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Werben für die Artothek – hier mit einem Neuzugang von Wilhelm Morgners „Tierdresseur“ – und die Möglichkeit, Kunst in den Alltag zu bringen (von links): Inga Schubert-Hartmann (Kreiskunstverein/Artothek), Museumsleiter Michael Stockhausen und Christa Müller (Artothek). © Marion Heier
Die Soester Artothek bietet Kunst zum Ausleihen an. Für nur sechs Euro kann man ein Werk für drei Monate mit nach Hause nehmen und aufhängen. Mehr als 600 Werke stehen zur Auswahl.
Soest – Für Michael Stockhausen ist sie so etwas wie eine „Einstiegsdroge in die Kunst“: die Soester Artothek. Bei ihr kann man sich für wenig Geld zu Hause oder im Büro hochwertige Kunst an die Wand hängen. Der Leiter des Museums Wilhelm Morgner ist ständig von Kunst umgeben und wenn es nach ihm und dem ehrenamtlich aufgestellten Team der Artothek geht, soll Kunst kein Luxus sein.
Hochwertige Kunst für zu Hause günstig ausleihen: Die Soester Artothek macht es möglich
Sechs Euro nur kostet es inklusive Versicherung, sich für drei Monate ein Kunstwerk auszuleihen. Zweimal darf verlängert werden. „Das ist doch kein schlechtes Angebot“, sagt er. Kunst „nur“ auszuleihen, ohne dass sie einem gehört, habe durchaus seinen Charme. Sie liefert – bei regelmäßiger Ausleihe – immer wieder neue Inspiration. Die Artothek ermögliche es allen, „sich preiswert mit guter Kunst auseinanderzusetzen“, sagt er, dem es ein natürliches Anliegen ist, Kunst in die Gesellschaft zu tragen. Sie ermögliche, Kunst im heimischen Setting, „etwa am Frühstückstisch“, zu sehen. So könne Kunst im Alltag wirken.
Erst kürzlich hat der Artothekenverband NRW im Museum getagt. Ihm sind 22 Mitglieder angeschlossen. Ganz aktuell ist die „geheime Artothek“ in Münster installiert worden, die nur an Landesinstitutionen und Behörden ausleiht. „Die Anzahl der Artotheken steigt“, so Inga Schubert-Hartmann.
Infos zu Ausleihe und Ehrenamt
Die Soester Artothek befindet sich im Museum Wilhelm Morgner. Geöffnet ist mittwochs von 15 bis 17 und samstags von 11 bis 13 Uhr. Träger sind die Stadt Soest und der Kreiskunstverein. Im Bestand sind rund 630 Kunstwerke, vorwiegend Grafiken ab 1945, die aus Schenkungen und Ankäufen stammen oder Dauerleihgaben sind. Die Ausleihgebühr für drei Monate beträgt fünf Euro plus 1 Euro Versicherungsgebühr, Verlängerung möglich. Firmen zahlen 10 Euro, für Schulen und Kitas ist es kostenlos. Die Ausleihe erfolgt über einen kostenlosen Mitgliedsausweis.
Inspiration für Büros und Praxen – auch für Schulen interessant
Wie in Soest sind die Artotheken nicht mehr den Bibliotheken, sondern den Museen angegliedert. Am 1. Dezember 1983 gegründet, zog die Artothek 2007 von der Stadtbücherei ins Museum. Jährlich werden rund 300 Arbeiten ausgeliehen. In Anspruch genommen wird sie von Privatpersonen und bislang nur vereinzelt von Firmen. Auch Inga Schubert-Hartmann wirbt für mehr Kunst nicht nur in den eigenen vier Wänden, sondern in Bürogemeinschaften, Kanzleien und Praxen oder auch Hospizen und Schulen, „wo die Kunst einen besonders wertvollen Beitrag leisten kann“.
Acht Ehrenamtliche kümmern sich unter der Federführung von Christa Müller und dem Kreiskunstverein als Betreiber um den Bestand von knapp 640 Kunstwerken, anfangs waren es 400 Werke, die alle gerahmt und sortiert in Extraregalen aufbewahrt werden. Im Konvolut sind Arbeiten von verstorbenen Künstlern, und auch gegenwärtigen Künstlern. Sie alle haben in irgendeiner Form einen Soester Bezug, oftmals waren die Druckwerkstätten Kätelhön Dreh- und Angelpunkt. Ausgeliehen werden können Druckgrafiken, Lithografien, Radierungen, Holzschnitte, Handzeichnungen, Aquarelle oder Arbeiten in Mischtechniken. Geschaffen wurden sie von Künstlern wie Horst Antes, Willibrord Haas, Annegret Soltau oder den Soester Künstlern Fritz Risken oder Richard A. Cox.
Große Freude über Neuzugang: Wilhelm Morgners „Tierdresseur“
Meist sind es Schenkungen, die aus Erbschaften oder Haushaltsauflösungen stammen, oder Leihgaben und Ankäufe. Sie alle werden auf ihre Echtheit geprüft. Ganz besonders freut sich das Team über einen Neuzugang, über ein Replikat von Wilhelm Morgners „Tierdresseur“, ein Holzschnitt aus dem Jahr 1912, das der Förderverein des Museums gespendet hat. Außerdem werden in einer limitierten Auflage Kunstdrucke des Motivs im Format 60 x 80 Zentimeter angeboten.
Werke aus der Artothek selbst dürfen weder verschenkt noch verkauft werden. Von den Einnahmen werden neue Arbeiten erworben. Noch werden ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht. Wer ehrenamtlich mithelfen möchte, meldet sich bei Christa Müller unter Telefon 02921/1031138, info@artothek-soest.de, www.artothek-soest.de.