Den größten Erfolg seiner Karriere feierte Christopher Lenz vor etwas mehr als drei Jahren. Mit Eintracht Frankfurt gewann der Linksverteidiger damals die Europa League und traf im Finale gegen die Glasgow Ranges sogar beim entscheidenden Elfmeterschießen. Danach folgten Stationen bei RB Leipzig und bei der TSG Hoffenheim, wo Lenz wegen schwerer Verletzungen nie wirklich Fuß fassen konnte. Diese Verletzungsanfälligkeit setzte sich nun auch bei Fortuna fort, wo mit Markus Anfang inzwischen ein alter Bekannter des 31-Jährigen an der Seitenlinie steht. Und der neue Trainer glaubt weiterhin an die Qualitäten des Linksverteidigers.

Zumal, da Lenz mittlerweile wieder auf dem Trainingsplatz zu sehen ist. „,Chris’ hat in der vergangenen Woche schon wieder Teile des Trainings mitgemacht. Wir versuchen jetzt, ihn immer weiter zu integrieren“, sagt Anfang. „Er ist in den Spielformen noch als neutraler Mann unterwegs, damit er sich zwischendurch immer auch ein bisschen Luft nehmen kann. Wichtig ist, dass er schnell wieder in die Mannschaft reinkommt, alle Einheiten mitmacht, die Trainingsbelastung toleriert und im besten Fall dann auch die Spielbelastung wieder schafft.“ Erst 24 Minuten stand Lenz in dieser Saison auf dem Platz, das letzte Mal am dritten Spieltag. Anschließend setzte ihn ein Muskelfaserriss außer Gefecht.

Dennoch glaubt Trainer Anfang, dass der Linksverteidiger über das nötige Niveau für die Zweite Liga verfügt. „Ich kenne seine Qualität und weiß, was er kann. Er ist nicht umsonst in der Bundesliga bei Eintracht Frankfurt durchgestartet“, sagt der 51-Jährige. Von den Fähigkeiten des Linksverteidigers ist Anfang schon seit Jahren überzeugt: Als Trainer des damaligen Drittligisten Holstein Kiel lotste ihn Anfang einst zu „Störchen“. Gemeinsam schafften sie anschließend den Zweitliga-Aufstieg; Lenz war auf der Linksverteidiger-Position gesetzt. In der Zweiten Liga wurde er dann von einer Adduktorenverletzung heimgesucht, weswegen er einen Großteil der Saison verpasste. Nach der verlorenen Bundesliga-Relegation gegen Wolfsburg verließen Anfang und Lenz den Klub, nun haben sie sich bei Fortuna wiedergetroffen.

„Ich muss ,Chris’ jetzt fit auf dem Trainingsplatz sehen, das ist für mich das allerwichtigste“, sagt Anfang. „Er muss belastbar sein, damit er der Mannschaft helfen kann.“ Denn all die Qualitäten des Routiniers sind letztendlich wertlos, wenn er sie nicht auf dem Platz zeigen kann. Das sieht auch der Coach so: „Er hat natürlich eine gewisse Erfahrung, aber jeder Spieler lebt von der Spielpraxis, und die hatte er zuletzt weniger.“ Damit die alten Weggefährten eine ähnliche Erfolgsgeschichte wie in Kiel auch bei Fortuna schreiben können, ist noch viel Arbeit vonnöten – und vor allem, dass Lenz nach erfolgreicher Rückkehr langfristig ohne Verletzung bleibt.