Gibt es denn auch Bereiche, wo Sie als Fanszenen sagen: Da könnten wir ruhiger werden und uns besser verhalten?
Seitens der Fans machen wir das sehr gut, würde ich sagen. Wir sind in dieser Hinsicht auch gewachsen und reifer geworden. Wir sind in der Lage, Hebel in Bewegung zu setzen. Was besser werden muss, sind Gespräche mit Vertretern aus Verbänden und Politik. Da kommt es darauf an: Wie transparent ist die Politik mit Verbänden und Vereinen und wie transparent gehen die Verbände und Vereine im Anschluss mit den Fans um? Ich hoffe, dass wir uns künftig rechtzeitig zusammensetzen, um dann mit einer noch größeren Manpower der Politik entgegenzutreten, wenn ein derartiges Damoklesschwert über unseren Köpfen schwebt.
Inwiefern gibt es einen Austausch zwischen den Fanszenen Deutschlands und der Politik?
Da kann ich erstmal nur für unseren Standort sprechen. In Berlin wird es einen Austausch mit der Politik geben. Unsere Themen sind definitiv platziert und wir schauen mal, wie weit wir kommen. Auch andere Standorte haben signalisiert, dass Dialoge mit der Politik folgen werden.
Wie geht der Protest nach der Demo weiter? Was ist noch geplant?
Auch hier würde ich gerne wieder nur für unseren Standort sprechen. Es ist sicher noch nicht das Ende der Fahnenstange. Bis zum 3. Dezember haben wir noch Zeit, auf die Innenministerkonferenz und die dortigen Pläne aufmerksam zu machen. Was genau von unserer Seite noch passieren wird, steht aber noch in den Sternen.
Vielen Dank für das Gespräch!
Das Interview führte Uri Zahavi.