem Aufschlag
Die Partie begann auf solidem Niveau. Sowohl Auger-Aliassime als auch Zverev hatten wenig Mühe, ihre ersten beiden Aufschlagspiele zu gewinnen. Der Deutsche hatte im dritten Aufschlagspiel des Kanadiers den ersten Breakball, aber Augier-Aliassime servierte danach drei Mal so stark, dass er das Spiel noch gewinnen konnte.
Beide Spieler steigerten langsam das Niveau. Zverev schaffte es aber nicht, die Spielkontrolle gegen seinen aggressiv agierenden Kontrahenten zu übernehmen. Der 28-Jährige schaffte es bis dahin aber, seine größte Stärke, den ersten Aufschlag, mit rund 80 Prozent ins Feld zu bringen, was es Auger-Aliassime schwer machte.
Slice-Bälle auf Zverevs Vorhand
Im fünften Aufschlagspiel des Kanadiers erarbeitete sich Zverev den nächsten Breakball, aber wieder präsentierte sich Auger-Aliassime mental stark und gewann das Spiel erneut. Und seine Taktik, mit dem Slice immer wieder Zverevs Vorhand anzuspielen, machte sich im fünften Aufschlagspiel des Deutschen bezahlt. Zverev konnte mit den weichen, langsamen Bällen nichts anfangen und wurde fehleranfälliger.
Gleich vier Breakbälle erarbeitete sich Auger-Aliassime. Im vierten Versuch setzte sich der mutige Kanadier dann gegen den immer passiver agierenden Zverev durch und verwandelte eine Vorhand kurz-cross zum 6:4.
Niveau der Partie sinkt
Der zweite Satz begann wieder ausgeglichen, beide Spieler hatten zunächst wenig Mühe mit ihren Aufschlagspielen. Zverev wirkte allerdings zunehmend unzufrieden, schien zunehmend gefrustet zu sein, während sein Kontrahent auf der gegenüberliegenden Seite keine Miene verzog und ein Pokerface aufsetzte.
Und in seinem zweiten Aufschlagspiel wackelte Zverev wieder bedenklich, ein 15:40 konnte er mit guten Aufschlägen und mentaler Stärke gerade noch ausbügeln und zum 2:2 ausgleichen. Und plötzlich wendete sich das Blatt. Auger-Aliassime wirkte plötzlich vorsichtiger, musste ebenfalls bei eigenem Service ein 15:40 verteidigen, aber auch ihm gelang dies und er erhöhte auf 3:2. Das Niveau der Partie sank allerdings deutlich.
Fehlerhaft auf beiden Seiten
Das folgende Aufschlagspiel Zverevs war gespickt von Fehlern auf beiden Seiten. Über zehn Minuten schienen sich beide Spieler gegenseitig mit Fehlern überbieten zu wollen, beide waren extrem angespannt. Am Ende konnte Zverev irgendwie zum 3:3 ausgleichen.
Auger-Aliassime fing sich etwas schneller wieder, konnte zum 4:3 erhöhen. Zverev fand auch wieder zurück in die Spur, konnte zum 4:4 ausgleichen. Die Partie blieb aber fehlerhaft. Der Kanadier servierte indes überzeugend, Zverev hatte zumeist Mühe, überhaupt einen Return ins Feld zu spielen. Beide Spieler hielten sich in der Folge schadlos und so ging es in den Tiebreak.
Kanadier spielte mutiger
Auger-Aliassime wirkte mutiger, ging mit 2:0 in Führung, Zverev konnte aber sofort ausgleichen und ging sogar mit 4:3 in führung. Doch danach wurde die offensivere Spielweise des Kanadiers belohnt und er siegte letztlich verdient mit 7:4.
