Militärische Aufrüstung
Politischer Konflikt in Hamburg nach Bremerhaven-Beschluss
17.11.2025 – 02:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Quelle: Christian Charisius/dpa
Der Bund investiert Milliarden in Bremerhaven – Hamburg bekommt nichts. SPD und CDU streiten über die Schuld. Doch einer schweigt auffällig.
Der Bund investiert 1,35 Milliarden Euro in den Ausbau der militärischen Hafeninfrastruktur in Bremerhaven – doch Hamburg profitiert davon nicht. Das Geld fließt ausschließlich nach Bremerhaven, wie der Haushaltsausschuss des Bundestags beschlossen hat. In der Hansestadt sorgt diese Entscheidung für heftige Auseinandersetzungen zwischen SPD und CDU.
Der Vorsitzende der SPD-Fraktion Hamburg, Dirk Kienscherf, macht den CDU-Bundestagsabgeordneten und Maritimen Koordinator der Bundesregierung, Christoph Ploß, für die Entwicklung mitverantwortlich. Die CDU sei immer schnell mit ihrer Kritik am SPD-geführten Senat. Gleichzeitig behaupte sie, Hamburger Interessen auf Bundesebene vertreten zu wollen. „Aber dort, wo sie tatsächlich Einfluss nehmen und Verantwortung übernehmen könnte, versagt sie vollständig“, so Kienscherf.
Ploß kenne die unzureichende Unterstützung für den Hamburger Hafen und die deutschen Seehäfen. „Trotzdem lässt er zu, dass ausschließlich Bremerhaven über eine Milliarde Euro erhält, während alle anderen Seehäfen weiterhin leer ausgehen“, kritisierte der SPD-Fraktionsvorsitzende.
CDU-Oppositionsführer Dennis Thering weist die Verantwortung von sich und sieht die Schuld beim Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). „Das liegt auch an dem fehlendem Engagement des Ersten Bürgermeisters Tschentscher, der seit der Bürgerschaftswahl völlig abgetaucht ist“, sagte Thering dem „Hamburger Abendblatt“.
Kienscherf wies diesen Vorwurf als Ablenkungsmanöver zurück. Die einseitige Fokussierung auf Bremerhaven sei ein Schlag ins Gesicht aller deutschen Seehäfen, die ebenfalls als logistische Drehscheiben für die militärisch-zivile Zusammenarbeit dienten und damit für die Sicherheit Deutschlands und Europas von zentraler Bedeutung seien.
