Berlin – Die Linken haben am Wochenende ihre Spitzenkandidatin für die Berliner Wahlen 2026 gekürt. Es ist Elif Eralp aus Kreuzberg, eine Juristin, verheiratet, Mutter zweier Kinder, sie wirkt sehr sympathisch.
Auch interessant
Anzeige
Auch interessant
Anzeige
Ihre Eltern sind türkische Sozialisten. Sie ist auch eine Sozialistin, deshalb ist ihr politisches Programm eher altbacken und überschaubar: Da werden die Reichen zur Kasse gebeten – mit einer „Luxusvillensteuer“, wie sie es formuliert. Private Wohnungsbauunternehmen will sie enteignen.
Und schließlich schielt sie auf die vielen Ausländer in Berlin und verspricht ihnen das Wahlrecht. Diese Forderung ist grundgesetzwidrig und Elif Eralp ist damit in dieser Hinsicht eigentlich ein Fall für den Verfassungsschutz, wenn man es genau nimmt.
Ganz nach dem Vorbild ihres erfolgreichen Parteikollegen Ferat Koçak, der zur Bundestagswahl 2025 in Neukölln fast 30 Prozent der Stimmen holte, bedient sie die feindselige Stimmung gegen Israel im türkisch-arabischen Einwanderermilieu.
Im Leitantrag des Landesvorstandes der Linken („Berlin verbindet – Solidarität über Grenzen hinweg“) wird der Krieg Israels gegen die Hamas als „systematische und im Kern vernichtende Gewalt, die auf Vertreibung zielte“ bezeichnet. Dort wird behauptet, Palästinenser in Berlin stünden unter „Generalverdacht“. Der Hass gegen Israel und die Juden, der von den Demonstrationen der Palästinenser und Linksextremisten ausgeht, wird nicht erwähnt.
Mit anderen Worten: Frau Eralp ist eine gnadenlose Populistin, nur dass sie nicht als solche bezeichnet wird. Die Medien nennen rechte Politiker ganz selbstverständlich „Rechtspopulisten“, auch wenn sie keine sind, linken Politikern aber geben sie diesen Titel nie.
Populisten streuen den Wählern Sand in die Augen und geben Versprechen, die sie nicht halten können. Genau das macht Elif Eralp mit ihren Linken: Sie gaukeln den Menschen erstens vor, dass die Wohnungsnot behoben sei, wenn 220.000 Wohnungen enteignet sind. Dann aber gibt es nicht mehr Wohnraum als zuvor.
Sie wollen zweitens die Mieten im öffentlichen Wohnungsbau noch weiter deckeln und sagen nicht, wie Instandhaltung und Neubau finanziert werden können. Sie wollen drittens private Eigentümer zwingen, jede dritte Bestandswohnung an Sozialmieter zu vergeben, doch auch dadurch entsteht kein neuer Wohnraum.
Die Linke versteht sich auf Parolen, hat aber kein Konzept. Sie weiß nicht, wie sie für bezahlbaren Wohnraum sorgen soll, den sie verspricht. Sie täuscht Aufbruch und Neuanfang vor, und kocht doch nur die alten marxistischen Phrasen auf. Sie schürt die Stimmung gegen das Eigentum – das ist gefährlich, denn diese Stimmung kann in mörderische Gewalt umschlagen, wie uns die Geschichte lehrt. Die Linke beteiligt sich außerdem am Kampf der Straße gegen Israel – das ist regelrecht niederträchtig.
Dieses gefährliche Spiel wird jetzt unter Führung einer lächelnden 44-jährigen Frau gespielt, die immer mehr Anhänger hinter sich versammelt, die noch viel jünger sind. Eine neue junge Rotfront marschiert. Wo geht die Reise hin? Ins Rote Rathaus? Gott bewahre Berlin vor dieser Aussicht.
Hat Gunnar Schupelius recht? Schreiben Sie an: gunnar.schupelius@axelspringer.de